23.05.2014
Erschienen in: 03/ 2013 aerokurier

Zu Besuch bei Aquila AviationFlugzeugbau in Handarbeit

Flugzeugbau in Deutschland – ist das nicht viel zu teuer? Von wegen! Aquila Aviation hat sich auf das Abenteuer eingelassen und fertigt seinen VLA-Tiefdecker A 210 mit wachsendem Erfolg von A bis Z in Brandenburg. Anfang 2013 war der aerokurier zu Besuch im Werk.

Aquila Aviation Schönhagen Halle von außen

Am Flugplatz Schönhagen entstehen VLA-Flugzeuge in Handarbeit. Foto und Copyright: Holland-Moritz  

 

Das Leben einer Aquila A 210 beginnt mit dem Wareneingang. Glas- und Kohlefasermatten auf sperrigen Rollen, eine Palette mit Rotax-Motoren oder vielleicht ein Karton voller Instrumente: Jedes Teil, das in einer Aquila verbaut ist, nimmt irgendwann seinen Weg durch das Tor zum Wareneingang. Erst wenn die Artikel geprüft sind, kommen sie ins Lager und zu gegebener Zeit in die Produktion.

Der Mann, der Abläufe wie diese kontrolliert, heißt Waldemar Sawenko. „Qualitätsmanagement“ nennt sich sein Arbeitsbereich beim Flugzeugbauer Aquila Aviation by Excellence mit Sitz im brandenburgischen Schönhagen. Mit Formularen von EASA und LBA ist Sawenko per du, Vorschriften und Paragrafen rund um den Flugzeugbau sind sein Metier. Wie ein roter Faden zieht sich das Qualitätsmanagement durch die Produktion des als VLA zertifizierten Composite-Tiefdeckers A 210. „Der Mensch ist von Natur aus faul, also ist bei uns jeder Handgriff festgelegt“, sagt der 38-Jährige aus Kasachstan, der uns in seinem nüchtern eingerichteten Büro mit Blick auf den Firmenparkplatz empfängt. Welche Werkzeuge werden verwendet? Welche Drehmomente sind vorgeschrieben? Welche Materialien kommen wann und wie zum Einsatz? „Verfahren“ heißen derart standardisierte Arbeitsweisen im Fachjargon. Läuft mal etwas nicht ganz rund oder gibt es vielleicht eine Möglichkeit, Dinge besser zu machen, füllen die Mitarbeiter entsprechende Ereignismeldungen aus, die früher oder später auf Sawenkos Schreibtisch auflaufen. „Wir haben schon so manche Fehlerquelle beseitigt.“

Auf 1200 Quadratmetern Fertigungsfläche entstehen im eigenen Gebäude 20 bis 24 Flugzeuge pro Jahr. Mehr als 160 Exemplare der A 210 wurden seit Beginn des Jahrzehnts gebaut (siehe Kasten). Knapp 50 Mitarbeiter zählt das Team. „Bis in den Sommer hinein sind die Auftragsbücher voll“, sagt Vertriebsmitarbeiter und Werkspilot Wolf-Rüdiger Kruhl.

Wir folgen der Treppe nach unten in die Halle für die Rumpf- und Flügelfertigung. Aus Harz, Härtern, Glas- und Kohlefasern entstehen die Einzelteile, die später zum ganzen Flugzeug vereint werden. Glasfasern sind der Werkstoff Nummer eins bei einer Aquila A 210. Hier und da finden Kohlefasern als Verstärkung Einzug in die Zelle. Flügel, Seitenleitwerk, Cowling und die Spanten erhalten zudem Schaumelemente für eine besonders leichte und steife Sandwichbauweise.


WEITER ZU SEITE 2: 1200 Stunden Arbeit stecken in jedem Flugzeug

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Patrick Holland-Moritz


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