07.02.2014
aerokurier

Erfolg für die PilotenHangelar schafft den Korridor ab

Die Überwachung am Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar is zu Ende: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat jetzt den „Schwankungskorridor“ abgeschafft. Das Laserfernglas zur Vermessung der Platzrunde ist an den Hersteller zurückgegangen.

Bonn/Hangelar Turm Winter Schnee

Ab sofort kehrt in Hangelar wieder Normalität sein. Foto und Copyright: Martin Schulz  

 

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Platzrundenführung am Verkehrslandeplatz Bonn-Hangelar

Vor drei Jahren nahm das Unheil am Flugplatz Bonn/Hangelar seinen Lauf. Anfang 2011 verordnete die Bezirksregierung Düsseldorf auf Druck der Lärmgegner einen „Schwankungskorridor“. 150 Meter Abweichung von der Platzrunde nach links und rechts von der offiziellen Platzrundenführung waren nach Auffassung der Behörde zulässig, mehr nicht. Ab Frühjahr 2012 wurde dann kontrolliert, ob die Piloten die Platzrunde auch wirklich einhalten. 20.000 Euro kostete das aus Mitteln der Flugplatzgesellschaft finanzierte Laserfernglas mit GPS-Auswertungssystem. Dazu kamen erhebliche Personalkosten für die Überwachung – ebenfalls bezahlt vom Geld der Piloten.

Die Folgen waren drastisch: Die Zahl der Flugbewegungen in Hangelar ist eingebrochen, der Platz ist bundesweit in Verruf geraten und gegen zwei Piloten wurden Ordnungswidrigkeits- beziehungsweise Bußgeldverfahren eingeleitet, deren Ausgang noch offen ist.

Zwischenzeitlich hat sich das Blatt zu Gunsten der Piloten gewendet. Mit dem Einsatz des Laserfernglases hatte sich herausgestellt, dass die Messungen ungenau waren, nachdem das Gerät nicht mit den Daten des GPS-Geräts kompatibel war. Ende 2013 einigte sich die Flugplatzgesellschaft mit dem Schweizer Hersteller auf eine Rückgabe.

Nun ist auch der „Schwankungskorridor“ hinfällig. Ein entsprechendes Schreiben hat die Bezirksregierung Düsseldorf am 17. Januar auf Druck des Verkehrsministeriums NRW nach Bonn/Hangelar geschickt. Ab sofort gelten in Bonn/Hangelar die gleichen Regeln gemäß LuftVO wie an jedem anderen Flugplatz auch: Sicherheit und Ordnung sind zu gewährleisten, Lärm ist zu vermeiden und Abweichungen von der Platzrunde sind erlaubt, wenn sie aus flugbetrieblichen Gründen erforderlich sind.

Grundlage für das Einlenken der Bezirksregierung war ein im Auftrag des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums erstelltes Gutachten der Fachhochschule Aachen, das es hier zum Download gibt. Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die geforderten Tolanzen in der Platzrunde für die Piloten fliegerisch sehr anspruchsvoll und somit sicherheitsgefährdend sind. Es zeigt zudem, dass das Laserfernglas für die vorgesehene Überwachung nicht geeignet war.


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