Pilot Report Cirrus SR22 FAT SuperCirrus - Supercharger für SR22

Der 310 Conti-PS starke Saugmotor der Cirrus SR22 kann nachträglich auf Kletterfreudigkeit getrimmt werden – durch den Einbau eines mechanischen Laders. Auf den Piloten warten danach Flugleistungen, die denen der werkseitigen Turbo- und Turbonormalizer-Version durchaus ebenbürtig sind. Die Umrüstung ist sowohl FAA- als auch EASA-zugelassen.

Cirrus SR 22 mit Turbolader

Die Cirrus SR 22 mit Supercharger. Foto und Copyright: Herzog  

 

Turbolader und Supercharger sind im Grunde nichts anderes als Luftpumpen. Sie sorgen dafür, dass dem Motor mehr Luft zugeführt wird, als sich dieser auf „natürlichem“ Wege während der Ansaugphasen be-schaffen kann. Ist der Charger nicht als Rootskompressor, G-Lader oder Lysholm-Schraubenrotor angelegt, sondern als Radialturbine, ähnelt er auch optisch einem Turbolader.

Einen deutlichen Unterschied gibt es jedoch beim Antrieb. Während der Turbolader den „kostenlos“ zu Verfügung stehenden Abgasstrom als An-triebsquelle nutzt, lässt sich der Supercharger mechanisch auf Touren bringen. Zum Einsatz kommen dabei Zahnräder, Antriebsketten oder Treibriemen.

Diese Art der Mobilisierung hat einen gravierenden Nachteil: Sie gibt es nicht gratis, besonders dann nicht, wenn sehr hohe Zusatzleistung gewünscht ist. Der Motor muss dafür, ähnlich wie bei einer Lichtmaschine oder einem Klimakompressor, mehr oder weniger viel Kraft aufwenden.

Turbolader schneiden in diesem Punkt besser ab. Sie nutzen die sowieso vorhandene „Windenergie“ im Auspuffsystem. Allenfalls der Rückstau, der entsteht, weil die Verbrennungsgase erst nach dem Passieren der Antriebsturbine ins Freie gelangen, sorgt dafür, dass für den Antrieb des Turbos ein paar PS auf der Strecke bleiben.

Die Leistungsaufnahme eines Superchargers fällt allerdings dann niedrig aus, wenn - wie im Fall des hier vorgestellten Exemplars – keine hohe Ladeleistung gene-riert wird. Beim Start „frisst“ der FAT-Charger nur sieben PS, im Reiseflug sind es gerade mal vier. Unter Volllast dreht die Zentrifugalturbine mit bescheidenen 29800 Umdrehungen. Turbolader erreichen mit Leichtigkeit das Zwei- bis Vierfache.

Zu den Vorteilen des Superchargers gehören: geringe Komplexität, niedriges Gewicht, sehr moderate Betriebstemperaturen, eine kompakte Bauweise und ein vergleichsweise günstiger Preis. Die Anlage für die SR22 kostet nur rund 31000 Dollar zuzüglich Einbaukosten. Eine Biturbo-Anlage kommt doppelt so teuer.
Auch bei der Einbauzeit schneidet der mechanische Lader besser ab. Seine Installation soll laut Hersteller in 30 Stunden abgehakt sein. Änderungen an der Cowling sind keine erforderlich.
Der FAT-Supercharger ist als Normalizer ausgelegt. Er sorgt dafür, dass die maximale Motorleistung bis mindestens 6000 ft zur Verfügung steht. In Höhen darüber nimmt sein Ladedruck genauso ab wie der Umgebungsluftdruck. Trotzdem vermag die SuperCirrus ihre höchstzulässige Flughöhe von 17500 ft locker zu überschreiten.
Tun sollte sie dies allerdings nicht. Um die Zulassung des Laders nicht unnötig zu er-schweren, ist in den Unterlagen nämlich die maximale Flughöhe des Ursprungsmusters beibehalten worden. FAT entschied sich für die Beibehaltung des Limits auch vor dem Hintergrund, dass das Gros der Cirrus-Piloten sowieso selten höher fliegt.

Welche Flugleistungen wir auf unserem Ausflug in der SuperCirrus beobachten durften, lässt sich im Pilot Report der Februar-Ausgabe nachlesen.

BG



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