27.06.2013
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EADS arbeitet an E-Fan Elektroflug-TrainerEADS arbeitet an elektrischem Trainingsflugzeug E-Fan

Dass die EADS an einem Elektroflugzeug arbeitet, wusste man seit zwei Jahren, als der Konzern eine Elektro-CriCri vorgestellt hatte. Auf der diesjährigen Paris Air Show stellte der Aerospace-Konzern ein radikales Konzept für einen zweisitzigen Trainer mit Elektroantrieb vor.

EADS E-Fan Paris Air Show 2013 Foto Volker K Thomalla

Auf der Paris Air Show in Le Bourget stellte die EADS das Projekt E-Fan erstmalig der Öffentlichkeit vor. Foto und Copyright: © Volker K. Thomalla  

 

"Die Einführung des Elektroflugzeugs E-Fan ist für die Luftfahrtforschung von EADS ein weiterer strategischer Schritt nach vorn. Wir erforschen Spitzentechnologien, die unseren zivilen und militärischen Produkten in Zukunft Vorteile verschaffen“, sagte Jean Botti, Chief Technical Officer (CTO) von EADS anlässlich der Vorstellung des neuen Flugzeugkonzepts bei der Paris Air Show in der vergangenen Woche. 

Der zweisitzige E-Fan ist innerhalb von acht Monaten von namhaften Firmen innerhalb und außerhalb des EADS-Konzern entwickelt worden. Das Flugzeug besitzt zwei ummantelte Propeller, die von zwei Elektromotoren angetrieben werden. Der Standschub der Triebwerke beträgt insgesamt 1,5 kN, die Leistung dafür wird von den zwei in den Flügeln untergebrachten Akkupacks bereitgestellt.

EADS Innovation Works entwickelt das elektrische Antriebssystem zusammen mit Partnern wie der Firma ACS, die die vollständig aus Faserverbundwerkstoffen bestehende Struktur sowie die mechanischen Systeme herstellt und die Aerodynamikstudien erstellt hat. Die französischen Innovationsinstitute CRITT Matériaux Poitou-Charentes (CRITT MPC) und ISAE-ENSMA sowie das Unternehmen C3 Technologies waren für die Konstruktion und Produktion der Flügel verantwortlich. Elektrotechnikexperten von Astrium und Eurocopter steuerten ihr Fachwissen bei der Prüfung der Akkupacks bei, während Airbus das Außendesign entworfen hat. Das E-Fan-Projekt wird von der französischen Zivilluftfahrtbehörde (DGAC), dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (FEDER), der französischen Regierung, der Region Aquitanien und dem Departement Charente-Maritime gefördert.

Der E-Fan ist 6,7 Meter lang und hat eine Spannweite von 9,5 Metern. Er ist das erste Elektroflugzeug, das zur Senkung der Lärmentwicklung und Erhöhung der Sicherheit mit Mantelpropellern ausgerüstet ist. Eine weitere Innovation ist das Hauptfahrwerk. Es ermöglicht elektrisch angetriebenes Rollen am Boden ohne den Einsatz der Haupttriebwerke und übernimmt außerdem die Startbeschleunigung bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h. Zur einfachen Bedienung der elektrisch betriebenen Motoren und Systemen ist der E-Fan mit dem Energiemanagementsystem E-FADEC ausgestattet.

Das mit dem passenden Kennzeichen F-WATT versehene Flugzeug soll noch vor Ende dieses Jahres zum Erstflug starten. Als typische Flugdauer haben die Ingenieure eine Stunde ausgerechnet.

Die Technologien des Flugzeugs haben nach Ansicht der EADS durchaus das Potenzial, einmal in Serienflugzeuge Eingang zu bekommen. „Wir halten den E-Fan-Demonstrator für eine ideale Plattform, die sich nach Herstellung der Einsatzreife und Zertifizierung als Flugzeug für die Pilotenschulung vermarkten ließe“, sagt Botti.



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