Fly&Help: Kurs auf Quebec
Für Reiner Meutsch und Arnim Stief führt die Reise mit ihrer Piper Cheyenne weiter durch Kanada. Tagesziel ist Quebec.
Reiner Meutsch schildert seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de
Tag 167, 27. Oktober 2010
Bei schönstem Wetter und strahlend blauem Himmel starte ich die Cheyenne auf dem Rollfeld des Flughafens von Kingston. Ich bin schon voller Vorfreude auf unser Etappenziel Québec. Für den Trip haben wir bei Rückenwind von 40 Knoten eine Stunde und 15 Minuten Flugzeit berechnet. Auch heute können wir dabei wieder tief fliegen und die Landschaft in vollen Zügen genießen. Ich sehe, dass viele Bäume ihr buntes Herbstlaub schon verloren haben – der Indian Summer ist langsam auf dem Rückzug.
Auf den gut 450 Kilometern Strecke führt die Route am westlichen Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms vorbei. Rechter Hand liegen die Vereinigten Staaten. Auf einer Distanz von 1.200 Kilometern Länge verbindet der Fluss die Großen Seen mit dem Atlantik.
Bevor wir Québec erreichen, passieren wir die Stadt Montréal im Osten Kanadas. Die Fluglotsen hier sind sehr hilfsbereit und erlauben uns, den Luftraum Montreals zu durchfliegen. Fast genau vor einem Jahr haben Arnim, Jan Brill, der Chefredakteur des Magazins „Pilot und Flugzeug“ und ich die Piper Cheyenne über Montreal nach Deutschland überführt. Im Prinzip hat unser gutes Stück jetzt schon die Erde umrundet – nach geflogenen Kilometern, die sie auf dem Buckel hat, sogar schon zweieinhalb Mal. Die Landung in Québec klappt super. Wir haben 20 Knoten Wind von vorne auf der Nase des Fliegers.
Jetzt heißt es schnell das Gepäck im Taxi verstauen und ab in die City. Das Hilton Hotel liegt auf einer Anhöhe, mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom und die wunderschönen Altstadtfassaden. Die Übernachtung hat uns auch dieses Mal „American Ring Travel“ günstig ermöglicht.
Québec ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Québec. Der historische Teil der Stadt samt noch intakter Festungsanalage wurde 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Beim Spaziergang durch die Straßen der Altstadt fühle ich mich, als sei ich in Monschau in der Eifel, in Rüdesheim am Rhein oder auf dem Montparnasse in Paris. Québec imponiert mir sehr. Die Gebäude sind eindrucksvoll und verströmen so viel Charme und die Lage am Strom ist unvergleichlich. Prägend für das Gesicht der Stadt ist vor allem das majestätische auf einem Hügel thronende „Château Frontenac“: ein Luxushotel, das im Jahr 1893 im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway errichtet wurde. Es soll zu den meistfotografierten Hotels der Welt zählen.
Die rund 500.000 Québécois de Québec, wie die Bewohner der kanadischen Stadt sich selbst betiteln, sind ein lebensfrohes Völkchen. Besonders zeigt sich das wohl im Winterkarneval, dem „carnaval d'hiver“ – im kommenden Jahr vom 28. Januar bis 13. Februar 2011: ein großer Event mit Schneeskulpturenfestival, Eispalast, Nachtparade, Kanurennen auf dem Sankt-Lorenz-Strom und vielen anderen Vergnügungen.
Einige Kilometer nördlich von Québec befindet sich eine weitere touristische Attraktion, der „Montmorency-Fall“ oder „Chute Montmorency“. Mit einer Fallhöhe von 83,5 Metern übertrifft er sogar noch die Niagarafälle.
Es wird früh dunkel und wir sind alle ein wenig müde. So endet der Tag bei einem schönen Abendessen in einem französischen Restaurant. Es hat 15 Grad, gerade noch ausreichend, um draußen zu sitzen. Man hat uns erzählt, dass es hier letzte Woche bereits geschneit hat. Kaum vorstellbar.
Die Etappe in Zahlen:
Kingston (CYGK) – 44° 13′ 53″ N, 76° 29′ 5″ W
Québec (CYQB) – 46° 48′ 58″ N, 71° 13′ 27″ W
Distanz: 268 NM
Flugzeit: 1 Stunde
Lagebesprechung vor dem Abflug: Reiner Meutsch und Arnim Stief an der Piper Cheyenne. Foto und Copyright: Stiftung Reiner Meutsch / Fly&Help
HS 28.10.2010
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