Fly & Help: Zwischenstopp in Nashville
Die Fly & Help Crew ist mit ihrer Piper Cheyenne unterwegs durch die Südstaaten der USA. Etappenziele sind heute Nashville und Cincinnati.
Reiner Meutsch beschreibt seine Reiseeindrücke für die Leser von aerokurier-online
Memphis (KM01) – 35° 7′ 2″ N, 89° 58′ 15″ W
Nashville (KBNA) – 36° 9′ 57″ N, 86° 47′ 4″ W
Cincinnati (KLUK) – 39° 8′ 10″ N, 84° 30′ 11″ W
Distanz: 388 NM
Flugzeit: 2 Stunden
Tag 156, 16. Oktober 2010
Die B. B. King All Star-Show gestern Abend war wirklich sehenswert. Sensationelle Musik und markige Südstaatenmusiker, die ihr ganzes Herzblut in die Songs legten – einfach legendär.
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir heute um 11 Uhr bei bestem Wetter vom „Memphis Dewitt Spain Airport“. Zunächst fliegen wir entlang des Mississippi und drehen nach rund 30 Minuten Flugzeit rechts ab mit Kurs Richtung Nashville. Unser ersten Ziel ist der Flugplatz „Cornelia Fort Airpark“, benannt nach der ersten Pilotin Amerikas. Im Frühsommer dieses Jahres wurde der gesamte Platz vom nahen Cumberland River überflutet. Fast alle hier abgestellten Flugzeuge haben durch die Wassermassen Schaden genommen, erzählt uns ein Mitarbeiter, während wir uns für eine Stippvisite in die Stadt rüsten. Heute Mittag ist unsere Cheyenne die einzige Maschine am Airpark.
Nashville ist umgeben von fruchtbaren Tälern und spiegelnden Seen. Uns bleibt aber nur wenig Zeit, um die Hauptstadt des US-Bundesstaates Tennessee zu erkunden. Den Besuch des maßstabsgetreuen Nachbaus des Parthenon-Tempels, der eine Kunstgalerie beherbergt, müssen wir für das nächste Mal vormerken. Unsere vier Stunden nutzen wir, um auf den Spuren der Country-Musik zu wandeln. Das Stadtbild ist geprägt von Cowboyhüten und Harley Davidson Motorrädern. Aus den meisten Restaurants und Bars am Boulevard dringt unverkennbar Country-Musik. Es dauert nicht lang, bis wir beim Essen als Deutsche identifiziert werden. Uns, den „Freunden Amerikas“, widmet man den Song „Ring of Fire“ von Johnny Cash.
Im Anschluss an die kleine Pause besuchen wir die „Country Music Hall of Fame“. Zahlreiche Stars der Szene haben dem Museum persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke vermacht, um die Geschichte, die Entwicklung und die Tradition des Country lebendig zu vermitteln. Alte Filme zeigen die Entstehung dieser Musikrichtung und an einer riesigen Wand hängen Unmassen Goldener Platten und anderer Auszeichnungen bedeutender Künstler und Gruppen. Viel zu kurz ist die Zeit, um alles aufzusaugen.
Spät nachmittags heben wir dann wieder ab gen Norden, nun mit Kurs auf Cincinnati (Ohio). Direkt nach dem Start überfliegen wir die sanften, von den typisch blaugrünen Grasweiden bedeckten Hügel. Sehr viel Farmland und dazugehörige Höfe liegen unter uns, aber kaum Ortschaften. Es geht über Städte mit Namen wie Glasgow und Frankfort – der europäische Einfluss ist auch hier nicht zu verkennen. Dann folgt linkerhand Fort Knox, Stützpunkt der US-Army und riesiges Lager für Goldreserven des Schatzamtes der Vereinigten Staaten.
Nach nur einer Stunde Flugzeit setze ich mit der Piper zur Landung in Cincinnati an. Die Stadt gilt als eine der bedeutendsten Handels- und Fabrikmetropolen der USA und trägt auch den Beinamen „Queen City“. Cincinnati liegt am Fluss Ohio und hat viele Vorzüge zu bieten, die das Leben in der Metropole lebenswert machen: eine tolle Architektur, viele Kultur- und Sportangebote und eine wunderbare Lage im „Dreiländereck“ Ohio, Indiana und Kentucky.
Vom Flughafen fahren wir in den Stadtteil Covington. Unser 3-Sterne-Hotel Holiday Inn liegt direkt am Fluss und wurde für uns durch die Agentur American Ring Travel günstig gebucht. In der Nähe des Hotels wird gerade ein Weinfest gefeiert. Die Musik lockt uns an und so essen wir in gemütlicher Atmosphäre und geselliger Runde in „Joe´s Restaurant“ zu Abend. Jazzmusiker haben sich an der Theke versammelt und spielen wie entfesselt. Wir sitzen kaum zwei Meter entfernt und genießen die Musik der „guten alten Zeit“.
Morgen schon geht’s weiter nach Washington, D.C. – in die Hauptstadt der Vereinigten Staaten.
Lagebesprechung vor dem Abflug: Reiner Meutsch und Arnim Stief an der Piper Cheyenne. Foto und Copyright: Stiftung Reiner Meutsch / Fly&Help
HS 19.10.2010
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