22.05.2014
aerokurier

Meilenstein im HelikopterflugBO 105 der Flying Bulls loggt achtmillionste Flugstunde

Es ist schon ein besonderes Ereignis, wenn ein Helikoptermuster die magische Zahl von acht Millionen Flugstunden erreicht. Auf der ILA präsentierten Airbus Helicopters und die Flying Bulls ihren Jubilar: die 40 Jahre alte BO 105.

BO105 mit 8 Mio Flugstunden

freuen sich über den außerordentlichen Erfolg der BO 105 (v. l. n. r.): Rainer Wilke, Pilot der Flying Bulls, Harald Reiter, CEO Flying Bulls, Wolfgang Schoder, CEO Airbus Helicopters Deutschland, und Volker Bau, Chef-Testpilot Airbus Helicopters. Foto und Copyright: Charles Abarr  

 

Die BO 105 ist der Helikopter, mit dem Mitte der 60er Jahre das moderne Helikopterfliegen seinen Anfang nahm. Das zweimorige Muster, damals noch bei MBB in Ottobrunn gebaut, konnte etwas, was andere Helikopter nicht konnten: Loopings fliegen, ohne dass sich der Pilot anschließend Gedanken über eine Notlage machen musste. Mit seinem lager- unnd gelenklosen Rotorsystem ließ der Hubschrauber Flugfiguren zu, die, aerodynamisch betrachtet, eigentlich undenkbar waren.

Rainer Wilke, ehemaliger BO-105-Pilot an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg, entwickelte aus seinen immensen fliegerischen Erfahrungen mit dem Muster, und auf der Basis seines Vorgängers Charlie Zimmermann (Celle) ein Flugprogramm, mit dem er auch immer wieder auf der ILA glänzte; seine Vorführungen waren und sind bis heute atemberaubend, und das gilt nicht nur fürs Fachpublikum. Red Bull erkannten bald, dass diese Art der Präsentation beste Werbung für Helikopter ist und verpflichtete Rainer Wilke nach dessen Pensionierung bei der Bundeswehr für die Flying Bulls.

Das österreichische Unterrnehmen hatte inzwischen drei BO 105 angeschafft und für den speziellen Kunstflug modifiziert. Gemeinsam mit dem österreichischen Flying Bulls-Piloten "Blacky" Schwarz und dem US-Amerikaner Chuck Aaron trainierte Rainer Wilke in den USA, und gab sein großes Wisen an beide Kollegen weiter. Wilke ist übrgens der einzige deutsche Helikopterpilot, der die Kunstflug-Lehrberechtigung für Helikopter besitzt. 

Auf der ILA 2014 präsentierten Airbus Helicopters und die Flying Bulls gemeinsam nun exakt die BO 105, mit der die achtmillionste Flugstunde erzielt wurde: die rot-weiß-blaue BO 105 der Flying Bulls .  "Ein Meilenstein in der Helikoptergeschichte", wie Dr. Wolgfang Schoder, Geschäftsführer von Airbus Helicopters Deutschland, sagte. "Mit der BO 105 steht heute eine Maschine im Mittelpunkt, die durch ihre vielseitige Einsatzfähigkeit, ihre Zuverlässigkeit und Robustheit weltweit beispielhaft für die Qualität des deutschen Hubschrauberbaus steht". 

Rainer Wilke lobt "seinen" Helikopter auf besondere Art: "Ich finde es bis heute faszinierend, dass der Pilot in der BO 105 seine Grenzen deutlich eher erreicht, als die Maschine selbst. Sie ist noch immer der weltweit einzige Hubschrauber, der die gleichen spektakulären Kunstflugmanöver ausführen kann, wie konventionelle Flugzeuge. Ich freue mich schon sehr darauf, die Flugleistungen des Hubschraubers dem Publikum auf der ILA vorzustellen."

Zwischen 1970 und 2009 wurden mehr als 1400 BO 105 weltweit ausgeliefert. Neben Deutschland wurde die BO 105 auch in Lizenz auif den Philippinen, in Indonesien, Spanien und Kanada gebaut. Rund 700 BO 105 sind bis heute weltweit noch im Einsatz, unter anderem in der Luftrettung, als Polizeihubschrauber, als Transporthubschrauber, im Öl- und Gasgeschäft sowie für Geschäftsflüge. Einer der größten Betreiber ist die Bundeswehr, die das Muster auch als Panzerabwehrhubschrauber PAH 1 in ihre Flotte integriert hatte. Die dienstälteste BO 105 absolvierte 21.000 Flugstunden und ist seit 1974 auf den Falkland-Inseln im Einsatz.



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