14.10.2010
aerokurier

EASA N-RegistrierungEASA will keine ausländischen Lizenzen mehr akzeptieren

Heute findet in Brüssel eine Anhörung der EU-Kommission statt, bei der über den Vorschlag der EASA, Flugzeuge und Piloten aus Drittstaaten nicht mehr zu akzeptieren, verhandelt wird.

Der internationale Verband von Piloten und Flugzeugbesitzern, IAOPA, kämpft gegen Vorschläge der EASA, Flugzeuge und Piloten aus Drittstaaten nicht mehr in den EASA-Staaten zu akzeptieren. Die AOPA Germany als IAOPA-Mitglied schreibt dazu: "Versuche der EASA, die überwiegend N-registrierten Luftfahrzeuge aus Drittstaaten aus Europa zu verbannen, haben die Luftfahrtwelt geschockt. Als die EASA ihre Pläne zur Lizenzierung von Flugbesatzungen (FCL) offenlegte, wurde es klar, dass sie es für europäische Staatsbürger unmöglich machen würden, in Europa weiterhin etwa mit einer amerikanischen Lizenz zu fliegen. Die weit verbreitete FAA-Instrumentenflugberechtigung würde ebenso wertlos, und dem Markt für N-registrierte Luftfahrzeuge würde der Boden unter den Füßen weggerissen. Werden diese Pläne für das EASA-Lizenzwesen von der EU-Kommisison akzeptiert, müssen tausende von Piloten ihre Ausbildung in Europa komplett wiederholen, wahrscheinlicher ist aber bei vielen Betroffenen eine vollständige Aufgabe der Fliegerei.

Der Sicherheitsgewinn, und der sollte ja das Hauptziel der EASA als europäischer Luftsicherheitsagentur sein, wäre jedoch gleich Null.Laut EASA sei der Beweggrund für das Angreifen der N-Registrierung Sicherheit, aber das ist nur ein Tarnmanöver für politischen Chauvinismus. Die Luftfahrt ist ein Schlachtfeld des Handelskrieges zwischen Europa und Amerika, Piloten und Eigentümer sind leider zwischen die Fronten geraten. Es gab noch nie einen Beweis oder irgendeinen glaubwürdigen Anspruch dafür, dass die N-Registrierung unsicher ist. Mit dieser Bewegung geht die EASA weit über ihren Sicherheitsauftrag hinaus und begibt sich vollständig in das Reich des politischen Protektionismus. Nach jahrelangen Diskussionen über EASA-FCL wurden die Details bekannt, gerade zwei Wochen bevor die Europäische Kommission die letzte Entscheidung bezüglich den Vorschlägen der EASA treffen sollte. Die IAOPA hat bei der Kommission darauf gedrängt, das weitere Verfahren erst einmal auszusetzen um die Auswirkungen richtig abzuwägen. Dass sich die EASA-Führung wünscht, dass alle Piloten in Europa mit europäischen Lizenzen fliegen, ist klar. Leider setzt sie sich aber nur ungenügend mit den Gründen auseinander, warum dies nicht der Fall ist. EASA-Generaldirektor Patrick Goudou versprach noch in 2005: „Wir werden mit unseren neuen Vorschriften sicherstellen, dass die N-Registrierung keine besonderen Vorteile mehr bietet." Er hat seine Seite der Übereinkunft nicht eingehalten. Nur wenige der zwingenden Gründe, die europäische Piloten in die Arme der FAA treiben, sind behandelt worden und die Punkte, die betrachtet worden sind, wurden auf unzusammenhängende und unbefriedigende Art behandelt.

Um in Europa zu fliegen, würde man unabhängig von der Registrierung des Flugzeugs, eine EASA-Lizenz und gegebenenfalls eine EASA-Instrumentenberechtigung benötigen. Die nationalen Behörden würden eine kurzfristige Lizenzanerkennung zur Überbrückung anbieten, gültig für ein Jahr. Diese müsste der Pilot bei der Luftfahrtbehörde des Landes, in dem er lebt, beantragen. Für die Anerkennung würde es eine Prüfung geben, und eine wiederholte Anerkennung wäre nicht möglich. Eine Verlängerung für ein weiteres Jahr würde gewährt, wenn der Pilot nachweisen kann, dass er eine Ausbildung begonnen hat, um die Lizenz umzuschreiben. Die Mindestvoraussetzungen um einen PPL aus einem Drittland umzuschreiben, sind eine Prüfung in Luftrecht und menschlichem Leistungsvermögen, eine PPL-Flugprüfung und ein Tauglichkeitszeugnis Klasse 2. Auch wäre es notwendig, englische Sprachkenntnisse nachzuweisen und mindestens 100 Flugstunden zu haben. Dann erhält man einen PPL mit der Klassenberechtigung für einmotorige Flugzeuge. Höhere Qualifikationen würden abhängig von zusätzlichem Training, gewährt. Wer eine FAA-Instrumentenflugberechtigung hat, müsste für sieben theoretische Fächer lernen und die Prüfungen ablegen, was zur Zeit die größte Hürde für die Instrumentenflugberechtigung für Privatpiloten darstellt. Die EASA will für Privatpiloten die theoretische Prüfung verschlanken, aber es gibt noch keine verbindlichen Änderungen."

Die IAOPA kämpft vehement gegen die EASA-Pläne.

 




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