01.09.2009
aerokurier

Tragschrauber BrandenburgTragschrauber für die Polizei: Brandenburg bleibt am Ball

Brandenburgs Polizei setzt weiterhin auf ultraleichte Tragschrauber als fliegende Ergänzung zu den Streifenwagen. „Seit Mitte Juni sind wir in der dritten Phase unseres Erprobungsprogramms“, sagt Wolfgang Brandt, der stellvertretende Sprecher des Innenministeriums im Gespräch mit dem aerokurier.

Konkret bedeutet dies, dass bis Jahresende weitere 800 Stunden auf zwei von privat gecharterten MT-03 geflogen werden sollen.
In einer ersten Phase ab Sommer 2007 wurden zunächst 40 Stunden absolviert, in der zweiten Phase bis Ende 2008 folgten weitere 160 Stunden, um das „Werkzeug“ Tragschrauber auf mögliche polizeiliche Qualitäten zu prüfen. Stationiert sind die beiden MT-03, von denen der erste bereits eine Polizei-Lackierung erhalten hat, auf dem Flugplatz Saarmund.

Die dritte Phase des Projekts soll die bisher gewonnen Erkenntnisse jetzt weiter vertiefen. Erstmals gehen die Tragschrauber dazu landesweit in die Luft, und nicht mehr wie bisher nur in zwei Schutzbereichen.

Außerdem sollen vier Polizisten eine rund 150 Stunden umfassende Pilotenausbildung erhalten, die weit über das hinaus geht, was UL-Piloten normalerweise zum Lizenzerwerb benötigen. In den kommenden Tagen wird entschieden, welche Bewerber zum Zuge kommen. Schon ab Mitte September sollen die vier Polizisten die Schulbank drücken.

Bislang zeigt sich das Innenministerium zufrieden mit dem Tragschrauber, der vielseitig eingesetzt wird. Brandt: „Wir setzen die Tragschrauber zum Beispiel für Überwachungsflüge in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei ein.“ So werden Schiffe aus der Luft überwacht und erhalten bei eventuellen Regelverstößen Besuch von den Kollegen auf dem Schiff der Kollegen. Auch bei der Suche nach gestohlenen Booten soll sich der Tragschrauber schon bewährt haben.

Ähnlich das Vorgehen auf der Straße: LKWs lassen sich aus der Luft überwachen, Verstöße beim Sicherheitsabstand werden ebenso fotografiert wie unzureichend gesicherte Ladung, bevor dann die Kollegen am Boden eingreifen. „So können wir die Erfolgsquote bei Kontrollen von 40 bis 45 Prozent nahezu verdoppeln“, sagt Brandt.

Auch zur Verkehrsbeobachtung und Stauvermeidung leiste der Gyrokopter gute Dienste: „Wir sehen, wenn bei Staus auch die Umleitungen zulaufen und können frühzeitig andere Strecken öffnen.“ Ein weiteres Einsatzgebiet der Tragschrauber ist die Suche nach illegalen Müllkippen oder anderen Formen der Umweltkriminalität.

Unterm Strich sieht Brandt keine Konkurrenz zu den beiden Heli-koptern vom Typ EC135. „Der Tragschrauber kommt dort zum Einsatz, wo sich ein Hubschrauber nicht lohnen würde.“ Während die Flugstunde mit dem Tragschrauber den Steuerzahler 160 Euro koste, koste der Turbinenhelikopter gut 3000 Euro.

Bis Jahresende läuft die dritte Phase der Erprobung. Anschließend sollen alle Ergebnisse ausgewertet werden, um bis Frühjahr 2010 zu einer Entscheidung darüber zu kommen, ob Tragschrauber künftig dauerhaft zur Flotte der Brandenburger Polizei gehören werden.




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