16.08.2015
aerokurier

ReiseDie bretonischen Inseln in vier Tagen

Rau, aber herzlich: Die bretonischen Inseln vor der französischen Atlantikküste lassen sich fliegerisch gern erobern. Schon seit geraumer Zeit haben mein Mooney-Club-Freund Werner Wohlfahrt und ich die bretonischen Inseln im Visier, und die letzte Juniwoche verspricht stabiles Wetter – zumindest im Zielgebiet.

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Mittels pc_met checken wir noch mal die Route. In Westfrankreich ist das Wetter traumhaft und von einem Hoch geprägt, das auch die kommenden Tage anhalten soll. Ein Flug wäre also möglich, wenn wir denn irgendwie aus Worms wegkämen und es bis hinter Paris schafften. Es ist einer dieser Momente, in denen ich froh bin, nicht nur über solide IFR-Erfahrungen aus dem Beruf, sondern mit meiner M20K Turbo Mooney auch über das passende Fluggerät zu verfügen. Die Strecke südlich an Luxemburg vorbei, weiter nach Troyes, Tours und nach Nantes ist schnell identifiziert. Sie ist leider nicht die direkte und wir machen uns angesichts eines Bummelstreiks der französischen Lotsen auch keine Hoffnungen auf viele Abkürzungen.

Eurocontrol akzeptiert unseren Plan problemlos. Wir beladen die Maschine mit Kartenmaterial und unseren Reisetaschen, tanken noch etwas nach und sind eine halbe Stunde später in der Luft. Werner hatte bis vor kurzem selbst eine Mooney und freut sich daher riesig, mal wieder in einer der texanischen „Rennmaschinen“ zu sitzen.

In 2.500 Fuß fliegen wir in IMC ein. Der Regen nimmt leicht zu, aber unsere Maschine lässt sich davon nicht stören und klettert rasch über das Grau hinweg, so dass wir in FL 80 bereits in schönstem Sonnenschein unterwegs sind. Wie erwartet gibt es in unserer Reiseflughöhe von FL 100 kaum Abkürzungen, in einer Art S-Kurve geht es in Frankreich weiter. Frühzeitig beginnen wir den Sinkflug, geraten unter die Wolkendecke, die sich auch etwas westlich von Paris noch hält, und sind dann in FL 70 „clear of clouds“. Wir haben einen wunderschönen Blick auf das grüne Tal der Loire, die Sichten sind bestens, und obwohl wir immer noch radargeführt werden, dürfen wir jetzt beliebige Kurse Richtung Airport einnehmen und bekommen die Freigabe zu einem Sichtanflug auf Nantes.

Nantes ist Airbus-Produktionsstandort. Wir sehen den weißen Transporter-„Wal“ in der Nähe vorbeirollen. Für uns ist der große Platz allerdings nur gut für einen Tankstopp. Wir machen die beiden Flächen randvoll, denn während der kommenden Tage wird es kein Avgas geben.

Unsere Ziele auf dieser Tour heißen Île d’Yeu, Belle Île und Île d’Ouessant. Während die Île d’Yeu streng genommen nicht mehr zur Bretagne gehört, passt sie dennoch wunderbar in unsere Reiseroute. Sie ist außerdem die am weitesten vom französischen Festland entfernt liegende besiedelte Insel (von den Übersee-Départements einmal abgesehen), wobei die Entfernung mit rund 15 Seemeilen relativ ist. Mit der Mooney ist es nur eine gute Viertelstunde von Nantes aus. Als wir in Nantes abheben, kommt die Küste schnell in Sicht, und wir überfliegen in 4.500 Fuß die schön sichtbaren Austernbecken der Île de Noirmoutier, die berühmt ist für ihr Meeresgetier.


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David Kromka/rst



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