27.02.2014
aerokurier

EU-Lizenz und KleindeutschlandJedes Luftamt ein eigenes Fürstentum

In Deutschland werden zurzeit die nationalen Pilotenlizenzen und die nach ICAO in europäische Lizenzen umgeschrieben. Wer glaubt, das geschehe in Deutschland einheitlich und so wie es die EU-Verordnung vorgibt, unterliegt einem Riesenirrtum.

schulflug-training-m-schneider

Die Ausbildung wir immer teurer und aufwändiger, aber nicht alles ist die EASA schuld. Foto: M. Schneider  

 

Der aerokurier berichtet in seiner März-Ausgabe im Flight Training Special über einige Besonderheiten, die sich deutsche Luftämter in der Interpretation von Part-FCL der EU-Verordnung herausnehmen. Der europäischen Luftfahrtagentur EASA sind die kritisierten neu aufgebauten Hindernisse in der Motorflugausbildung und beim Lizenzerhalt nicht alle anzulasten.

So kann nach EASA beim PPL(A) der Schulungsflug für die Verlängerung der Klassenberechtigung mit einem Fluglehrer oder Lehrberechtigten für die Klassenberechtigung durchgeführt und von dem kann dann auch die Verlängerung der Klassenberechtigung eingetragen werden. In Deutschland wird verlangt, dass diese Eintragung bei den Luftämtern erfolgt und kostet natürlich. Hier wird nur Prüfern das Recht zugesprochen, den Eintrag vorzunehmen.

Mit Recht ist Part-FCL allerdings in seiner Forderung der Verlängerungsbedingungen für den PPL(A) bei SEP- und TMG-Klassenberechtigungen zu kritisieren. Durften bislang die geforderten 12 Flugstunden und Starts gemischt auf Luftfahrzeugen der beiden Klassen erbracht werden, so müssen sie jetzt gänzlich in einer Klasse erbracht werden. Die andere Klassenberechtigung wird dann mit verlängert, auch wenn in dieser Klasse überhaupt nicht geflogen wurde. Logisch ist das nicht und widerspricht jeglichem Sicherheitsdenken.

Der Ausschluss der Ausbildung zum PPL(A) allein mit Reisemotorseglern (TMG) ist wiederum eine rein deutsche Erfindung Hier handelt es sich um keine Vorgabe der EASA.

Dann gibt es auch immer noch Luftämter in Deutschland, die verlangen für die Umwandlung in eine EU-Lizenz eine Lizenz, deren Rechte wahrgenommen werden dürfen, für die also die Verlängerungsbedingungen erfüllt sind. Hier wird die EU-Verordnung schlichtweg ignoriert.
Part-FCL erlaubt auch grundsätzlich den Erwerb der Lehrberechtigung auf Basis jeder Pilotenlizenz, schränkt die Möglichkeit dann zwar teilweise ein, aber nicht für den Inhaber einer LAPL(S). Segelflieger, die die Vorzüge der Light Aircraft Pilot Licence in Anspruch nehmen wollen, können nach Part-FCL die Lehrberechtigung erwerben – nur nicht in Hamburg (bislang jedenfalls).

LAPL(A)-Piloten dürfen auch Flugzeuge führen, die über mehr als vier Sitzplätze verfügen. Die Lizenz schränkt nur darauf ein, dass sich maximal vier Personen an Bord befinden dürfen.

Mehr zum Thema:
Gerhard Marzinzik



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 12/2016

aerokurier
12/2016
23.11.2016

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Pilot Report Me 262
- Reise: Südwest-Frankreich
- Pilot Report Remos GXiS
- Trixy Spirit
- Flugzeug einmotten
- Ventus Generation 3
- Fliegen über der Kalahari

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt

aerokurier iPad-App