hanns Klemm und seine Flugzeuge Der Traum vom leichten Fliegen

Hanns Klemm hat mit seinen Leichtflugzeugen Luftfahrtgeschichte geschrieben. Seine Fangemeinde hält die Erinnerung wach – und die Flugzeuge lebendig.


Der Traum vom leichten Fliegen: Hanns Klemm und seine Flugzeuge 8 Bilder

Die in der Vorkriegszeit ungeheuer populären Klemm-Leichtflugzeuge sind selten geworden. Die Klemm-Gemeinde kennt sich daher, pflegt Kontakte, tauscht Erfahrungen und Teile aus und trifft sich gelegentlich zum Typentreffen in Eutingen. Gemeindemitglieder gibt es auch in der Schweiz, Frankreich, Finnland, Island,  Australien und in Schweden. Eine eigene Fraktion bilden die Briten, dort hat es eine Lizenzproduktion der hölzernen Tiefdecker gegeben.
Und so etwas wie der geographische Mittelpunkt des Klemm-Netzwerks ist Eutingen, die treibende Kraft darin ist die Flugsportgruppe Böblingen. Dort, in der Kleinstadt nahe Stuttgart, hatte Hanns Klemm 1926 seine „Leichtflugzeugbau Klemm GmbH“ gegründet. Von dort aus exportierte er seine Tiefdecker in alle Welt.

Seine Idee war es, ein Flugzeug für jedermann zu schaffen, das preiswert in der Herstellung und im Betrieb war und am besten auch noch in eine Garage passte. Seine schwach motorisierten offenen Tiefdecker trafen auf wunderbare Weise den Zeitgeist, ein Gutteil der heute kaum mehr vorstellbaren allgemeinen Begeisterung für die Fliegerei in der Vorkriegszeit geht somit auf das Konto des ideenreichen schwäbischen Tüftlers. Das Übrige taten die zahlreichen Rekorde, Wettbewerbssiege und nicht zuletzt die spektakulären Aktionen, mit denen die Publikumslieblinge jener Zeit wie Elly Beinhorn, Liesel Bach, Ernst Udet oder Wolf Hirth für Aufsehen und Schlagzeilen sorgten und zugleich die Klemm-Flugzeuge mit einer besonderen Aura umgaben.
Es muss diese bis heute nachwirkende Ausstrahlung sein, die die Klemm-Freunde unserer Zeit dazu bringt, ihre Flugzeugen wie ein seltenes Schmuckstück hüten. Und wenn das Schmuckstück nicht mehr ansehnlich ist, dann ist jeder Aufwand recht, um es wieder zum glänzen zu bringen. Recht nah am zweiten Erstflug ist die Klemm 25, die die Flugsportgruppe Böblingen gerade restauriert. Die Flügel sind bereits fertig, der Motor, ein extrem seltener Hirth HM 60R, wird gerade bei der Flugtechnik Stuttgart von Werner Helm überholt.Stefan Saile und seine Mitstreiter der Flugsportgruppe Klemm haben dieses Flugzeug von seinem eher traurigen Dasein in einem Magazin der Stadt Böblingen befreit.Es ist nun eine Dauerleihgabe an die Flugsportgruppe, mit der Bedingung, dieses einmalige Kulturgut wieder instand zu setzen und natürlich in die Luft zu bringen.

Und wer noch nicht einmal ein heruntergekommenes Schmuckstück besitzt, der baut sich eben ein neues. So wie der NiederländerMarc Cordewener, der schon manche Stunde mit Kamera und Schiebelehre im Rumpf einer Klemm 25 zugebracht hat, um fehlende Details zu ermitteln.
„Ich will sie möglichst originalgetreu nachbauen. Mir fehlen noch wichtige Masse, wie diverse Wandstärken der Beplankung und Motorverkleidung, die Länge des Gashebels und besonders die Dimensionen des Fahrwerks.“ Er kennt natürlich die Geschichten um Elly Beinhorn und den Freiherrn von Koenig-Warthausen. Sein Traum ist es, so wie sie mit einer Klemm 25 um die Welt zu fliegen. „Das hat damals funktioniert, da geht es heute erst recht.“

MS



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