11.10.2015
Erschienen in: 05/ 2013 aerokurier

Flugzeuge als GemäldePilotessadesign – Kunst von einer Pilotin

Das lässt Pilotenherzen höher­schlagen: Flugzeuge in dynamischer Aktion, im schnellen Überflug, im Kurvenflug mit großer Schräglage. Mit der Kamera lässt sich da manches festhalten, erst recht begeistern können diese Momente auf künstlerisch gestalteten Gemälden.

Es hat schon was, das eigene Flugzeug in spannender Pose als Wohnschmuck eine ganze Zimmerwand ausfüllen zu lassen. Und als Pilot kann man sich mit solch einem Gemälde sein Objekt der Begierde in die eigenen vier Wände holen.

Kathrin Wötzel setzt diese Träume unter dem Label Pilotessadesign um. Im Fotopainting-Verfahren legt sie nach Vorlagenfotos in ihre Kunstdrucke all das hinein, was Flugzeugeigner und Piloten mit ihrem Fluggerät verbindet. Diese Assoziationen sind der Jenaerin – im Hauptberuf eine ganz nüchterne, sachliche Ingenieurin – nicht fremd, schließlich ist sie eine passionierte Segelfliegerin und erfolgreiche Wettbewerbspilotin. Kein Wunder, dass rund 80 Prozent der Bildergalerie von Pilotessadesign Luftfahrzeugen gewidmet sind.

Bei den Bildern handelt es sich um Kunstdrucke mit Gemäldecharakter. Sie überzeugen mit kraftvollen, ausdrucksstarken Farben, hin und wieder aber auch gedeckten Tönen für den antiken Touch. Die Stilmittel dienen alle demselben Ziel, nämlich das Motiv perfekt in Szene zu setzen. Die Aufteilung der Prints in unterschiedliche Bildelemente ist eher ungewöhnlich und verleiht den Bildern eine besonders starke Wirkung.

Kathrin Wötzel hat bereits in frühester Kindheit reichlich Flugplatzluft geschnuppert. Aufgewachsen ist sie in einer Fliegerfamilie, beide Eltern und auch ein Onkel betreiben heute noch Segelflug in Jena-Schöngleina. Kathrin Wötzel begann bereits mit 13 Jahren die Segelflugausbildung. Seit ihrem 16. Lebensjahr fliegt sie engagiert in Segelflugwettbewerben mit. Und das mit Erfolg: Die inzwischen dreifache Deutsche Meisterin nahm bereits an sechs Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft im Frauensegelflug teil, bei jeder zweiten stand sie auf dem Siegerpodest.

Kathrin Wötzel beschränkt ihre fliegerische Aktivität keineswegs auf Segelflugzeuge. Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge gehören mit zum Repertoire. Vor allem haben es ihr die Oldtimer-Flugzeuge angetan. In ihrer Galerie findet man die künstlerische Umsetzung von Fotos des Veteran Blériot aus den Anfängen der Fliegerei neben zahlreichen Gemälden von Warbirds wie der Spitfire, Mustang P-51 und Me 109.

Die Begeisterung für diese Art von Flugzeugen resultiert nicht zuletzt von ihrer Mitgliedschaft in der Fliegergruppe Wolf Hirth. Der Verein der Fliegerstadt Kirchheim/Teck lädt alle zwei Jahre zum großen Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide ein. Inzwischen ist das Treffen eine Traditionsveranstaltung geworden. Die dreitägige Airshow zählt mit über 400 ausgestellten Flugzeugen seit Jahren zu den bedeutenden Fliegerevents in Europa. Selbst Raritäten wie das älteste flugfähige Modell, die Blériot XI, begeistern immer wieder aufs Neue. Wer sich dort am Stand der Pilotenbetreuung einfindet, dem bietet sich die Gelegenheit, die Künstlerin kennenzulernen.

Für ihre Gemälde ist Kathrin Wötzel alles andere als rückwärtsgewandt. Sie greift nicht zu traditionellen Arbeitsmitteln, sondern bevorzugt modernste Technik. Wie im Berufsleben setzt die Diplom-Ingenieurin auf die Hilfe von Computertechnik. Ihre Kunstwerke entwirft sie inzwischen vollständig am PC mittels hochsensiblem Grafiktablett und digitalem Pinsel. Den Vorteil der digitalen Malerei begründet sie damit, dass sie so auch im Nachhinein noch Änderungswünsche der Auftraggeber einarbeiten kann, ohne dass das Werk verworfen werden muss. Die Aufteilung der Bildelemente und die individuelle Farbabstimmung bleiben variabel. Das Gemälde kann perfekt an seinen künftigen „Lebensraum“ angepasst werden.

Basis aller Werke sind ein oder mehrere Fotos des begehrten Objekts. Diese werden entsprechend der Vorstellungen des Auftraggebers in künstlerischer Art umgesetzt.

Beim Druck wird mit modernster Technik gearbeitet. Hochpigmentierte Farben vereinen sich mit der Künstlerleinwand. Damit die Farben auch noch nach Jahren mit gleicher Brillanz leuchten, wird im Anschluss an den Druck eine zweifache Schutzschicht (UV-Firniss) aufgetragen. Sie verhindert ein Ausbleichen der Farbpigmente und versiegelt die Oberfläche. Gleichzeitig bietet sie Schutz vor Staub, Kratzern und Spritzwasser.

Am Ende wird das Gemälde auf Echtholz-Keilrahmen gespannt. Der bislang größte Einteiler, den Kathrin Wötzel erstellt hat, besitzt mit 3 x 1 Meter geradezu riesige Abmessungen und wird von einem Jumbo-Holzrahmen mit zwölf Millimeter Profiltiefe getragen.

Jedes Leinwandgemälde, egal ob Auftragsarbeit oder aus der Artwork-Galerie von Pilotessadesign, ist ein Original. Keines der Gemälde verkauft Kathrin Wötzel zwei Mal. Aber – und das ist wieder ein Vorzug der modernen Technik – man kann den Kunstprint nachbestellen, wenn er beschädigt oder verloren gegangen ist.

Die Wirkung des Gemäldes im vorgesehenen Ausstellungsraum kann bei Pilotessadesign (pilotessadesign.com) vorab getestet werden. Dazu wird das Gemälde in ein digitales Foto vom Ausstellungsraum maßstabsgetreu eingeblendet. So kann es in seiner Wirkung begutachtet werden – damit der Genuss später durch nichts getrübt wird.

aerokurier Ausgabe 05/2013

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Gerhard Marzinzik


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