24.09.2015
Erschienen in: 04/ 2014 aerokurier

You have it!L-39-Jet-Training in New Mexico

Jet-Training als Belohnung für ein gutes Abitur? Wenn das mal kein Ansporn ist! Für Norman Schneider soll es die krönende Belohnung werden, und für Vater Peter die Chance, seine Erfahrungen auf der L-39 aufzufrischen. Also auf nach Santa Fe!

Ich habe zwei Versprechen einzulösen: einen Jetflug für ein besonders gutes Abitur. Und vor sieben Jahren habe ich ein „Upset Recovery Training“ auf der L-39 Albatros von Aero Vodochody in Santa Fe, New Mexico, gemacht. Larry Salganek, dem FAA-Inspector und Instructor hatte ich damals gesagt „I`ll be back“.

Jetzt sind wir kurz vor unserem Ziel. Mit einem Auto meiner kalifornischen Verwandtschaft sind mein Sohn Norman (23) und ich 1000 Meilen getuckert und bei sintflutartigen Gewitterschauern in Santa Fe angekommen. Am nächsten Morgen strahlt aber die Sonne, als wir uns im Air Center FBO des auf 6348 Fuß gelegenen Platzes bei Larry einfinden. Nach Intensivstudium des 200-seitigen Flughandbuchs beschränkt sich die zweistündige Grundschulung auf das Notwendige: Notabwurf der Haube und Auslösung des Fallschirms aus dem kalten Raketensitz. Norman soll den ersten Flug absolvieren und dabei ausführen, wozu er Lust und Laune verspürt. Er besitzt keine Lizenz, ist aber seit dem Bau unseres Kitfox vor 18 Jahren mein ständiger Copilot, bei Reparaturen und Wartung behilfl ich und hat hunderte Flugstunden Erfahrung auf dem Copilotensitz. Norman nimmt den Backseat ein. Der Düsenlärm ist Musik in meinen Ohren, als die beiden abrollen. 

Norman:
Zwei Sekunden nach dem Abheben sagt Larry: „You have the airplane!“ Ich nehme die Hände an Schubhebel und Steuerknüppel und folge seinen Anweisungen, stelle zehn Grad Pitch ein und steige mit 180 Knoten Richtung Westen in das Übungsgebiet auf. Larry fragt, wie ich mich fühle. „I just can’t believe that I’m fl ying a jet!” Ich hätte nie gedacht, dass sich 3000 PS so ruhig anfühlen, mal abgesehen vom Lärm, den die Düse produziert. Nach Erreichen der Zielhöhe soll ich ausleveln und Fahrt aufnehmen. Larry lobt mich: „Perfect!“ Auf dem Tacho kann ich jetzt knapp 300 Knoten IAS ablesen, die Landschaft schießt vorbei. Ich soll mich erst einmal mit dem Flugzeug vertraut machen, einige Kurven und Steilkurven fliegen, gleich darauf zwei Low-Speed-Stalls durchführen. Larry gibt mir einfache, klare Anweisungen und überfordert mich somit nicht. „Do you wanna try some rolls?” „Of course I want!” Erst Fahrt aufnehmen, zehn Grad Pitch und dann Steuerknüppel nach links bis zum Anschlag. Und das ganze zwei Mal! Dann lässt mich Larry Platzrunden fliegen. Mit einer Seelenruhe, die man wohl als Fluglehrer mitbringen muss, lässt er mich bis kurz vor dem Aufsetzen alles selbst machen. Zunächst einen tiefen Überflug, dann ein Touch-and-Go und zum Schluss die Landung. Mit einem Strahlen auf dem Gesicht steige ich aus, werde von Papa in Empfang genommen und finde nur schwer Worte: „Awesome!“


WEITER ZU SEITE 2: Vor sieben Jahren flog ich die L-39 zum ersten Mal

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