PPL-Theorie Themen der Woche
QDM und QDR
Die Begriffe QDM und QDR sind Grundlagen der Funkpeilung. Sie geben den Winkel zu einer Station an - oder von der Station zum Flugzeug.
Auch wenn die Sprechgruppe "Erbitte QDM..." im GPS-Zeitalter eher selten geworden ist, sollten diese Grundbegriffe auch in der PPL-Ausbildung nicht völlig unter den Tisch fallen oder nach der Prüfung gleich wieder vergessen werden.
QDM ist der missweisende Peilwinkel vom Flugzeug zur Funkstation. Diesen Wert kann der Flugzeugführer an seinen Bordinstrumenten ablesen. Fürs Merken bietet sich die Eselsbrücke "QDM - M wie Mutter an" - ebenso M für missweisend oder magnetic.
Beim QDR geht es schlicht um die entgegengesetzte Peilung, also von der Station zum Flugzeug. Dieser Wert ist ebenfalls missweisend. Die rechtweisenden Kurse haben die Bezeichnungen QUJ und QTE. Hier steht QUJ für den Wert vom Fluggerät zur Station und QTE für den Wert von der Station zum Flugzeug.
Problem bei den Rechenaufgaben zu diesem Thema ist in Deutschland oft die mangelnde Nutzung in der Praxis: So ist in unseren Breiten bequemerweise die Ortsmissweisung in der Regel 1 bis 2 Grad. So exakt lässt sich mit manchem Schulflugzeug kaum der Kurs halten.
Für die Theorieprüfung müssen die unterschiedlichen Bedeutungen sicher im Hinterkopf sein. Eine effektive Lernform ist das Aufzeichnen der einzelnen Schritte - und nicht sofort die rein rechnerische Lösung. Schließlich geht es bei Funknavigation um den Weg von A nach B - und nicht um Mathematik als Selbstzweck.
1) Zunächst mit einem Pfeil die "TN" - True North - Richtung festlegen
2) Variation und Deviation einzeichnen - die Kompassrose minimiert das Fehlerrisiko durch rein mathematische Addition oder Subtraktion. Die Bezeichnung "West" oder "East" zeigen klar und mit geografischem Bezug, wohin es geht. So ergeben sich die Pfeile für Magnetic North und Compass North.
3) Das Heading oder den Kurs einzeichnen - je nach Aufgabenstellung.
4) Bögen ziehen vom Heading-Pfeil zu TN, MN und CN. Diese in Gradwerten abgelesen, so ergeben sich die gewünschten Angaben. Wichtig ist hierbei: es gibt nur ein Heading des Flugzeuges an sich - aber unterschiedliche Refenzpunkte für seine Angabe (und nicht umgekehrt)!
In der Praxis sollte der Schüler sich die Position zum Flugplatz stets bewusst machen. Funksprüche "Erbitte QDM oder Peilung" kommen häufig dann, wenn der Pilot ohnehin schon die Orientierung verloren hat. Dann sollte zumindest klar sein, ob der Bezugspunkt das Flugzeug oder die Station ist - sonst wird die Desorientierung noch schlimmer.
In den Fällen von Orientierungsverlust geht es in der VFR-Fliegerei selten um QDM oder QDR aufs Grad genau. Vielmehr wird ein Flugleiter oder FIS-Experte der DFS versuchen, dem Piloten so schnell wie möglich wieder eine grobe Orientierung zu geben und vermeiden wollen, dass dieser in gesperrte Lufträume etc. einfliegt.
Hilfreich ist auch beim Thema QDR und QDM ein Blick auf die andere Seite. Vielleicht lässt es sich bei der Ausbildung einrichten, an einem Verkehrslandeplatz mal den Funkpeiler vorgeführt zu bekommen. So schafft der kurze Besuch bei einem freundlichen Flugleiter meist mehr Lerneffekt als stures Büffeln.
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Ausschnitt aus einer ICAO-Karte. Sie bietet viele Informationen für Allgemeine und Funknavigation. Copyright: DFS - not for navigation
aerokurier.de / Heiko Stolzke
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