PPL-Theorie - Thema der Woche
Theorie aufgefrischt - Flugplanung und Flugleistung
Flugplanung ist Kombinationsfach in der PPL-Theorie. Hier kommen Elemente aus Technik, Allgemeiner Navigation, Wetter, Funknavigation und Flugleistung zusammen.
Das Resultat einer guten Flugplanung passt auf ein Blatt Papier - den so genannten "Flugdurchführungsplan VFR". Hinter diesem Wortungeheuer verbirgt sich ein komprimierter Ablaufplan für den gewünschten Flug. Dabei fließen Leistung des Fluggerätes ebenso wie Wetter und Navigationshilfen mit ein.
Die Planung vollzieht sich in mehreren Schritten:
1. Karten-Kurse festlegen
Auf der ICAO-Karte wird mit Geodreieck und Lineal der gewünschte Kurs von A nach B festgelegt. In der Regel ist dies nicht ein direkter Strich, sondern auf Grund von Luftraumstruktur und anderen Einschränkungen eine Kette von mehreren Etappen. Diese werden ausgemessen und in den Plan eingetragen. Hier spielt auch schon die Nutzung von Navigationshilfen mit hinein, wenn zum Beispiel eine Etappe auf ein VOR zusteuert.
2. Äußere Bedingungen
Nun kommt unter anderem das aktuelle Wetter ins Spiel. Aus den entsprechenden Informationsquellen werden die Winddaten in den gewünschten Flughöhen herausgesucht. Jetzt schlägt die Stunde des Winddreieck-Rechners aus der Navigation. Mit diesem Hilfsmittel wird ergründet, wie sich der 15 Knoten Wind aus 45° Grad bei einem gewünschten Kurs von 100° auswirkt - und welcher Korrekturwinkel erforderlich ist, um den geplanten Kurs über Grund einhalten zu können. Interessant ist dann auch - ob sich die Flugzeit verlängert oder verkürzt, wenn der Wind entsprechend weht.
3. technische Parameter, weitere Informationen
Nun kommt der Aspekt ins Spiel, ob das ausgewählte Fluggerät die Strecke mit seinem Kraftstoffvorrat absolviert. Über die Flugzeit wird klar, ob genug Treibstoff für die gewünschten Etappen mit an Bord genommen werden kann. Hier müssen Steig-, Strecken- und Sinkflugverbrauch mit einbezogen werden. Dazu kommen auch noch die vorgeschriebenen Reserven plus weiterer Zusatzkraftstoff, wenn gewünscht.
Als weitere Informationen lassen sich zum Beispiel Funkfrequenzen der FIS-Stellen oder Hinweise zu den Flughäfen auf dem Flugdurchführungsplan notieren. An der Flugplanung wird der Lernfortschritt nachvollziehbar: Dauern die ersten Versuche oft noch länger als eine Stunde, ist mit etwas Routine der Plan je nach Streckenlänge später in 10 bis 20 Minuten durchgerechnet.
Wozu Papier-Flugdurchführungspläne im GPS-Zeitalter?
Im Zeitalter von modernen Navigationshilfen wie GPS und zahlreicher Computerprogramme zur Flugplanung scheint die Variante per Drehmeier und Papier kaum noch zeitgemäß. Wichtig ist hierbei eher das Verständnis der Grundlagen, als die spätere Alltagsnutzung. Das schrittweise Aufbauen der Flugplanung lehrt die entsprechenden Grundlagen und lässt sie nachvollziehen. Im späteren fliegerischen Alltag spricht nichts gegen den Einsatz von Planungsprogrammen und GPS an Bord.
Solides Wissen über die Grundlagen erleichtert aber die Kontrolle der Technik und schafft den Überblick, ob die Assistenzsysteme richtig funktionieren.
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Grundlage der Flugplanung sind zum Beispiel die Leistungsparameter des Fluggeräts. Grafik und Copyright: CAT Europe
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aerokurier.de / Heiko Stolzke
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