10.01.2011
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Cessna L-19 Bird DogCessnas Geländewagen

Bei der US Army diente die Bird Dog einst als Verbindungs- und Artilleriebeobachtungsflugzeug. Wegen seiner außergewöhnlichen Robustheit wird der "Hühnerhund" heute als Privatflugzeug geschätzt.

Die Ähnlichkeit der L-19 mit den zivilen Cessna-Einmots der 1950er Jahre ist natürlich kein Zufall. Im Jahr 1949 suchten US Air Force und US Army nach einem neuen Verbindungs- und Artilleriebeobachtungsflugzeug. Es sollte, anders als die bis dahin eingesetzten Stinsons und Pipers, aus Metall sein. Und es musste knallharten Anforderungen genügen. Das neue Muster sollte nicht nur überdurchschnittlich robust sein, sondern es sollte mit wenig Start- und Landestrecke auskommen und vergleichsweise langsam fliegen können.
Cessna bewarb sich, wie die meisten anderen US-Leichtflugzeughersteller, um den Auftrag. Die Zeit drängte, und die kleine Entwicklungsabteilung war vollauf beschäftigt mit den Modellen 140, 170, 190 und 195. Und so nahm man kurzerhand die Flächen der 170er, das Heck der 195er, einen aufgebohrten Continental O-470-11 mit 213 PS und schneiderte einen neuen Rumpf. Eine wichtige Neuerung waren die bis auf 60 Grad ausfahrbaren Klappen. Diese waren entscheidend für die Forderung nach höchstens 600 Fuß Startstrecke.

Das Ergebnis – Modell 305 genannt – geriet schwerer als verlangt, bei Cessna war man dennoch hoch zufrieden. Denn der Ganzmetallschulterdecker übertraf die Forderungen des Militärs. Er konnte mit 1290 Fuß/Minute steigen, erreichte eine Höhe von 22900 Fuß, hielt noch bei 40 Knoten treu die Höhe und erzielte 90 Knoten Reisegeschwindigkeit bei gerade einmal 29 Prozent Motorleistung.

Im Mai 1950 bekam Cessna die Zusage für den Auftrag. Zunächst wurden 418 Stück bestellt, die vom US-Militär als L-19 bezeichnet wurden. Das „L“ steht für „Liaison“ und benannte die Kategorie des Verbindungsflugzeugs. Später, 1962, wurde die Bezeichnung in O-1 („Observation“) geändert. Der Beiname Bird Dog (Hühnerhund) spielte auf eine zentrale Rolle des Musters an: es sollte gegnerische Stellungen aufspüren und markieren. Der Name wurde nach einem Cessna-internen Ideenwettbewerb gewählt, für den mehr als 10000 Vorschläge eingereicht worden waren.

Der Koreakrieg, der im Juni 1950 ausbrach, änderte schlagartig die Situation. Das US-Militär wollte die Bird Dogs nun früher haben, und es wollte doppelt so viele. Im darauffolgenden Jahr baute Cessna mehr als 100 Bird Dogs im Monat. Bis 1963 wurden rund 3400 Exemplare in mehreren Versionen gefertigt.

Das Flugzeug bewährte sich hervorragend. Die Piloten waren voll des Lobes über seine Leistungsfähigkeit, Wartungsarmut und Beschussfestigkeit. Captain John J. Walters, kommandierender Offizier in Korea, erklärte, die L-19 sei „ihr Gewicht in Gold wert“.

Andere Nationen wurden auf den unverwüstlichen Zweisitzer aufmerksam und verwendeten ihn für die unterschiedlichsten Aufgaben. Das österreichische Bundesheer zum Beispiel erhielt 29 L-19 im Rahmen eines militärischen Hilfsprogramms.

Angesichts der massigen Bauweise sind die Flugeigenschaften der L-19 erstaunlich, dank seiner 213 PS schnurrt der Zweisitzer mit Feuereifer um die Kurven. Selbst mit voller Beladung steigt er noch mit mehr als 1500 Fuß pro Minute. Er kann es aber auch sehr langsam angehen lassen: wenn die mächtigen Bretter an den Tragflächenhinterkanten auf 60 Grad ausgefahren sind, begnügt er sich mit 48 km/h oder weniger.

Der Clou ist die Gashebeleinstellung: etwas mehr als Standgas reicht für den Reiseflug völlig. Bei 2300 U/min schafft die Cessna immerhin 170 km/h, wobei die sechs Zylinder 30 Liter Treibstoff verbrennen. Bei 2400 U/min verfeuert man 40 Liter, ist aber nur 8 km/h schneller.



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