30.07.2010
aerokurier

Tannkosh Countdown 3007Gäste bei Tannkosh: Podwa

In unserer Tannkosh-Voschau stellen wir heute einen seltenen Gast vor: Ein engagiertes Team aus Österreich kommt mit seiner Podwa zum Treffen nach Tannheim.

Die Haltergemeinschaft stellt ihr Flugzeug vor und berichtet über seine Historie:

Dwa heißt zwei auf russisch, daher die Bezeichnung Podwa für PO-2. Sie geht auf eine Konstruktion von Igor Polikarpow aus dem Jahre 1929 zurück, als man in der Sowjetunion ein Flugzeug zur Grundschulung brauchte und wurde dort, aber auch in vielen "Bruderstaaten" in Lizenz und somit in riesigen Stückzahlen gebaut. So entstanden auch in Polen, China, etc. bis in die 50er Jahre insgesamt geschätze 40.000 dieser Doppeldecker, frei nach Lenin's Devise "die Masse macht's".

Weltweit sind noch etwa fünf Exemplare flugfähig erhalten. In weiterer Folge wurde die PO-2 sehr vielfältig eingesetzt, im Zweiten Weltkrieg und auch noch im Koreakrieg etwa, als leichter Bomber oder als Verbindungsflugzeug. Die bekanntesten Einsätze waren wohl jene der "Nachthexen", ein ganzes Regiment (Nr. 558), bestehend ausschließlich aus weiblichen Piloten, die mit ihren Nachtangriffen sehr erfolgreich den deutschen Nachschub störten.

Den deutschen Piloten sollen 2.000 Reichsmark als Abschußprämie für jede PO-2 geboten worden sein, genannt die "fliegende Nähmaschine". Das war doppelt so viel, wie für jedes andere sowjetische Flugzeug!

Unsere CSS-13 stammt aus einer polnischen Lizenzproduktion in Kreszno, aus dem Jahre 1951 und ist somit eine der zuletzt produzierten Maschinen. Sie wurde dort von Ake Andersson, einem schwedischen Enthusiasten, gebraucht gekauft und 1991 vor Ort völlig neu, aber komplett mit Originalteilen aufgebaut und dann nach Schweden überführt. Aus Altersgründen suchte er 2009 einen Käufer, dem er sein Lebenswerk anvertrauen konnte und so kauften wir, eine Haltergemeinschaft bestehend aus sieben Enthusiasten, unsere Podwa im Mai 2009 und brachten sie per Überführungsflug über die Ostsee und Deutschland nach Wiener Neustadt West.

Das ging wie bei den Ballonfahrern vonstatten, nämlich mit Begleitmannschaft im Auto. An ihrem neuen Heimatstandort wurde sie von unserem Hannes Hedvicak technisch und optisch auf Hochglanz gebracht und unter Mitwirkung von Ing. Andreas Winkler und Mark Wrathall von der Technikabteilung der Austro Control mit einem eingeschränkten, österreichischen Lufttüchtigkeitszeugnis versehen und mit dem Kennzeichen OE-CPO österreichisch zugelassen. Die Zulassung für Nachtflug streben wir an.

Die Podwa hat weder Klappen noch Radbremsen, dafür aber ein Seitenleitwerk so groß wie ein Scheunentor. Start und Landung erfolgen grundsätzlich mit dem Wind auf der Schnauze und auf Gras, denn der Sporn bremst und lenkt nicht auf Beton.

Der Fünfzylinder-Sternmotor ist ein Shvetsov M-11D mit 125 PS, die Spannweite beträgt 11,40 m, die Höhe ca. 3,5 m, das Leergewicht 770 kg, das MTOW 1.050 kg (früher 1.350 kg bewaffnet, incl. sechs Bomben à 50 kg), die Dienstgipfelhöhe 4.000 m und die maximale Geschwindigkeit zweisitzig 150 km/h, bzw. einsitzig 170 km/h.

 



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