10.11.2016
aerokurier

O-1 Bird DogCessnas "Angry Bird"

Luftaufklärung, Kurierdienst, Search and Rescue: Die Cessna O-1 Bird Dog war für US-Army, Marines und Air Force das fleißige Arbeitstier. Mit seiner detailverliebten Restaurierung setzt der Italiener Andrea Rossetto diesem Flugzeug und seinen Piloten ein würdiges Denkmal.

Cessna O-1 Bird Dog

Die Bird Dog von Andrea Rossetto ist bis ins letzte Detail authentisch restauriert. Foto und Copyright: Philipp Prinzing  

 

Für den Anfang dieser Geschichte muss man zurückgehen bis ins Jahr 2000, als ich eine Einweisung auf eine Cessna O-1 bekam.  Und ehrlich, es war Liebe auf den ersten Blick. Mein Erfahrungsschatz auf Spornradflugzeugen beschränkte sich auf  einige Dutzend Stunden auf einer PA-18, 90 PS und ohne Klappen. Entsprechend großen Respekt hatte ich vor der Bird Dog. Eigentlich war es sogar eine bittersüße Angst. Der riesige Propeller, das hohe Fahrgestell und der zweifelhafte Ruf, bei der Landung wie ein wildgewordenes Pferd gezähmt werden zu müssen – die Bird Dog hatte mich in ihren Bann gezogen. Aber ich hatte einen fantastischen Lehrer, der mir beibrachte, die Marotten des Flugzeugs zu beherrschen. Im Zuge vieler Flüge, bei denen ich Segelflugzeuge in die Luft schleppte, konnte ich später reichlich Erfahrung auf dem Muster sammeln.

Die Geschichte meiner eigenen Bird Dog beginnt 2009. Ich hatte gerade die Restauration einer Aermacchi MB 308 abgeschlossen und Lust auf ein neues Projekt. Das Interesse an der Bird Dog flammte wieder auf, und ich arbeitete mich durch alle Informationen, die ich zu diesem Typ finden konnte. Videos, Fotos und Nachrichten aller Art zum Einsatz in Korea, in Vietnam und schließlich zu ihrer Verwendung in der italienischen Armee – unschätzbare Quellen! Ich begann auch, Bilder von jedem italienischen Exemplar zu sammeln.

Andrea Rossetto

Andrea Rossetto im Cockpit seiner Bird Dog. Foto und Copyright: Philipp Prinzing  

 

Bei den Nachforschungen fällt mir auf, dass in Foligno, 120 Kilometer nördlich von Rom, ein Exemplar existieren soll, von dem ich noch nie gehört habe: die I-EIAI. Kaum meldet sich der Präsident des dortigen Aero-clubs am Telefon, habe ich Gewissheit. Es gibt sie, aber beschädigt. Wenige Tage später fahre ich hin. Als sich die Tore des rostigen Hangars öffnen, ist es, als ob eine Schatztruhe aufgeht. Ganz am Ende der Halle entdecke ich zwischen vielen Segelflugzeug-Tragflächen hindurch das wunderschöne Leitwerk der Bird Dog. Ich muss meine Gefühle im Zaum halten, als ich mich nähere, bin aufgeregt wie ein kleines Kind. Sie sieht mitgenommen aus. Fingerdicker Staub, eine beschädigte Tragfläche ohne Querruder, ein Riss im Bauch, der wohl von der Kollision mit einer Lampe der Pistenbeleuchtung herrührt. Das Cockpit eine einzige Rumpelkammer mit Verkleidungen und Anbauteilen voller Vogelkacke. Dennoch zieht mich das Flugzeug in seinen Bann, die Zeit scheint stillzustehen. Allein der Geruch, den dieser Haufen Flugschrott verströmt, lässt   in meinem Kopf längst vergangene Einsatzszenarien lebendig werden.

Als ich etwas Staub abwische, merke ich, dass die Substanz besser ist, als sie auf den ersten Blick aussieht.  Die Verhandlungen sind kurz und schmerzlos. Seit neun Jahren hat sich niemand für die Bird Dog interessiert, und der Clubpräsident und ich einigen uns per Handschlag. Es ist der 30.

Januar 2009, und ich glaube mich zu erinnern, dass es mir auf der Heimfahrt im Auto vorkam, als würde ich fliegen.

Welche Herausforderungen Andrea bei der komplett in Eigenregie bewerkstelligten Restauierung des Flugzeugs zu meistern hatte und wie er den Piloten und Vietnam-Veteranen Rick Shoup, dessen Bird Dog ihm als Vorbild diente, kennenlernte, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des aerokuriers. Noch bis zum 22. November liegt das Heft am Kiosk!

Mehr zum Thema:
Andrea Rossetto, Lars Reinhold | Übersetzung: Vaness K. Spinetti.



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