G5000-Glascockpit
Garmin nimmt es mit den Giganten auf
Den Avionikspezialisten Garmin drängt es mit Macht in die Cockpits von großen Business Jets. Das neue G5000-Glascockpit ist für Part-25-Flugzeuge bestimmt. Einen prominenten Kunden gibt es bereits: Die Citation Ten von Cessna.
Für manch einen Beobachter kam es überraschend, das Cessna im Cockpit der neuen Version der Citation X – Citation Ten genannt – Garmins G5000-Avioniksystem installieren wird. Ein naheliegender Ersatz für die Primus-2000-Avionik aus dem Hause Honeywell wäre das LCD-basierte Primus-Elite-System gewesen oder eine Version des „Fusion“-Cockpits von Rockwell Collins.
Mit der Entscheidung Cessnas ist Garmin endgültig in der Oberklasse der Business Jets angekommen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin war das Prodigy-Cockpit, das Garmin gemeinsam mit Embraer für die beiden Phenom-Modelle entwickelt hat.
Den Anfangspunkt dieses Aufstiegs markiert das G1000, das Garmin für die Citation Mustang erdacht hat.
Garmin hat lange an dem Aufstieg gearbeitet. Um ein Avioniksystem für Part-25-Flugzeuge anbieten zu können, also Flugzeuge mit einem MTOW über 12500 lbs (5670 kg), muss sich der US-Hersteller weitaus strengeren Anforderungen stellen, als sie in der Part-23-Welt gelten. Dazu gehört alles von der Cessna Skycatcher bis zu genannten Phenom 300.
Das neue G5000 erfüllt die Part-25-Anforderungen, und dank TCAS, TAWA, Synthetic Vision und Wetterradar ist es ein leistungsfähiges System.
Garmin, das mit seiner Avionik für Kleinflugzeuge bekannt geworden ist, greift damit die Avionikriesen Honeywell und Rockwell Collins an.
Kann der deutlich kleinere Hersteller – Garmin hat etwa 8500 Angestellte - auf Dauer mit den Großen mithalten?
Die Chancen stehen nicht schlecht für Garmin, denn das G5000 bietet modernste Technik und ist offen für künftige Erweiterungen.
Das neue GWX-70-Wetterradar zum Beispiel, das die Citation Ten haben wird, hat eine Reichweite von 300 NM und beherrscht Wind-Shear-Alarme. Das TCAS II des G5000, GTS-8000 genannt, ist kompatibel mit künftigen ADS-B-Anwendungen.
Und die Bildschirme sind fähig, infrarotgestützte Sichtverstärkungssysteme zu integrieren.
Besondere Aufmerksamkeit hat das “Touchscreen Vehicle Management System“ des G5000 erregt. Garmin hat diese Technik bei dem G3000-Cockpit des Honda-Jet eingeführt und sie auf das G5000 übertragen. Die 5,7-Zoll-LCD-Touch-Controller machen Dutzende von konventionellen Knöpfen überflüssig.
Garmins neues Cockpit wird außerdem größere Bildschirme haben als das G3000, sie messen 14,1 Zoll bzw. 12,1 Zoll. Sie arbeiten mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Pixel und LED-Hintergrundbeleuchtung.
Erstmals verwendet Garmin ein Seitenverhältnis von 16:9, was der Darstellung von Synthetic-Vision-Bildern mehr Realismus verleihen dürfte.
Piloten, die von dem G1000 zu dem G5000 wechseln, sollten sich große Mühe zurechtfinden. Garmin sagt, dass alle vertrauten Funktionen übernommen worden und noch einfacher zu bedienen seien.
Das MFD des G5000 hat eine “Split Screen”-Funktion, so dass zwei Seiten nebeneinander aufgerufen werden können. Karten können auf diese Weise gleichzeitig mit TAWS-Darstellungen oder Videobildern betrachtet werden.
Die Citation Ten, als erster Business Jet mit dem neuen Cockpit, soll Ende 2011 erstmals fliegen. Die Zulassung erwartet Cessna 2013.
MS
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