15.01.2013
aerokurier

Wangerooge Flugbewegungen 2012Beliebtes Ziel: Wangerooge hat mehr Flugbewegungen

Der Flugplatz der Insel Wangerooge meldet für das Jahr 2012 einen kleinen Zuwachs bei den Flugbewegungen. Die östlichste der Ostfriesischen Inseln gehört zu den beliebtesten Zielen für Gäste mit eigenem Flugzeug.

Der Zuwachs ist klein, aber er ist vorhanden: 18564 Flugbewegungen wurden 2012 auf dem Flugplatz der Nordseeinsel Wangerooge gezählt. Im Jahr zuvor sind es 18475 gewesen. Diese Zahlen nannte Bürgermeister Holger Kohls (parteilos) in seinem traditionellen Jahresrückblick. Kohls machte zugleich auf die weiterhin bestehende Problematik der Luftverkehrssteuer aufmerksam. Sie belaste den touristischen Luftverkehr zu den Inseln unverhältnismäßig. Die Anzahl der beförderten Personen fiel 2012 mit 60 191 gegenüber 61 914 im Vorjahr kleiner aus. Kohls sieht in der Steuer den Hauptgrund für diese Entwicklung. „Seit Einführung 2011 haben wir 16,5 Prozent an Fluggästen verloren.“

Die Gästebilanz für 2012 fällt zwiespältig aus: 110448 Gäste kamen 2012 auf die Insel (2011: 109 626), 912 968 Übernachtungen wurden registriert (2011: 907 400). Demgegenüber stehen jedoch lediglich 34 035 Tagesgäste (2011: 36 785). Holger Kohls: „Vor zehn Jahren waren es noch rund 75 000 Tagesgäste.“

Die EU-Kommission hat unlängst beschlossen, die umstrittene Luftverkehrssteuer im Hinblick auf die deutschen Nordseeinseln abzuändern. Künftig müssen pro Strecke und Person nur noch 1,50 Euro statt 7,50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer abgeführt werden. Bereits im Juni 2011 hatte die EU-Kommission Ausnahmen für Flüge von Inselbewohnern oder zur medizinischen Versorgung genehmigt.
Die kleinen Fluggesellschaften, die den Inselflugverkehr betreiben, haben kaum etwas von der Neuregelung. Sie fungieren gezwungenermaßen als Steuereintreiber, der bürokratische Aufwand für das Kassieren, Verbuchen und Weiterleiten der Steuer an den Staat verbleibt bei ihnen. Die Fluggesellschaften machen erhebliche Umsatzeinbußen seit Einführung der neuen Steuer geltend und sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Die Steuer war Anfang 2011 von der schwarz-gelben Bundesregierung zur Haushaltssanierung eingeführt worden. Die SPD hat mit Blick auf die Inseln vorgeschlagen, Flugzeuge unter 5,7 Tonnen von der Abgabe zu befreien, da Flugzeuge bis zu dieser Gewichtsklasse auch vom Europäischen Emissionshandelssystem ausgenommen sind.

Info: Wangerooge für Piloten

Der Flugplatz Wangerooge liegt mit seiner 850 Meter langen Asphaltpiste (10/28) und einer 500 Meter langen Graspiste (02/20) im Süden der Insel sehr dicht am Orts- beziehungsweise Kurbereich. Somit sind die Öffnungszeiten durch die Kurruhezeiten strikt vorgegeben. Das heißt: Vor 8 Uhr sowie zwischen 13 und 15 Uhr und nach 19 Uhr darf kein Fluglärm erzeugt werden. Außerdem sind Starts zwischen 12 und 13 Uhr nicht erlaubt. Diese werden nur in wenigen Ausnahmefällen zugelassen.

Man sollte immer frühzeitig in die Funkfrequenz reinhören und sich ein Bild von der Verkehrssituation machen.
Die Platzrunde zur Asphaltpiste liegt im Süden und führt somit immer von Ort und Strand weg. Sie sollte mit der Höhe und Ausrichtung für einen zügigen An- und Abflug auch eingehalten werden. Dieses gilt besonders bei starkem Sommerverkehr an den Wochenenden. Vor den Bahnenden befinden sich Deiche mit Fußwegen, daher nicht zu niedrig anfliegen, die Piste ist immer lang genug!

An Spitzentagen fallen nicht selten mal an die hundert Flugzeuge hier ein und wollen später wieder weg. Darum:

- Nach der Landung auf der 28 immer zügig bis zum Bahnende und auf den Taxiways rollen. Wer vorher abrollt, wird zum Geisterfahrer in einer Einbahnstraße.
- Nach der Landung auf der 10 wird dagegen die Landebahn so bald wie möglich über einen Taxiway verlassen. Auf diesem wird dann zügig zum Abstellplatz gerollt.
- Das Abstellen erfolgt nach kurzer Anweisung oder selbstständig und immer platzsparend.
- Beim Rückweg genau die Hinweise vom Turm beherzigen und wieder zügig rollen. Vor der Startbahn 10 befindet sich links im Gras eine gemähte Fläche für die Vorflugkontrolle. Bei Startrichtung 28 fehlt diese leider.

Wenn der Anflug frei ist, geht es auf die Bahn und zügig über die Südplatzrunde zum Festland.

Zum Durchflug der Kontrollzone Wittmund/Jever recht bald auf der 118,725 MHz reinrufen. Dieser Luftraum kann wegen der dort stationierten Alarmrotte auch am Wochenende „scharf“ sein! Alternativ ist Bremen Info, auf 125,100 MHz erreichbar, auch immer informiert.

Nächste Tankmöglichkeiten findet man in Wilhelmshaven, Bremerhaven, Leer oder Emden.




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