19.06.2008
aerokurier

Mai08 Thielert - DiamondDiamond und Thielert auf Konfrontationskurs

Auf der ILA in Berlin klappte Diamond-Chef Christian Dries das Visier herunter und ging während einer Pressekonferenz verbal auf Konfrontationskurs zum insolventen Flugmotorenhersteller Thielert Aircraft Engines.

Diamond DA24 TwinStar_Foto

 

 

Der vorläufige Thielert-Insolvenzverwalter Dr. Bruno M. Kübler, antwortete in gleicher Manier und bezichtigte Diamond Aircraft, 'derzeit eine Desinformationskampagne' zu fahren.
 
Eigentlich hatte Diamond-Chef Christian Dries auf der ILA in Berlin viele Neuheiten zu verkünden. Sein Tochterunternehmen Austro Engines wird den Dieselflugmotor AE300 (Leistung 170 PS, zwei Liter Hubraum), innerhalb von wenigen Wochen zulassen. Die Serienproduktion soll noch in diesem Jahr in Wiener Neustadt beginnen. Außerdem stellte er die DA50 Magnum vor, die erst kürzlich in Wiener Neustadt ihren Erstflug absolviert hatte. Außerdem sagte Dries, dass die Serienfertigung des Motorseglers HK36 Super Dimona wieder in Wiener Neustadt aufgenommen wurde und dass er bis zu 70 Super Dimonas pro Jahr fertigen wolle.

Dries sagte auf der Pressekonferenz, er habe in den vergangenen Jahren über 40 Millionen Euro in die Entwicklung des eigenen Motors gesteckt und hätte sich dieses Geld lieber gespart. Jedoch habe ihn die Entwicklung bei Thielert dazu gezwungen. Derzeit stünden allein 72 Flugzeuge weltweit wegen Ersatzteilproblemen mit Motoren am Boden. Bei Diamond stünden 37 bis 40 Flugzeuge ohne Triebwerke in den Hallen, da der in Insolvenz gegangene Triebwerkshersteller Thielert Aircraft Engines nicht liefere.

Zwar habe der Insolvenzverwalter ihm angeboten, Ersatzteile gegen Vorauskasse zu liefern, aber die Menge, die zu diesem Zeitpunkt lieferbar war, hätte 'in einen VW Polo gepasst', so Dries. Außerdem warf  Dries dem Insolvenzverwalter Dr. Kübler vor, die Ersatzteilpreise 'exorbitant' erhöht zu haben. Wenig später sei aber die Lebensdauer von Teilen herabgesetzt worden, so gebe es nun ein Service Bulletin, dass die Lebenszeit der Kupplung des Motors auf 100 Betriebsstunden begrenze. 90 Prozent aller Probleme mit den Flugzeugen beruhten bei Diamond Aircraft auf den Triebwerken und 100 Prozent seiner grauen Haare seien ebenfalls durch Triebwerke verursacht, so Dries.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Bruno M. Kübler, antwortete auf einer eigenen Pressekonferenz, dass es Ziel sei, kurzfristig die Produktion bei der Thielert Aircraft Engines GmbH zu sichern. Die Sanierung des Unternehmens erfordere von Kunden und Gläubigern schmerzhafte Zugeständnisse. Das Prinzip der Vorkasse bei Ersatzteillieferungen sei aufgrund des deutschen Insolvenzrechts unverzichtbar. 'Die aktuelle Verunsicherung der Kunden geht zurück auf eine Desinformationskampagne des Flugzeugherstellers Diamond Aircraft', so Kübler. Diese Argumentation verkenne mutwillig die Sachlage, so Kübler. Weiter hieß es, Diamond habe wider besseren Wissens und mit ausnahmslos unwahren Behauptungen versucht, die Kunden massiv zu verunsichern und über die Öffentlichkeit Druck auszuüben.

'Es hat bereits eine große Zahl vornehmlich strategischer Investoren Interesse am Kauf der Thielert Aircraft Engines GmbH bekundet. Die Gespräche mit ihnen sollen noch im Juni beginnen', hieß es in einer Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters. (VKT)










 
 



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