01.01.2015
Erschienen in: 01/ 2012 aerokurier

Waldkalkung im ErzgebirgeDie Grünmacher

Im Minutentakt starten die M-18A des FSB Air Service von ihrer Behelfspiste, um den sächsischen Wald mit Tonnen von Kalk zu bewerfen. Mit einer kleinen Mannschaft funktioniert das nur, wenn jeder genau weiß, was er zu tun hat.

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Für ein Pläuschchen unter vertrauten Kollegen ist keine Zeit. Eine Verständigung ist ohnehin bestenfalls mit Handzeichen möglich, wenn der eine im Cockpit der M-18A sitzt, vor sich den im Standlauf blubbernden Neun-Zylinder-Sternmotor, und der andere im Führerhaus des fahrbaren Krans. Seine Aufgabe ist es, knapp zwei Tonnen Kalk in den Laderaum des Agrarflugzeugs rauschen zu lassen, so schnell wie es nur geht. Und er braucht dafür keinen Augenblick länger als nötig, schließlich hat er seine Handgriffe schon tausendfach getan.

Im nächsten Moment lässt Pilot Wilfried Mielke die 1000 PS der M-18A aufbrüllen und das Flugzeug rollt an. 45 Sekunden sind vergangen, seit er es an der Beladestation neben dem Kalkhügel zum Stillstand gebracht hat. Und selbst wenn der eine oder der andere vergessen hätte, etwas Wichtiges mitzuteilen: In weniger als fünf Minuten wird Wilfried Mielke wieder zur Stelle sein, wird die M-18A wieder zum Stillstand bringen, wird wieder 45 Sekunden mit laufendem Motor dort stehen, um die Befüllung mit der pulvrigen Masse abzuwarten. Am Ende des Arbeitstages wird er, genau wie Lutz Haferkorn mit der zweiten M-18A, etwa 70-mal gestartet und gelandet sein.

Proökologische Luftarbeit

„Agrarfliegerei“ hätte man den Job, den das kleine Team des FSB Air Service aus Kyritz hier im Erzgebirge verrichtet, früher genannt. Heute heißt es ganz modern „Proökologische Luftarbeit“. Sie hat den traditionsreichen Agrarflug abgelöst, der vor allem in der DDR eine große Bedeutung hatte. Die Waldkalkung, der Abwurf von Naturkalk zur Beseitigung von Umweltschäden, ist nur ein Teil des Arbeitsgebiets. Eine weitere Aufgabe ist die Renaturierung von Ödflächen, wie sie zum Beispiel der Tagebau hinterlassen hat. Dort werden speziell entwickelte Samen-Nährstoff-Kombinationen aus der Luft verstreut. Zuweilen werden die Kyritzer Spezialisten mit ihren Flugzeugen auch ins Ausland gerufen, sie waren schon zur Heuschreckenbekämpfung in Algerien und zu ökologischen Maßnahmen in Finnland.


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