14.04.2012
aerokurier

Rega Jubiläum und JahresbilanzRega-Einsatzzahlen so hoch wie nie

Die Rega verbuchte im Jahr 2011 insgesamt 14240 Einsätze. Das sind so viele wie nie zuvor. Die schweizerische Luftrettungsorganisation wird getragen von den Bürgern der Schweiz und finanziert sich aus deren Beiträgen. Laut einer Umfrage rangiert die Rega in der Bekanntheit bei den Eidgenossen auf Platz eins, noch vor der weltbekannten Swatch-Uhr. <br />

Die Jahresbilanz-Pressekonferenz 2012 fand unmittelbar vor einem besonderen Ereignis statt: Am 27. April jährt sich zum 60. Mal der Geburtstag der Organisation, die damals noch schweizerische Rettungsflugwacht hieß. In der Anfangszeit wurden Fallschirmspringer eingesetzt, um Unfallopfer in den unwegsamen Bergen zu versorgen und dann ins Tal zu transportieren. Der erste Einsatzhubschrauber wurde im Jahr 1953 sechsmal in Anspruch genommen, heute fliegen die roten Rega-Helikopter im Durchschnitt 30 Einsätze pro Tag.

Die Rega ist heute eine der weltweit fortschrittlichsten Luftrettungsorganisationen, die ihre Arbeit bei Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr, mit hochmodernen Helikoptermustern und Flugzeugen ausübt. Die Rega setzt auf ihren so genannten Mittellandbasen in Dübendorf, Basel, Bern und Lausanne die EC145 von Eurocopter ein. Auf den acht Hochgebirgsbasen Untervaz, Locarno, St. Gallen, Erstfeld, Samedan, Wilderswil, Mollis und Zweisimmen fliegt die AgustaWestland Grand Da Vinci; in Genf steht der Rettungshelikopter eines Partnerunternehmens zur Verfügung. Alle Bereich der Schweiz sind binnen 15 Minuten per Helikopter erreichbar. Darüber hinaus sind die drei Ambulanzflugzeuge vom Typ Bombardier Challenger CL-604 in Zürich stationiert. Von der Zürcher Zentrale aus werden auch alle Rega-Einsätze weltweit koordiniert.

Im März 2012 waren zum ersten Mal seit Bestehen der Flotte alle drei Flugzeuge gleichzeitig bei einem Einsatz unterwegs, als es galt 14 schwerverletzte belgische Kinder nach dem tragischen Busunglück im Wallis von Sitten in ihre Heimat zurück zu fliegen. Der jüngste Einsatz der Rega-Ambulanzflotte fand am 11./12. April 2012 statt, als schwerverletzte Schweizer Bürger nach einem Busunglück in der Türkei innerhalb weniger Stunden nach Hause gebracht werden konnten.

Rega-Direktor Ernst Kohler, der selbst aus einer Bergretter-Familie stammt, wies bei der Pressekonferenz in Zürich mit Stolz auf diese Bilanzen hin, obgleich die Anlässe "eher weniger stolz" machten. 

Stolz ist Kohler aber auch auf die "Gönner" der Rega. So werden die Mitglieder genannt, die das System seit vielen Jahren finanziell unterstützen. Mittlerweile zählen 2,38 Millionen Bürger zur Gönnergemeinde der Rega, das ist fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Tendenz steigend!    

Im Jahr 2011 verbuchte die Rega gleich mehrfach Rekordzahlen: Nie zuvor gab es so viele Primäreinsätze und nie zuvor so viele Nachteinsätze. Insgesamt waren die Helikopter 10797 mal im Einsatz, die Ambulanzjets 698 mal. Jeder fünfte Helikoptereinsatz erfolgt heute bei Nach beziehungsweise nach Einbruch der Dunkelheit. Erkrankungen rangieren an erster Stelle aller Primäreinsätze, dahinter rangieren Einsätze bei Wintersport-, Verkehrs- und Arbeitsunfällen. Bergunfälle, ursprünglich einmal Anlass zur Gründung einer Luftrettung in der Schweiz, liegen heute auf dem fünften Platz in der Rettungsstatistik. Aufgrund der schneearmen Winter gingen auch die Einsätze bei Lawinenunglücken deutlich zurück. 

Ein großes Ärgernis für die Rega und ihre Gönner ist eine Entscheidung des Bundesgerichts, das 2011 bestätigte, dass die Rega Mehrwertsteuer-pflichtig ist. Abzuführen sind rund 5,5 Millionen Franken pro Jahr, Geld, das für die Rettung nicht genutzt werden kann. Die Rega nimmt keinerlei staatliche Unterstützung in Anspruch und finanziert sich, ihre Flotte und ihre 320 Mitarbeiter aus den Gönnerbeiträgen.

Mit 470 Millionen Franken Investitionsreserve ist die Rettungsorganisation allerdings auch gut aufgestellt und künftig in der Lage, den hohen Standard der Luftrettung zu gewährleisten.

In Zürich wird das Rega-Jubiläum am 27. April gefeiert, an den Rega-Basen finden im Laufe des Sommers Tage der offenen Tür statt. Zudem gibt es auch einen 68-minütigen Film mit dem Titel: "Am Puls der Rega". Er zeigt den Alltag der Luftretter mit all ihren Facetten: Freude, Leid, Emotionen, Spannung und Technik. 




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