18.12.2012
aerokurier

Learjet Absturz Bornholm BerichtLearjet-Absturz auf Bornholm: Bericht offenbart kaum glaubliche Fakten

Die dänische Flugunfalluntersuchungsbehörde hat ihren Abschlussbericht zu dem Learjet-Absturz im September auf Bornholm veröffentlicht. Demnach war ein Fehler bei der Bedienung des Treibstoffsystems Auslöser für den Unfall. Darüber hinaus offenbart der Bericht haarsträubende Fakten zu dem Piloten und dem Flugzeug.

Learjet Crash Bornholm

Keine Zulassung, keine Pilotenlizenz: Der Learjet-Absturz auf Bornholm brachte kaum glaubliche Fakten ans Tageslicht. © Foto: Havarikommissionen  

 

Der Unfall geschah am 15. September bei dem Anflug auf den Flughafen der dänischen Insel Bornholm (EKRN). An Bord waren zwei Personen, die bei dem Unfall schwer verletzt wurden. Der deutsch registrierte Learjet 24D war zuvor in Strausberg in Brandenburg gestartet. Die Begleitumstände dieses Unfalls warfen schnell Fragen auf nach der Zulassung des Flugzeugs, dem Versicherungsstatus und der Identität des Piloten und seiner Fluglizenz.
In ihrem Abschlussbericht halten die Ermittler der dänischen Havarikommissionen unter anderem fest, dass der Pilot nicht, wie zunächst verbreitet, ein Mexikaner ist, sondern ein wegen diverser Straftaten gesuchter Iraner. Die beiden aufgefundenen ATPL-Dokumente US-amerikanischer Herkunft hätten dieselbe Nummer, seien aber auf unterschiedliche Namen ausgestellt. Keiner dieser Namen sei identisch mit dem des Iraners. Es sei nicht möglich gewesen herauszufinden, ob der Pilot eine gültige Pilotenlizenz besessen habe. Es sei auch nicht möglich gewesen, gesicherte Informationen zu der Flugpraxis des Piloten zu beschaffen. Auf dem Flug nach Bornholm war er der einzige Flugzeugführer an Bord des Learjet 24D, für den zwei Piloten vorgeschrieben sind. Eurocontrol-Aufzeichnungen belegen, dass der Learjet 2012 häufig innerhalb Europas unterwegs war.
Für den Learjet 24D wurde zuletzt im März 2004 eine Zulassung erteilt, die ein Jahr später ausgelaufen ist.
Die entscheidende Ursache für den Absturz sehen die Unfallermittler in einer Fehlbedienung des Treibstoffsystems. Während des Fluges habe dem Piloten eine Warnleuchte einen niedrigen Treibstoffvorrat signalisiert. Vorhandener Treibstoff wurde nicht in die Flächentanks umgepumpt.
Ab Anfang des Jahres soll der 37-Jährige in Dänemark vor Gericht stehen.
Die haarsträubenden Begleitumstände des Absturzes haben hohen Wellen auch auf der politischen Ebene erzeugt. So wurden der brandenburgischen Luftfahrtbehörde Versäumnisse bei der Kontrolle der Flugplätze vorgeworfen, was das Verkehrsministerium zurückgewiesen hat.

Den vollständigen Bericht gibt es hier:

http://www.havarikommissionen.dk/~/media/Files/Havarikommissionen/Havarirapporter/Luftfart%202012/HCLJ510_2012_155.ashx



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