30.03.2016
Erschienen in: 04/ 2016 aerokurier

AERO 2016Projektleiter Roland Bosch im Interview

Drohnen, Elektrofliegerei, ausländische Hersteller: Die AERO wird immer vielseitiger und internationaler, verrät Projektleiter Roland Bosch im Gespräch.

ae 04-2016 Interview Roland Bosch

Wachstum auch in schwierigen Zeiten: Roland Bosch, Projektleiter der AERO, blickt optimistisch in die Zukunft. Foto und Copyright: Messe Friedrichshafen  

 

Standardfrage zum Einstieg: Welche Neuheiten erwarten die Besucher in diesem Jahr auf der AERO in Friedrichshafen?

Die AERO ist die wichtigste Messe für Innovationen in der General Aviation. Es ist gar nicht möglich hier alle Neuheiten zu nennen, da nahezu jeder Aussteller auf seinem Stand etwas Neues zeigt – auch wenn es sich vielleicht nur um eine interessante Detailveränderung handelt. Es werden aber auch wieder viele neue Flugzeuge zu sehen sein, darunter erstmals der Honda Jet. Aber zu viel verraten möchte ich an dieser Stelle nicht.

Seit die AERO vom zweijährlichen in den jährlichen Rhythmus gewechselt ist, gab es Befürchtungen, dass es eine große und eine kleine Luftfahrtmesse geben wird. Bis vor zwei Jahren gab es auch Stimmen, die weiterhin eine Messe alle zwei Jahre präferierten. Wie ist das Stimmungsbild heute?

Unsere letzte Abfrage hierzu hat im Ergebnis gezeigt, dass mehr Aussteller eine jährliche AERO möchten als eine Messe im Zweijahresturnus. Wir werden diese Frage gegebenenfalls in diesem Jahr wieder auf den Ausstellerbogen schreiben, um sicherzugehen, dass wir nicht an den Bedürfnissen vorbei planen.

2014 lag die Quote von Ausstellern aus dem Ausland bei 55 Prozent, 2015 betrug sie 63 Prozent. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Die Quote liegt momentan knapp über der des vergangenen Jahres. Die Tendenz, dass die AERO sich internationalisiert, hält an.

Steigt die Ausstellerzahl insgesamt, oder ist es auch ein Stück weit ein Verdrängungswettbewerb?

Wir hatten im vergangenen Jahr einen neuen Ausstellerrekord und glauben, dass wir mittelfristig insbesondere bei den ausländischen Ausstellern noch zulegen können. Derzeit haben wir verstärkt konkrete Anfragen chinesischer Hersteller, die zukünftig als Kunden in Frage kommen.

Warum sind die deutschen Hersteller Ihrer Meinung nach immer weniger vertreten? Gibt es hierzulande aktuell zu wenige Innovationen, oder sind die Firmen so etabliert, dass Messeauftritte für sie nicht lukrativ genug sind?

Die Luft für die Allgemeine Luftfahrt in Deutschland ist in den letzten Jahren unter anderem durch massive Regulierungen dünner geworden. Es breitet sich bei einigen Herstellern Resignation aus. Sie sollten im Grunde gerade die Möglichkeiten einer AERO nutzen und erkennen, dass die GA eine immens wichtige Branche war und weiterhin ist.

Mit der AERODrones RPAS Expo haben Sie einem Bereich der General Aviation, der von vielen aktiven Piloten aufgrund uneindeutiger Rechtslage und potenzieller Gefährdung von Flugzeugen kritisch gesehen wird, einen prominenten Platz eingeräumt. Wie hat sich die Diskussion um die unbemannten Flugobjekte entwickelt, und welche Potenziale gibt es hier für die AERO?

Es wäre falsch, wenn wir uns diesem Thema verschließen würden. Wir könnten diesen wachsenden Markt – ob wir wollen oder nicht – nicht aufhalten. Aus diesem Grund ist es besser, wenn sich die manntragende Luftfahrt und die Drohnen zur Konsensfindung auf der AERO zusammensetzen.

Zum 8. Mal findet mit der e-flight-expo auch die Elektrofliegerei auf der AERO ihr Podium. Wie haben sich dieser Bereich und das Interesse der Besucher am elektrischen Fliegen entwickelt?

Als wir mit dem Bereich e-Flight begonnen haben, wurde diese Nische eher belächelt. Mittlerweile gibt es aber kaum noch einen bedeutenden Hersteller, der sich nicht mit dem Thema befasst. Wir verzeichnen daher auch in diesem Jahr Wachstum. Es wird noch einige Jahre dauern, bis Elektroflug langstreckentauglich ist. Aber es gibt hier keinen Weg zurück.

Mit der Aktion „Be a Pilot“ haben der aerokurier und die Messe Friedrichshafen 2015 erstmals gemeinsam Fußgänger ganz direkt angesprochen und Wege ins Cockpit aufgezeigt. Wie war das Feedback von Ausstellern auf dieses Engagement, und welche Perspektiven ergeben sich daraus?

Uns geht es hier vor allem um die Jugend. Die Zahl derer, die beim Onlinespielen kaum noch an die frische Luft kommen, steigt. Wir versuchen uns mit dem Slogan „Weg von der Konsole, hin zum Steuerknüppel“ hier in Zukunft noch stärker dafür zu engagieren, dass der Anreiz, Pilot zu sein, wieder zunimmt. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei. Wir hoffen, dass es vielen Eltern gelingt, den Nachwuchs zu mobilisieren.

Im Vorfeld der AERO 2015 hatten Sie anklingen lassen, dass Sie sich bei den anfliegenden Besuchern mehr Disziplin bezüglich der Reservierung von Slots wünschen. Hat sich das Problem inzwischen relativiert oder ist hier noch „Erziehungsarbeit“ nötig?

Tatsächlich hatten wir zur letzten AERO bereits deutlich weniger Doppelbuchungen. Ich denke, dass der Appell gewirkt hat. Piloten sind ja auch eine große Familie, und da neckt man sich vielleicht mal, aber man ärgert sich gegenseitig nicht.

aerokurier Ausgabe 04/2016

AERO 2016 - Trends und Highlights. Copyright: Messe Friedrichshafen



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