Reiner Meutsch: Landung im Sandsturm
Nach einem Ruhetag in Marrokko setzte das Pilotenduo Reiner Meutsch/Arnim Stief gestern die Weltumrundung fort. Entlang der afrikanischen Westküste ging es von Marokko nach Nouakchott in Mauretanien.
Die dritte Etappe führte Reiner Meutsch und Arnim Stief in ihrer Piper Cheyenne I (Kennzeichen N191MA) weiter nach Süden von Marokko nach Mauretanien. Nouakchott (ICAO-Code GQNN) war das Ziel des 950 Nautischen Meilen (1.759 km) langen Fluges.
10.00 Uhr: Das Flugzeug rollt zum Start auf der Piste 10 und startet. Drei Knoten Wind und eine Außentemperatur von 16 °C meldet der Flughafen zur Startzeit. Nach dem Start fliegen Meutsch und Stief zunächst Richtung 260 Grad und gehen dann auf Südwestkurs, wo sie die Südausläufer des Hohen Atlas überfliegen. Meutsch beschreibt den ersten Teil des Flugs: "Wir mussten schnell steigen, da der Hohe Atlas hier über 4.000 Meter hoch ist! Die Berge erinnern mich an die schneebedeckten Alpen. Über Agadir sehen wir, wie der Seenebel landeinwärts zieht und sich dabei langsam auflöst. Dann liegt sie vor uns: die Westsahara. Es ist wolkenlos und die Luft ist klar. Nach allen Seiten können wir 100 Kilometer weit blicken. Endlose Wüste. Das Farbenspiel im Sand ist wunderschön. Unter uns zieht eine Kamelkarawane und in der Ferne sehen wir ihr Ziel: eine Oase mit einer Ansammlung von kleinen Lehmhütten."
12.15 Uhr: Nach einer Stunde und 15 Minuten Flugzeit liegt der Hohe Atlas hinter den beiden Piloten, und sie überfliegen mit der Piper Cheyenne erstmalig die Grenze zur Westshara.
12.30 Uhr: Das METAR für Nouakchott lautet folgendermaßen: 09019KT 2500 BLSA NSC 27/M04 Q1019 NOSIG.Damit ist klar, dass es eine echte Wüstenlandung mit viel Sand in der Luft und schlechter Sicht geben wird.
13.18 Uhr: Das Tracking-System an Bord der Cheyenne, das alle zehn Minuten eine Standortmeldung absetzt, setzt kurz vor dem Überfliegen der Grenze zwischen Mauretanien und der Westsahara aus und funktioniert bis zur Landung nicht mehr. Reiner Meutsch: "Der Funk der Fluglotsen ist nun seit fast einer Stunde still. Arnim und ich reden kaum. Wir genießen einfach nur die unwirkliche Landschaft. Über 30 Jahre habe ich schon den Wunsch die Sahara zu überfliegen. Nun ist der Moment gekommen und ich koste jede Minute aus."
13.35 Uhr: Über Nouakchott hat ist das Wetter schlechter geworden. Der Wind hat weiter aufgefrischt und sich zu einem Sandsturm entwickelt. Im Anflug auf den Platz sinkt die Sicht auf zwei Kilometer. Die Außentemperatur ist inzwischen auf 38 °C gestiegen.
14.00 Uhr: Die Piper Cheyenne I setzt im Sandsturm bei starkem Seitenwind nach vier Stunden Flugzeit auf der Piste von Nouakchott auf.
Die Streckenplanung für die nächste Etappe sieht vor, von Nouakchott in Mauretanien nach Bissau in Guinea-Bissau zu fliegen.
Die erste Etappe der Weltumrundung führte von Siegerland nach Sabadell in Spanien. Foto und Copyright: © aerokurier
VKT 14.01.2010
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