20.09.2010
aerokurier

Püter Elster mit Porsche MotorPorsche trifft Pützer: Elster mit Porsche-Motor fliegt wieder

Traditionspflege in der Luft: Eine „Pützer Elster B“ aus dem Jahr 1963 wurde mit Porsche-Unterstützung umfangreich restauriert und wird künftig als „fliegender Botschafter“ für das Museum werben.

Zwischen dem Porsche-Museum und der „Elster“ mit dem Kennzeichen D-ELKY aus dem Jahr 1963 besteht ein enger historischer Bezug: Gleichzeitig mit dem Porsche 356 war die „Elster“ das erste in nennenswerter Stückzahl gebaute deutsche Motorflugzeug nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zudem wurde in diesem Flugzeug-Typ ab 1957 der Porsche-Flugmotor-Typ 678 erprobt. Dieser Vierzylinder-Boxermotor basierte auf dem Antrieb des Porsche 356 und wurde in den späten 50er Jahren zu einem ganzen Flugmotoren-Programm mit Startleistungen von bis zu 75 PS ausgebaut.

Urahn des Flugzeug-Typs „Elster“ war das bekannte Segelflugzeug „Doppelraab“, aus dem der Flugzeugbauer Alfons Pützer zusammen mit Fritz Raab zunächst den Motorsegler „Motorraab“ entwickelte, um wenig später – unter Verwendung der Doppelraab-Tragflächen – schließlich den Prototyp „Elster A“ zu entwickeln.
Dieser wurde bereits 1957 von einem 52 PS starken Porsche-Motor vom Typ 678 angetrieben. Aufgrund gestiegener Ansprüche an die Flugleistungen erhielt die „Elster B“ später den 95 PS-starken Rolls-Royce Continental-Motor, Typ C-90 12 und 14 F.
Von diesem Oldtimer-Flugzeug, das die Alfons Pützer KG 1957 konstruierte, sind heute nur noch zehn Flugzeuge beim Luftfahrt-Bundesamt zugelassen.

In die umfangreiche, drei Jahre andauernde Grundüberholung der „Elster“ investierten die Restauratoren über 1.000 Arbeitsstunden. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, Originalteile bestmöglich aufzuarbeiten, um auf den Einbau von Neuteilen weitestgehend zu verzichten. So wurden neben dem Motor auch die Avionik erneuert.
Darüber hinaus erhielt das Holzflugzeug ein vollständig restauriertes Interieur sowie eine fachgerechte Überholung der Zelle.
Etwa 400 Stunden sei er selbst als Flugzeug-Restaurator tätig gewesen, sagt der Elster-Besitzer und –Pilot Jürgen Gassebner. Den Hauptanteil mit etwa 600 Stunden hätten die Spezialisten der Heubacher Firma Sammet bewältigt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf solche Oldtimer-Instandsetzungen.
Nicht zuletzt präsentiert sich die „Elster“ nun mit einer neuen, klassisch-modernen Lackierung: Das vom renommierten Stuttgarter Designer Wolfgang Seidl entwickelte Designkonzept zitiert mit den traditionellen Porsche-Farben Rot, Weiß und Grau das klassische Rennwagen-Design der 50er und 60er Jahre. Auf den Tragflächen wie auch auf dem Rumpf weist der Schriftzug des Porsche-Museums auf die historische Beziehung zwischen Porsche und der „Elster“ hin.

Künftig wird die im schwäbischen Heubach stationierte Elster „D-ELKY“ als fliegender Botschafter des Porsche-Museums auf zahlreichen Oldtimer-Flugtagen zu sehen sein.

Quelle: Porsche-Museum




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