04.01.2016
Erschienen in: 05/ 2013 aerokurier

Galicien, Asturien, KantabrienDer grüne Norden Spaniens

Küstengebirge, Pilgerstätten und Biskayawetter: Der Norden Spaniens ist ganz anders als der Rest des Landes. Die Super-Dimona-Piloten Hans Schreck und Peter Stahl waren von den Landschaften begeistert.

Der Norden Spaniens ist bekannt für gute Küche und wechselhaftes Wetter. Und der Weg dorthin ist von Bayern aus ein weiter: Knapp 1800 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Chiemsee und Santiago de Compostela.

Ein Samstag im Juli 2012. Wir starten früh, denn heute möchten wir von Unterwössen mit unserer Super Dimona in einem Rutsch möglichst nahe an die Atlantikküste gelangen. Über das Allgäu, den Schwarzwald und durch den Baseler Luftraum führt unsere Route zum Zwischenstopp Besançon-Thise. Knapp drei Stunden brauchen wir.

Nach einem kurzen Tankaufenthalt fliegen wir westlich des Jura über Macon weiter bis Saint-Flour. Der Platz liegt an den Ausläufern des Nationalparks Auvergne, 60 Kilometer südlich von Clermont-Ferrand, nahe dem Massif Central. Wir starten nach einem effizient-kurzen Tankstopp und folgen der malerischen Dordogne Richtung Bordeaux. Nach sieben Stunden Flugzeit landen wir in Arcachon. Nach dem Betanken und Verzurren der Super Dimona bringt uns ein Taxi zum Campingplatz in die Stadt. Wir haben genügend Zeit für einen Stadtrundgang und ein gemütliches Abendessen am Strand.

Am nächsten Morgen ist das Wetter gut. Für unsere nächste Destination, San Sebastian im Baskenland, haben wir keine rechtzeitige PPR-Freigabe bekommen und sollen zudem fast 100 Euro Handlinggebühren bezahlen. Alternativ entschließen wir uns, bis Santander in Kantabrien zu fliegen. Mit Flugplan starten wir in Arcachon aufs Meer hinaus. An der größten Wanderdüne Europas, der 108 Meter hohen Dune de Pyla, tummeln sich Gleitschirmflieger im Hangflug wie ein Schwarm bunter Schmetterlinge. Über den Austernbänken drehen wir auf Südkurs und folgen der Côte d‘Argent in 1000 Fuß Richtung Biarritz. Die VFR-Route durch die Kontrollzone von Biarritz führt uns an der Küstenlinie direkt am Stadtstrand vorbei, und kurz danach sind wir schon im spanischen Luftraum. Wir passieren den Flughafen und die Stadt San Sebastian und gehen auf Westkurs. Das Wetter trübt sich zunehmend ein, und wir fliegen im Wolkenstau des steilen Küstengebirges durch Regeschauer, bis wir die berühmte Kirche San Juan auf dem Felsen von Gaztelugatxe erreichen. Schon kommt die Sonne hervor. Nach knapp zwei Stunden Flugzeit drehen wir in den Endteil auf Santander.

In Spanien herrscht Signalwestenpflicht auf dem Vorfeld. Deshalb ziehen wir unsere Westen vor dem Verlassen unseres Flugzeugs über. Auch gut, dass wir in Deutschland die Umsatzsteuernummer des Vereins notiert haben. Die benötigt der Tankwart für die Abrechnung. Der Flughafenbus bringt uns ins Zentrum. Wir bummeln durch die Hauptstadt der Provinz Kantabrien und gesellen uns zur Bevölkerung, die den Sonntag an den schönen Stadtstränden genießt. Später essen wir in einem kleinen Restaurant und begeben uns spät am Abend auf den hübschen Campingplatz am Cabo Mayor zur Ruhe.

Am nächsten Morgen erledigen wir die Flugvorbereitung nebst Flugplanaufgabe. Nach dem Start steigen wir entlang des kantabrischen Küstengebirges auf 5000 Fuß. Die Gipfel der Picos de Europa überragen uns mit fast 9000 Fuß Höhe deutlich. Wir fliegen an der Grenze des Nationalparks entlang und genießen den Ausblick. Das Wetter erlaubt den Weiterflug direkt über der ersten Ge-birgslinie im Landesinneren, und wir routen südlich von Oviedo, der Provinzhauptstadt Asturiens, nach Lugo. Hier herrscht ozeanisches Klima. Die Berge und die Ebene sind grün. Vor dem Einflug in die große TMA Galicia holen wir uns die nötige Freigabe und landen nach 2:20 Stunden in Santiago de Compostela.


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