10.02.2012
aerokurier

Cessna Citation Ten KabinengestaltungDer Mach 0.92 schnelle Techno-Club

Die Citation X hatte stets eine Sonderstellung im Cessna-Programm. Auch das Nachfolgemodell Citation Ten ist wieder kein Produkt für den Massenmarkt. Das Kabinenkonzept unterstreicht den Ausnahmecharakter des extraschnellen Business Jets.

Beeindruckende Stückzahlen kann das Flaggschiff der Citation-Familie, das Modell 750, nicht vorweisen. Gut 300 Flugzeuge sind in 15 Jahren gebaut worden. Die Citation X – das erste Flugzeug wurde im Sommer 1996 ausgeliefert – war stets in erster Linie Technologieträger und Aushängeschild für Cessna und niemals Brot-und-Butter-Flugzeug wie die anderen Citations.
Es gab und gibt Business Jets mit größerer Kabine, die 1,73 m Höhe und 1,68 m Breite der Citation repräsentieren das untere Ende in der „Super Midsize“-Kategorie. Aber es gibt kein Flugzeug unterhalb von 45 Millionen Dollar, das im Reiseflug 525 KTAS erreicht.
Das Spitzenmodell der Citation-Reihe zielt auf einen Kundenkreis, dem Geschwindigkeit wichtiger ist als das Raumangebot. Die neue Version des Cessna-Renners, die Citation Ten, legt hier noch etwas zu: sie steigt schneller als das Vorgängermodell, fliegt schneller, höher und weiter. Zwar ist die Ten etwas länger und 230 kg schwerer, aber sie verfügt über vier Prozent mehr Startschub und Winglets. Die Zelle und die Tragflächen sind, abgesehen von der Verlängerung um knapp 40 cm und den Winglets, im Wesentlichen unverändert. Entscheidende Neuerungen sind neben den AE3007C2-Triebwerken von Rolls Royce und dem elektrischen System die G5000-Avionik von Garmin und das Kabinenkonzept.
Mit der Kabinengestaltung vollzieht Cessna eine völlige Abkehr von den zuweilen plüschigen und schweren Formen und Farben traditioneller Business-Jet-Möblierungen. Die Citation-Ten-Kabine, so wie sie Cessna derzeit als Konzept zeigt, ist das Gegenteil von traditionell, mit ihren blauen Lichtakzenten und Schwarz-weiß-Kontrasten erinnert sie eher an eine New Yorker Techno-Club. Keine Spur mehr von sanften Rundungen, hochglanzpoliertem Furnierholz, Damaststoff und unechtem Marmor. Stattdessen beherrschen Oberflächen aus Metall und Kunststoff und spitze Winkel das Gesamtbild. Die Farbigkeit ist stark zurückgenommen, stattdessen gibt es viel Schwarz und Weiß. Die Möbel etwa sind nach wie vor aus Holz, aber in mattem Schwarz gehalten. Metallene Accessoires sind aus gebürstetem Edelstahl gefertigt. Das Deckenlicht wird auf diffuse Weise im Raum verteilt, mehr Raumschiff als Wohnzimmer.
Dazu passen die kleinen Touchscreen-Bildschirme, die jeder Passagier an seinem Platz hat. Mit diesen, sie wirken wie verkleinerte iPads, steuert er sowohl das Unterhaltungsprogramm als auch die Beleuchtung und die Klimaanlage. Und natürlich lässt sich ein mitgebrachtes iPhone oder iPad mit dem Bordsystem verbinden, um alle Mitinsassen mit Videos oder den neuesten Charts zu beglücken.
Die Rumpfverlängerung kommt voll dem Fußraum der Passagiere zugute. Der zusätzliche Fußraum erlaubt es zudem, alle acht Passagiersitze zurückzuklappen. Die neu gestalteten Sitze sind breiter als bisher, ohne sich mehr als bisher in den Mittelgang zu drängen.
Cessna hat sich Zeit gelassen mit der Aktualisierung seines Flaggschiffs, die Ten repräsentiert die erste umfassende Überarbeitung des Modells 750 seit dem Jahr 2002. Dafür hat Cessna, was das Innenraumkonzept angeht, mit der Ten mindestens eine Generation übersprungen. 2013 soll der etwa 22 Millionen Dollar teure Business Jet seine Zulassung erhalten.



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