Ein Falke flog in München im Windkanal
Ein Forschungsprojekt an der Universität der Bundeswehr München beschäftigt sich mit der Beobachtung des Vogelfluges. In diesem Rahmen wurde kürzlich ein lebender Falke bei seinem Flug im Windkanal vermessen.
In der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik der Universität der Bundeswehr München untersuchten Professor Christian Kähler und sein Mitarbeiter Alexander Friedl den Flug eines lebenden Falken im Windkanal. Dabei verwendeten sie Hochgeschwindigkeitskameras und neue Bildanalysemethoden, die in dieser Form einzigartig sind. Die Forschungsergebnisse sollen in die Entwicklung von Mikro-Flugobjekten einfließen, die später einmal bei der Katastrophenhilfe zum Einsatz kommen sollen.
Bei einer Katastrophe, wie zum Beispiel einem Erdbeben, einem Einsturz eines Bergwerkstollens oder einem GAU in einem Atomkraftwerk ist es immer sehr schwierig für die Helfer, sich schnell ein genaues Bild von der Lage zu machen. Trümmerfelder verhindern den Zugang für Menschen oder Rettungshunde. Eine neue Generation von Minidrohnen soll Abhilfe schaffen, denn Kleinstflugkörper können ohne Gefahr für die Helfer in solche Gebiete fliegen und schnell Bilder von der Lage liefern, so dass die Hilfe sehr zielgerichtet eingesetzt werden kann. Allerdings muss ein solches Fluggerät extrem wendig sein. Deswegen kam Professor Kähler auf die Idee, einen Falken zu vermessen, der auf engstem Raum startet, landet und meisterhaft fliegt. "Wir haben einen Falkner gefunden, der seine Tiere speziell für den Flug in geschlossenen Räumen ausbildet", sagte Alexander Friedl. Der Falker wird mit Nahrung zu seinem Flug animiert und legt im Windkanal eine Strecke von maximal 20 Metern zurück. Dabei wird er von zehn Kameras mit hoher Auflösung beobachtet, die insgesamt 6.000 Fotos pro Sekunde aufnehmen. An der Universität der Bundeswehr läuft dieses Projekt noch bis zum August 2012.
VKT 06.09.2011
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