30.03.2016
Erschienen in: 04/ 2016 aerokurier

General Aviation mit EinbrüchenGAMA-Report 2015

Das vergangene Jahr lief für die Hersteller in der Allgemeinen Luftfahrt durchwachsen: Sie mussten teilweise deutliche Rückgänge verkraften.

ae 04-2016 GAMA-Report

Auch Bombardier verzeichnete 2015 einen Absatzrückgang. Foto und Copyright: Bombardier  

 

Die General Aviation Manufacturers Organisation, kurz GAMA, hat ihren Jahresbericht für 2015 vorgelegt. Die hier aufgelisteten Auslieferungen und Umsätze lassen auf die Gesamtentwicklung der GA schließen.

Insgesamt haben die Hersteller von Januar bis Dezember weltweit 2331 Flugzeuge an ihre Kunden übergeben. Das sind fünf Prozent weniger als 2014. Damals zählte die GAMA 2367 Auflieferungen. Die Statistik bezieht sich auf Flugzeuge, die im nicht-kommerziellen Verkehr genutzt werden – von der Cessna 172 bis hin zur VIP-Ausführung der Boeing 777, von der im vergangenen Jahr nur eine einzige ausgeliefert wurde. Die Umsätze verhalten sich analog zu den Verkaufszahlen: Mit 20,9 Milliarden US-Dollar musste die Branche einen Rückgang um glatte vier Prozent hinnehmen.
 
Für GAMA-Präsident Pete Bunce reflektieren die durchwachsenen Zahlen die momentane Lage der Weltwirtschaft. Er zählt die stark einbrechenden Erträge im Energiesektor und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit auf. Diese lösten starke Währungsschwankungen aus in den Schlüsselmärkten der General Aviation wie beispielsweise Brasilien, Europa, Russland und China.

Bei den Turboprops fielen die Rückgänge am stärksten aus: 557 nach 603 ausgelieferten Einheiten im Jahr 2014 bedeuten einen Rückgang von fast acht Prozent. Bei den kolbengetriebenen Flugzeugen mit 1056 ausgelieferten Einheiten war das Minus mit sechseinhalb Prozent nicht ganz so stark, dafür umso schmerzhafter, denn hier verzeichnete die GAMA vor einem Jahr noch einen Zuwachs von fast zehn Prozent. Im Gegensatz dazu konnten die Business Jets 2015 ihr Niveau halten. Vier Flugzeuge weniger bedeuten 718 Übergaben. Erfolgreichster Hersteller bezogen auf die Stückzahlen war Cessna mit 539 ausgelieferten Flugzeugen.  

Am härtesten traf die wirtschaftliche Flaute die Hersteller von Helikoptern: Sie mussten einen Rückgang von 4,4 Prozent auf 954 Auslieferungen verkraften, dadurch brach der Gesamtumsatz deutlich ein: 3,8 Milliarden Dollar im vergleich zu 4,9 Milliarden im Jahr 2014: Das bedeutet ein Minus von 22 Prozent. Der Umsatzschwund könnte damit zu erklären sein, dass viele Kunden zu kleineren Modellen greifen. Denn während der in Bezug auf die Absatzmenge kleine Markt der kolbengetriebenen Helikopter (279 Exemplare) mit einem Plus von 8,6 Prozent abschloss, brach der Verkauf der größeren und damit teureren Turbinenhelikopter um nahezu neun Prozent ein. Von diesen gingen anstelle von 741 nur noch 675 in Kundenbesitz über.

GAMA

Die Vereinigung der Hersteller der Allgemeinen Luftfahrt, GAMA, wurde 1970 gegründet und hat ihren Sitz in Washington, D.C. Ihr gehören 90 Firmen aus der ganzen Welt an, darunter Hersteller von Flugzeugen, Helikoptern, Triebwerken und Avionik. Sie vertritt deren Interessen und veröffentlicht vierteljährlich die wirtschaftlichen Zahlen der Branche.

aerokurier Ausgabe 04/2016

Mehr zum Thema:
Maximilian Kühnl


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