14.06.2013
aerokurier

Jubiläum der DRF Luftrettung40 Jahre DRF Luftrettung

Mit einem Festakt und der Ehrung von Siegfried und Ute Steiger, den Gründern der DRF (Björn-Steiger-Stiftung) beging die DRF Luftrettung am Flugplatz Karlsruhe/Baden-Baden am 13. Juni ihr 40-jähriges Bestehen. Ganz nebenbei wurde auch noch die Inbetriebnahme des mit 9 Millionen Euro Baukosten erweiterte DRF Operation Center gefeiert.

Nach anfänglich großer politischer Gegenwehr und vor allem finanziellen Hürden, haben Siegfried und Ute Steiger nach dem Unfalltod ihres Sohnes Anfang der 70er Jahre nicht nur maßgeblich beigetragen, dass landesweit Notrufsäulen errichtet wurden, sie haben auch vehement für die Etablierung von Rettungshubschraubern in Baden-Württemberg gekämpft. Dieses letztlich außerordentlich erfolgreiche Engagement hob auch Helmut Nanz, der heutige Präsident der DRF Luftrettung, in seiner Festrede vor rund 600 Gästen hervor.

Heute betreibt die DRF Luftrettung 31 Luftrettungsstationen in Deutschland, Österreich (2) und Dänemark (1). Mehr als 700000 Einsätze wurden seit dem ersten Rettungsflug im Jahr 1973 registriert, auf rund 39000 Einsätze kommen die rot-weißen DRF-Helikopter heute im Jahresdurchschnitt. 80 Techniker, 160 Piloten, 300 Rettungsassistenten und 700 Notärzte sorgen täglich (an acht Stationen auch rund um die Uhr) für die schnelle Hilfe aus der Luft bei Unfällen und schweren Erkrankungen, aber auch bei der Repatriierung von Unfallopfern oder Erkrankten, die mit den Ambulanzflugzeugen aus anderen Ländern geholt werden. Die derzeitige DRF-Flotte besteht aus 51 Helikoptern (23 BK 117, 17 EC135, 7 EC145, 4 Bell 412). Dazu kommen drei Flugzeuge (2 Learjet 35A, 1 Learjet 45), die die DRF in enger Partnerschaft mit der luxemburgischen Luftrettung (LAR) betreibt.

Die älteren Bell 412 werden künftig von fünf neuen EC145 T2 abgelöst. Die EC145 T2 (mit Fenestron) ist das Nachfolgemuster der BK117; sie verfügt über eine hohe Zuladekapazität und ist mit modernster Avionik ausgerüstet. Noch in diesem Sommer wird ein Learjet 45 einen der beiden Lear 35A ablösen und den Flugbetrieb aufnehmen. Allein das Finanzvolumen der Investitionen in Helikopter und Flugzeuge wird bis Ende 2013 rund 22 Millionen Euro betragen.

Basierend auf dem Grundgedanken der Björn-Steiger-Stiftung aus den 70er Jahren finanziert sich die DRF Luftrettung bis heute auch aus Fördermitgliedschaften; derzeit sind es bundesweit mehr als 350000 Fördermitglieder, Tendenz immer noch steigend. 12 bis 13 Millionen Euro aus diesem Budget kommen jährlich der Luftrettung zugute.

Auch die Zukunft der Luftrettung will die DRF mitgestalten. In einem erheblich schwieriger werdenden Umfeld mit Kostensteigerungen um 62 Prozent (von 2002 bis 2012), bei vergleichsweise geringerem Anstieg der Erstattungen der Kostenträger (35 Prozent), möchte die DRF Luftrettung neue Geschäftsfelder zur Generierung zusätzlicher Mittel erschließen. Dazu zählt der Einstieg in die Offshore-Rettung (neuer Standort Husum). Eine EC145 wird derzeit in der neuen großen Werfthalle in Karlsruhe/Baden-Baden auf ihre Einsätze über See umgerüstet. Um auch die Jets auszulasten, werden diese im Auftrag der DFS-Tochter FCS (Flight Calibration Service) für Vermessungsflüge eingesetzt. Zudem soll das Angebot technischer Dienstleistungen (Wartung/Umrüstungen) auch für externe Kunden ausgebaut werden.

Ein großer Schritt in die Luftrettung der Zukunft beutet auch die künftig effizientere Verfügbarkeit der Flotte. Die DRF war als Vorreiter des Fliegens mit der Nachtsichtbrille (NVG) das erste Luftrettungsunternehmen in Deutschland, das ihre Piloten auf den Rettungseinsatz in der Nacht schulte. Inzwischen sind die DRF-Rettungshubschrauber an den Standorten Berlin, Bad Berka, Halle, Hannover, München, Nürnberg, Regensburg und Rendsburg rund um die Uhr abrufbar.

Von der politischen Entscheidung in Baden-Württemberg hängt ab, ob und wo der nächste 24-Stunden-Einsatzhubschrauber der DRF fliegen wird. Beim Festakt in Karlsruhe/Baden-Baden bestätigte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall, zuständig für das gesamte Rettungswesen in dem Bundesland, und zudem Schirmherr des DRF-Geburtstags, dass der politische Wille da sei, und dass es noch in diesem Jahr eine definitive Entscheidung zum Standort gebe. Favorisiert sind derzeit die Standorte Villingen-Schwenningen und Leonberg.



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