21.03.2012
aerokurier

DHV Jahrestagung 2012 in BückeburgDHV ernennt Volker Grasberger zum Ehrenmitglied

Neuwahlen, eine Ehrenmitgliedschaft und interessante Vorträge zu Themen rund um den Drehflügler standen im Mittelpunkt der Jahresmitgliederversammlung des Deutschen Hubschrauber Verbands am 20. März 2012 im Hubschraubermuseum Bückeburg.

Obgleich Neuwahlen auf der Tagesordnung standen, war die Ernennung von Volker Grasberger zum Ehrenmitglied des DHV das Highlight der Jahresmitgliederversammlung an historischer Stätte, dem Hubschraubermuseum Bückenburg. Grasberger, der wenige Tage vor der Versammlung seinen 70. Geburtstag hatte feiern können, und nach wie vor als Helikopterpilot und Prüfer aktiv ist, stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl als erster stellvertretender Vorsitzender. Das Amt hatte er viele Jahre mit Leben erfüllt, ohne sich dabei selbst zu profilieren. Grasberger hat vielmehr anders überzeugen können: durch großes Fachwissen, intensive Kenntnis der Branche und realistische Umsetzung der Aufgaben. In seiner Laudatio würdigte Klaus Gehrmann (Heli-Flight) die Arbeit Grasbergers, der stets eine Vorreiterrolle gespielt habe und die zusätzliche Arbeit trotz seines eigenen Hubschrauberunternehmens, der Familie und vieler anderer Verpflichtungen auf sich genommen habe. Grasberger sei mit Herz und viel Engagement dabei gewesen, betonte Gehrmann, und er habe immer große Hilfsbereitschaft gezeigt. All das resultiere aus seiner großen Erfahrung, die man künftig sehr vermissen werde. Bei stehenden Ovationen erhielt Volker Grasberger die Ehrenurkunde; seine DHV-Ehrenmitgliedschaft war zuvor einstimmig von der Versammlung beschieden worden. Der Geehrte will den Helikopter künftig öfter gegen sein Wohnmobil tauschen und den Ruhestand gemeinsam mit Ehefrau Luise genießen. 

Grasbergers Nachfolger als erster stellvertretender Vorsitzender im DHV ist Klaus Gehrmann. Thomas Hein, als Vorsitzender, und Klaus Greineisen, als zweiter stellvertretender Vorsitzender/Geschäftsführer, wurden einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig verlief die Wiederwahl beziehungsweise Neuwahl des erweiterten Vorstands, der sich wie folgt zusammensetzt: Jan Dammes (Aeroheli), Ole Gehrmann (Heli-Flight), Georgios Kipros (neu/Rotorflug), Torben Koopmann (KMN Koopmann Helicopter), Lutz Steffen (DRF Luftrettung) und Frank Zabell (neu/NHC Northern Helicopter). Der Einzelmitglieder-Beirat besteht aus Hubert Gesang, Steffen Latz, Iris Schwing (neu), Renate Strecker und Guido Ziese. 

Klaus Greineisen berichtete aus dem Vorstand und konnte der Versammlung eine erhebliche Verbesserung der DHV-Finanzen vorlegen. Der DHV hatte noch im Vorjahr, resultierend aus einer Altlast, ein größeres Kassenmanko. Aufgrund von Mehreinnahmen durch die letztjährige Beitragserhöhung und sparsamere Kassenführung konnte diese erheblich entlastet werden. Der DHV strebt an, das bisherige Guthaben von rund 40000 Euro demnächst wieder auf mindestens 100000 Euro anheben zu können. 

Gute Neuigkeiten hatte Greineisen auch für den Bereich HeliAlert. Der Zusammenschluss von 19 DHV-Unternehmen kann im Bedarfsfall über eine gemeinsame Notrufzentrale beim MHW in München kurzfristig zivile Helikopter für Notfälle zur Verfügung stellen. Im Bundesland Sachsen-Anhalt hatte es ein EU-weites "Auswahlverfahren zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung zum Einsatz privater Hubschrauber bei Einsätzen nach dem Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz und dem Katastrophenschutzgesetz LSA" gegeben. HeliAlert hatte im Februar 2012 den Zuschlag für diese Rahmenvereinbarung erhalten.

Der Zuschlag aus Sachsen-Anhalt kann ein entscheidender Schritt für die bundesweite Anerkennung von HeliAlert neben der Bundeswehr und der Polizei/Bundespolizei sein. Primäres Ziel von HeliAlert ist es, Katastrophen zu verhindern und in der Katastrophe zu unterstützen.

Rechtsanwalt Stefan Hinners aus Hamburg, selbst Helikopterpilot und DHV-Mitglied, referierte über das Thema Ticketsteuer, von dem insbesondere Unternehmen betroffen sind, die Rundflüge anbieten. Nach neuesten Informationen sind jetzt Flugzeuge bis 2 t und Helikopter bis 2,5 t MTOW von der Ticketsteuer ausgenommen. Die rechtlichen Auslegungen seien hier aber, so Hinners, noch lange nicht eindeutig, auch bei den zuständigen Hauptzollämtern gäbe es unterschiedliche Auffassungen der Umsetzung. 

Zum Thema Compliance (die Einhaltung von Regeln und Richtlinien)informierte Rechstanwalt Dr. Michael J. Schmidt aus Düsseldorf. Viele Unternehmen wüssten nicht, in welche rechtlichen Fallen sie tappen könnten. So mahnte er die Luftfahrtunternehmen zur regelmäßgen Überprüfung der Führerscheine und Fluglizenzen der Mitarbeiter, denn im Schadensfall würde der Firmeninhaber mit zur Verantwortung gezogen. In Fall eines tödlichen Unfalls könne es gar zur Anklage der fahrlässigen Tötung kommen, ganz zu schweigen vom Verlust des Versicherungsschutzes. Unternehmen, die Freelance-Piloten beschäftigen, sollten auf jeden Fall daran denken, dass diese auch in anderen Unternehmen fliegen, da seitens der prüfenden Behörden der Vorwurf der Scheinselbstsändigkeit entstehen könnte. 

  

            




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