22.10.2012
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Hawker Beechcraft in Zukunft ohne JetsHawker Beechcraft: In Zukunft nur noch Propellerflugzeuge

Nachdem die Verkaufsverhandlungen mit den Chinesen gescheitert sind, will sich Hawker Beechcraft mit eigenen Mitteln aus der Insolvenz befreien. Ein Teil des Überlebensplans ist die Aufgabe der Jet-Produktion.

Bei Hawker Beechcraft reifen Pläne heran, das Jet-Programm entweder zu verkaufen oder einzustellen und sich auf die Propellerflugzeuge zu konzentrieren. Den Namensbestandteil „Hawker“ würde das Unternehmen aufgeben und sich in Beechcraft Corporation umbenennen.
Der unter Insolvenzrecht stehende US-Hersteller hat mehrere Monate mit der chinesischen Firma Superior Air aus Peking über einen Verkauf verhandelt. Im Raum stand ein Verkaufspreis von 1,79 Milliarden Dollar. Der Unternehmensteil, der sich mit Militärtechnik befasst, wäre von dem Verkauf ausgenommen gewesen. Die Chinesen haben, um den laufenden Betrieb zu sichern, 50 Millionen Dollar an Hawker Beechcraft überwiesen.
Die Unternehmensleitung von Hawker Beechcraft hat nun die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Dessen ungeachtet hat sie die 50 Millionen als „nicht rückzahlbare Anzahlung“ einverleibt. Man wolle stattdessen ein Geschäftsmodell verfolgen, in dessen Mittelpunkt die Turboprop- und Kolbenmotormodelle sowie die Special-Mission-Flugzeuge und die Militärtrainer stehen. Diese seien die profitabelsten Produkte und hätten das größte Wachstumspotenzial. Die Aktivitäten im Bereich Teilefertigung, Wartung und Reparatur sollen beibehalten werden. Für das Jet-Programm will sich das Unternehmen „strategische Alternativen“ überlegen. Das könnte ein Verkauf sein, sofern sich ein Käufer findet, oder die Einstellung.

Hawker Beechcraft befindet sich seit geraumer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten und hat angesichts einer erdrückenden Schuldenlast von 2,5 Millarden Dollar Anfang Mai Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Das Verfahren soll dazu dienen, die Verbindlichkeiten in Anteile an Hawker Beechcraft umzuwandeln. Trotzdem wurde ein Bieterverfahren eröffnet, aus dem die chinesische Firma als anscheinend aussichtsreicher Kandidat hervorging.
Branchenkenner sahen den möglichen Verkauf an die vergleichsweise kleine chinesische Firma von vornherein skeptisch, zumal der genannte Kaufpreis für ein Unternehmen in der Insolvenz hoch erschien. Eine Rolle bei dem Scheitern der Verhandlungen dürfte auch der Unwille der US-Regierung gespielt haben, zukunftsträchtige Technologie in chinesische Hände zu geben.
Hawker Beechcraft wird in Kürze einen detailierten Plan vorlegen, wie das Unternehmen aus der Insolvenz geführt werden soll. Die wichtigsten Gläubiger sollen dem Plan in seinen Grundzügen bereits zugestimmt haben. Ihre Forderungen würden in Anteile an dem Unternehmen umgewandelt werden. Der Schritt aus der Insolvenz soll im ersten Quartal 2013 erfolgen.

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