Weltflug Reiner Meutsch: Unterwegs nach Costa Rica
Die Piper Cheyenne mit dem Fly & Help Team an Bord nimmt auf dieser Etappe Kurs nach Costa Rica.
Reiner Meutsch beschreibt seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de
Guatemala City (MGGT) – 14° 37′ 54″ N, 90° 31′ 25″ W
Costa Rica (MROC) – 9° 55′ 29″ N, 84° 4′ 41″ W
Distanz: 534 NM
Flugzeit: 2 Stunden 40 Minuten
Tag 121, 2. August 2010
Heute Morgen verstauen wir einmal mehr unser Gepäck in der Piper Cheyenne und besprechen mit einem Flughafenmitarbeiter die Kosten fürs Handling, den An- und Abflug, das Parken, die Abfertigung und die Airwaygebühr. Aufgrund der aus Deutschland vorliegenden Informationen von der FSI habe ich mich schon auf die Zahlung von 750 Dollar eingestellt. Doch zu meiner großen Überraschung fallen für alles zusammen nur 165 Dollar an. So richtig glauben kann ich es noch nicht, aber der Mitarbeiter lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und so gehe ich davon aus, dass alles Rechtens ist. Ein prima Start in den Tag, wie ich finde.
Punkt 11 Uhr verlassen wir Guatemala City und nehmen Kurs auf San Jose in Costa Rica. Auf dem Weg dorthin überfliegen wir El Salvador, Honduras und Nicaragua – eine sehr abwechslungsreiche und unglaublich grüne Landschaft. Zwei Stunden lang staunen wir mit großen Augen über Seen, Vulkane, Flüsse und die Pazifikküste.
Auch in Costa Rica sind die Behördenmitarbeiter bei der Abfertigung freundlich, schnell und äußerst hilfsbereit. Der Sprit ist günstig (65 €-Cent/Liter) und wir werden sogar noch zum 15 Minuten entfernt gelegene Barcelo Hotel gefahren (Kosten: pro Nacht 55 Euro inkl. Frühstück).
San José liegt in der Hochebene Costa Ricas, dem Valle Central. Die Ebene ist eine von fünf geographischen Großräumen des mittelamerikanischen Staates neben der Bergkette der Kordilleren, den Schwemmlandebenen der Karibikküste, der zentrale Pazifikküste und der Halbinsel Nicoya. Auch aktive und erloschene Vulkane machen den Reiz Costa Ricas aus. Ziele vieler Reisender sind vor allem die Vulkane Poás (2.704 Meter), Arenal (1.633 Meter) und der Irazú (3.432 Meter). Höchster Berg des Landes ist der Chirripó Grande mit über 3.800 Metern.
Der Name Costa Rica bedeutet so viel wie „reiche Küste" und wird mit der Entdeckung durch Christoph Columbus im Jahr 1502 in Verbindung gebracht. Er vermutete, Bodenschätze zu finden. Der etwas mehr als vier Millionen Einwohner zählende Staat wird heute auch gern als die „Schweiz Mittelamerikas“ bezeichnet. Was zum einen mit der politisch stabilen Lage zusammenhängt, die für diese Region eher ungewöhnlich ist, und zum anderen sicher auch an der vergleichbar bergigen grünen Landschaft liegt.
Nach der Ankunft im Hotel verlieren wir nicht viel Zeit und fahren mit einem Taxi Richtung Stadtzentrum, ins Viertel El Pueblo. Wie schon in Guatemala, sollen wir uns in Acht vor kriminellen Banden nehmen. Unser Taxifahrer ist seriös und wir kommen nett ins Gespräch. Leider weiß auch er Geschichten von Blitz-Entführungen und dergleichen zu erzählen. Trotzdem bin ich guter Dinge und so erleben wir einen stimmungsvollen Abend in einem kleinen lauschigen Lokal.
Tag 122, 3. August 2010
Schon recht früh sind wir drei auf den Beinen, damit es pünktlich um 8 Uhr auf eine Tour zum Vulkan Poás gehen kann. Die Gipfelregion des noch aktiven Koloss liegt in fast 3.000 Metern Höhe und besteht aus drei Kratern. Gut 90 Minuten dauert die Anfahrt mit dem Auto. Die letzte Eruption liegt 7.500 Jahre zurück und so ist das Gelände rund um den 400 Meter breiten Kratersee Laguna Botos dicht von Regenwald überzogen. Sein Wasser ist kalt, klar und trinkbar. Ganz anders als das des zweiten Sees, der türkisblau schimmert und aus dem sehr heißer Wasserdampf mit hochkonzentriertem Schwefeldioxyd und Chlorgas empor steigt. Die Luft ist dünn und wolkenreich. Ich bin vollends fasziniert von unserer Wanderung entlang des Vulkans. Auch Jessina und Arnim kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Zurück in San José machen wir noch eine anderthalbstündige Stadtrundfahrt mit dem 36-jährigen Fabian. Er ist stolz auf seine Heimatstadt und zeigt uns Museen, das Parlament, bedeutende Kirchen und schöne Plätze - es ist wird eine ganz persönliche Tour. Nach fast neun Stunden kehren wir müde, aber glücklich zurück zum Hotel.
Morgen fliegen wir über Panama und den Panamakanal nach Medellín in Kolumbien.
HS 04.08.2010
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