13.05.2016
aerokurier

Museum zieht umFlugzeuge fahren durch München

Flugzeuge des Deutschen Museums fahren durch München – und auch die Tante Ju verlässt die Museumsinsel vorübergehend.

Hansa-Jet_Tieflader_klein

Der Hansa-Jet wird auf den Tieflader gehoben für den Transport nach Schleißheim. Foto und Copyright: Deutsches Museum  

 

Bei der Modernisierung des Deutschen Museums kommen große Dinge in Bewegung: Flugzeuge gehen auf Reisen – und rollen nachts über Münchens Straßen. Teile des Museums werden gerade geräumt, damit die Sanierung des Gebäudes beginnen kann. Vier Großexponate wurden bereits abtransportiert: ein Starfighter F-104G, ein Senkrechtstarter VJ-101, ein Hansa-Jet und ein Sikorsky-Hubschrauber S-58. Und auch die legendäre Ju 52 „Tante Ju“ wird das Museum bald vorübergehend verlassen. 

Starfighter, Hansa-Jet, und Senkrechtstarter sind jetzt in der Flugwerft Schleißheim, der Dependance des Deutschen Museums, zu sehen. Der Transport war eine logistische Herausforderung. Die Flugzeuge mussten zunächst aus dem Gebäude herausgehoben, um das Museum herumgerollt und schließlich auf einen Tieflader gehoben werden. Sehr vorsichtig - schließlich handelt es sich ja um kostbare Exponate. Der Starfighter konnte teilweise zerlegt werden – wiegt aber auch in abgespeckter Form noch gut sechs Tonnen und ist zwölf Meter lang. Auch Hansa-Jet und Sikorsky-Hubschrauber wurden teilweise zerlegt. 

Komplizierter war der Transport des Senkrechtstarters – er wäre nur mit sehr großem Aufwand zu demontieren gewesen. Also wurde er am Stück aus dem Gebäude gehoben – er ist gut 15 Meter lang und fast sieben Meter Meter breit, das Tor im Gebäude misst aber nur 5,80 Meter Breite. Auch der Transport selbst war eine spektakuläre Aktion: Wann sieht man schon mal ein großes Flugzeug mit Polizeibegleitung durch die Straßen einer Millionenstadt fahren? 

Der größte Transport kommt allerdings erst noch: Auch die Tante Ju wird im Juni aus dem Ausstellungsgebäude gebracht. Ursprünglich war das Museum davon ausgegangen, die Tante Ju sei zu groß für einen Transport. Jetzt haben es die Flugzeug-Experten des Deutschen Museums doch geschafft. „Flügel und Leitwerk ließen sich überraschend einfach vom Rumpf trennen, das Flugzeug ist nämlich konservatorisch in ausgezeichnetem Zustand“, sagt Reinhard Mücke, Leiter der Flugzeugwerkstatt des Deutschen Museums. Heißt: Das Flugzeug konnte so weit zerlegt werden, dass es auf einen Tieflader passt. Wobei die Flügel extra transportiert werden. „Es wird ein richtiger Konvoi mit vier Lkw werden, wenn die Tante Ju auf Reisen geht“, sagt Mücke. Ein Tieflader wird für den Rumpf benötigt – und einer für jeden Flügel. 

Senkrechtstarter, Starfighter und Hansa-Jet sind jetzt in der Flugwerft Schleißheim zu sehen. Der Sikorsky-Hubschrauber dagegen landet vorübergehend im Depot – ebenso wie die Tante Ju. Denn für die Ju 52 ist selbst das Museum in Schleißheim nicht groß genug. Sie wird – ebenso wie die anderen Flugzeuge – ab 2019 wieder auf der Museumsinsel ausgestellt. Dann, wenn die komplett neue Luftfahrt-Ausstellung des Deutschen Museums in einem vollständig modernisierten Haus eröffnet wird. Bis dahin bleibt für Luftfahrt-Freunde auf der Museumsinsel die historische Luftfahrt geöffnet – samt Lilienthal-Gleiter und Wright-Flugzeug.

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Gerhard Marzinzik


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