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Reiner Meutsch erreicht Ndola in Sambia

Meutsch Etappe 12 Maun Ndola

Ankunft in Sambia: Reiner Meutsch hat bei seinem Weltflug für die Fly & Help Stiftung die Stadt Ndola erreicht. Zuvor überflog die Piper Cheyenne wieder eindrucksvolle Landschaften.

Lesen Sie die Beschreibungen und Eindrücke von Reiner Meutsch:

31. Januar 2010

"Am Flughafen von Maun (Botswana) haben wir keinen Handlingagenten und stellen uns deshalb schon einmal auf Abfertigungswartezeiten ein. Zu unserer Überraschung läuft jedoch alles perfekt. Der Flugplan ist bereits im System, Lotsen, Zollbeamte und die für die Ausreise zuständigen Polizisten wissen Bescheid. Wir begegnen überall freundlichen, hilfsbereiten Menschen, die selbst gerne mit uns fliegen möchten.

Kaum das wir abgehoben haben, erbitten wir eine niedrige Flughöhe, denn wir wollen die in vielen Reiseführern beschriebenen Elefantenherden im Norden von Botswana sehen. Es sollen sich hier bis zu 30.000 Tiere befinden.

Die Landschaft ist unglaublich: Auf gut 300 Kilometern Strecke wechseln sich Bäume, Sträucher, Wasserlöcher, Blumenwiesen und Graswiesen ab. Die Cheyenne fliegt in circa 200 Metern Höhe, als Andreas die erste Elefantenherde sieht und ich auf meiner Seite die nächste entdecke. Ich neige die Piper zur Seite, damit wir gute Bilder fürs Fernsehen und meinen Reiseblog bekommen. Wir kommen aus dem Staunen kaum raus, als Arnim auf eine weitere große Herde mit vielen Jungtieren zeigt. Schon Elli Beinhorn schrieb in ihrem Buch Alleinflug: „Eine afrikanische Wunderwelt, dieses Botswana.“

Alles läuft ab wie in einem Film und unsere Vorstellungen werden bei weitem übertroffen. Dieser Flug sollte das bestimmende Thema für den Rest des Tages bleiben.

Das nächste Highlight wartet bereits: Schon aus der Ferne ist die Gischt der Victoriafälle an der Grenze zu Simbabwe zu sehen. Zu Ehren der englischen Königin Victoria gab der Forscher David Livingstone den Wasserfällen ihren Namen. Sie zählen heute zum Weltnaturerbe. Ein Drittel der mächtigen Fälle liegt auf dem Gebiet von Simbabwe und zwei Drittel in Sambia. Ich kenne die Niagarafälle, aber dieses Naturschauspiel stellt alles in den Schatten. Die Victoriafälle gehören wirklich zu den spektakulärsten Wasserfälle der Welt.

Wir umfliegen die tosenden Wassermassen, deren Gischt in allen Farben des Regenbogens schillert. Allein die Schlucht, eine Art Canyon, in den das Wasser stürzt, zieht uns alle drei in ihren Bann. Wie muss sich damals Livingstone bei diesem Anblick gefühlt haben!

Bis nach Ndola (Sambia) liegen noch zwei Stunden Flug vor uns. Wir steigen auf 9.000 Fuß, um ein vor uns liegendes Schlechtwettergebiet zu überfliegen.

Im Anflug auf Sambia verändert sich die Landschaft merklich. Ich würde es mit dem Allgäu oder dem Bayerischen Wald vergleichen. Viele kleine Ansiedlungen sind zu sehen, die wir in Botswana so gar nicht angetroffen haben.

Wir setzen in Ndola, der zweitgrößten Stadt Sambias, zur Landung an. Auch hier empfangen uns die Menschen freundlich und hilfsbereit. Am Straßenbild fällt uns sofort auf, dass sie im Vergleich zu den Einwohnern Botswanas ärmer sind.

Als wir im Hotel ankommen, fühle ich mich nicht ganz wohl. Zum ersten Mal bekomme ich in Afrika Magen-Darm-Probleme. Vielleicht habe ich das Omelette mit Pilzen nicht vertragen. Heute Abend trinke ich eine Cola und esse nichts.

1. Februar 2010, Tag 23
Am Morgen begegnen uns die vielen Pfaue und Impalas, die innerhalb des gesamten Hotelgeländes frei herumlaufen. Unser Fahrer Ben ist pünktlich. Als erstes besuchen wir eine Grundschule für Drei- bis Neunjährige. Insgesamt lernen hier 1.900 Kinder auf beengtem Raum. Die Scheiben sind kaputt, die Möbel alt, aber die Lehrer sind hoch motiviert. Hier in Sambia müssen die Eltern für die Schulbildung ihrer Kinder bezahlen. Oft haben sie jedoch kein Geld dafür übrig. Es gibt aber die Möglichkeit, die Zahlungen zu einem späteren Zeitpunkt zu begleichen. Manche schaffen es trotzdem nicht. Der Staat übernimmt die Kosten der Ausbildung nicht.

Dann besuchen wir drei das einzige Kinderkrankenhaus des Landes, das Arthur Davidson Children Hospital. Der Chef des Hospitals, Dr. Sam Phiri, zeigt uns die Kinder-HIV- und Aids-Station. Ein Bild der Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit offenbart sich. Die Mütter verweilen an den Bettchen ihrer todkranken Kinder. Pro Raum sehen wir bestimmt 20 Menschen. Mir fällt eine Mutter auf, die ihr etwa zweijähriges, sehr krankes Kind im Arm hält. An den Augen von Dr. Phiri erkenne ich, dass das Kind wohl nicht mehr lange leben wird. Wir erfahren, dass ungefähr 16 Prozent der Bevölkerung Sambias mit HIV infiziert oder bereits an Aids erkrankt sind. Oftmals überträgt sich das Virus schon bei der Geburt auf das Kind.

Im Krankenhaus fehlt es an allem Erdenklichen. Die Fenster sind kaputt, es gibt kaum Medikamente und sechs Ärzte kümmern sich um 350 Kinder. Wir verneigen uns vor der Leistung des Krankenhaus und des Teams. Ich habe Kontakte zu Organisationen, die Kinderkrankenhäuser unterstützen. So schnell wie möglich werde ich den Kontakt vermitteln, denn hier muss dringend geholfen werden!

Es wird Nachmittag und Gewitterwolken ziehen auf. Arnim freut sich. Er mag die Kräfte der Natur. Morgen starten wir um 9 Uhr mit Kurs auf Ruanda. Wir bewältigen wieder gut 800 NM und rechnen mit einer Flugdauer von vier Stunden. Außerhalb von Kigali besuchen wir eine Schule, die mit den Spenden der FLY & HELP Stiftung gefördert wird.

Bild 1 von 25

Die erste Etappe der Weltumrundung führte von Siegerland nach Sabadell in Spanien. Foto und Copyright: © aerokurier

Alle Infos zu: Piper Cheyenne I - Weltflug Reiner Meutsch

HS 02.02.2010

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