Fly & Help: Von Laoag nach Taipeh
Das Fly & Help Team hat mit seiner Piper Cheyenne Kurs auf Taipeh genommen. Die Metropole ist nächstes Etappenziel für Reiner Meutsch und Arnim Stief.
Reiner Meutsch schildert seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de
Laoag City (RPLI) – 18° 11′ 56″ N, 120° 35′ 37″ E
Taipeh (RCTP) – 25° 2′ 0″ N, 121° 32′ 0″ E
Distanz: 447 NM
Flugzeit: 2 Stunden
Tag 86, 07. Juni 2010
Laoag am südchinesischen Meer ist eine kleine, typisch philippinische Stadt und zählt nur etwa 15.000 Einwohner. Um schnell von A nach B zu kommen tun wir es den Einheimischen gleich und nutzen eines der vielen Moped-Taxis. Ein rasantes Abenteuer bei diesem flirrenden Verkehr, zumal ich nicht auf dem Moped, sondern im engen Beiwagen sitze.
Mein Fahrer Peng meint kurz vor Fahrtantritt, dass damals unter Präsident Marcos alles besser gewesen sei in der Stadt. Heute wären viele Beamte korrupt und es würde weniger Ordnung herrschen. Ich kann mir darüber kaum ein Urteil bilden und nehme seine Einschätzung so hin. Marcos wurde allerdings Mitte der 1980er Jahre ins Exil verbannt und seine Schweizer Konten beschlagnahmt.
Peng erzählt auch von seinen beiden Töchtern, die im Hotel Fort Ilocandia arbeiten, in dem wir wohnen. Es ist eine recht große Anlage samt Bootssteg, Go-Kart-Bahn und vielen anderen Freizeitmöglichkeiten. Insgesamt 1.000 Menschen haben hier Arbeit gefunden. Vor 30 Jahren hat Präsidenten Marcos das Haus bauen lassen und seine Staatsgäste aus aller Welt in den großzügigen Räumen empfangen. Überall an den Wänden hängen noch Fotos von ihm und seiner Frau Imelda.
An unserem letzten Tag auf den Philippinen streifen wir noch einmal über den bunten Stadtmarkt, kommen mit Händlern ins Gespräch und bereiten nach dem Abendessen den morgigen Flug vor.
Tag 87, 08. Juni 2010
Heute müssen wir uns von Marissa verabschieden. Sie hat uns nicht nur tatkräftig bei der Abfertigung am Flughafen Laoag sehr geholfen, sondern sich auch bestens um die Vorbereitung der Besuche in den Schul- und Straßenkinderheimen von Davao gekümmert. Für sie geht es jetzt zurück nach Deutschland, von wo aus sie weiter ein Auge auf all unsere Flugaktivitäten haben wird.
Und auch wir sind startklar für das nächste spannende Reiseziel der Weltumrundung, denn es geht gen Norden nach Taiwan. Bei 30 Grad und Sonnenschein heben wir um 9.00 Uhr nach nur einer Stunde Behördenprozedere vom Flughafen Laoag ab.
Zuverlässig bringt uns die Piper Cheyenne über das tiefblaue Meer und wir genießen die großartige Fernsicht. Kaum zweieinhalb Stunden später erreichen wir den internationalen Flughafen von Taipeh und setzten entsprechend der Landegenehmigung pünktlich um 11.30 Uhr auf. Die Handling- und Landegebühren sind die Höchsten unserer bisherigen Tour. Dies überrascht mich jedoch nicht sonderlich, habe ich doch schon vorab in verschiedenen Flugmagazinen darüber gelesen.
Vom Flughafen aus geht es mitten durch Chinatown hindurch zum Seasons Hotel. Gepäck abladen, kurz frisch machen und wieder zurück ins Getümmel. Die Menschen um uns herum sind alle hektisch unterwegs und so lassen wir uns von ihrer Betriebsamkeit anstecken. Ich habe das Gefühl, ganz Taipeh besteht aus Chinatown. Es ist mittlerweile später Nachmittag und wir sind zu Fuß zwischen Parks, Museen und gigantisch großen Gebäuden unterwegs. Überall hupt es und tausende Mopeds drängen sich auf den überfüllten Straßen.
Unser Begleiter und dritter Mann an Bord Wolfgang Dondorf hat in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender bei der Pfeiffer Vakuum AG viel in Taiwan gearbeitet. Er hat noch immer recht gute Kontakte und pflegt Freundschaften hier unten. So nutzt Wolfgang die Gelegenheit uns Leo, den Vertriebsleiter des Unternehmens für Taiwan und China bei einem typisch taiwanesischen Abendessen vorzustellen. Der 42-jährige Leo ist Chinese und weiß viel über das Leben der Menschen hier und die Arbeit zu erzählen. Es ist ein schöner Abend, der uns die vielen Facetten des Landes erahnen lässt.
Wolfgang wird uns morgen verlassen und in elf Tagen ab Anchorage (Alaska) wieder zu uns stoßen. Dafür erwarten wir im fliegenden Wechsel n-tv Kameramann Andreas Meissner zurück, der uns auf der letzten Etappe bis Java begleitet hat. Er dreht weiter an seiner Dokumentation über unsere Weltumrundung, die dann voraussichtlich ab Herbst im Fernsehen zu sehen sein wird
HS 13.06.2010
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