09.07.2015
aerokurier

Erste Alpenüberquerung eines BatterieflugzeugsKlaus Ohlmann fliegt e-Genius von der Hahnweide nach Varese

Klaus Ohlmann fliegt e-Genius von der Hahnweide nach Varese Forschern des Instituts für Flugzeugbau (IFB) der Universität Stuttgart ist es gelungen, mit einem spektakulären Flug über die Alpen die Leistungsfähigkeit und Alltagstauglichkeit von Flugzeugen mit Batterieantrieb nachzuweisen.

e-Genius

Alpen cross mit dem Elektroflugzeug e-Genius. Foto und Copyright: IFB Stuttgart  

 

Vom Flugplatz Hahnweide bei Stuttgart ist das Elektroflugzeug e-Genius der Universität Stuttgart über die Alpen zum norditalienischen Platz Calcinate del Pesce geflogen. Das High-Tech-Batterieflugzeug legte dabei über 320 km zurücklegen. Die über 3000 m hohen Gipfel in der Zentralschweiz überflog der e Genius dabei in einer sicheren Höhe von nahezu 4000 m.

Pilotiert wurde das zweisitzige Flugzeug vom erfahrenen Alpenflieger und Rekordpiloten Klaus Ohlmann. Mit dabei war Ingmar Geiß vom Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart. Der Zielflugplatz wurde bereits nach gut zwei Stunden Flugzeit erreicht. Am Nachmittag waren die Akkus wieder geladen und der e-Genius startete zum Rückflug. Dieser war aufgrund des steilen Alpenanstiegs in der Südschweiz eine besondere Herausforderung. Um ausreichend Zeit für den Steigflug zu gewinnen, verlief die Rückflugroute über den Gotthartpass und war mit 365 km nochmals deutlich länger als der Flug am Vormittag.

Neben der Emissionsfreiheit und Geräuscharmut überzeugt der geringe Energieverbrauch des Forschungsflugzeugs. So wurden für Hin- und Rückflug trotz der anspruchsvollen Steigflüge nur 83 kWh verbraucht, was dem Energieinhalt von 9,2 l Benzin entspricht! Werden aktuelle deutsche Preise für Ökostrom angesetzt, entstehen gerade einmal Kosten in Höhe von 21 Euro für den Transport von zwei Personen nach Italien und zurück.

Das Elektroflugzeug e-Genius wurde am Institut für Flugzeugbau der Uni Stuttgart entwickelt und befindet sich seit Mai 2011 in der Flugerprobung. Ziel des Forschungsprojektes ist es, durch neue Antriebstechnologien und dadurch mögliche hocheffiziente Flugzeugkonfigurationen Wege für die signifikante Reduktion von Energiebedarf, Lärm- und Schadstoffemissionen von zukünftigen Flugzeuggenerationen zu erforschen.

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Gerhard Marzinzik


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