Fly & Help: Kurs auf Washington D.C.
Reiner Meutsch und Arnim Stief haben bei ihrer Fly & Help Weltreise die US-Hauptstadt Washington erreicht.
Reiner Meutsch beschreibt seine Eindrücke und Erlebnisse für die Leser von aerokurier.de
Cincinnati (KLUK) – 39° 8′ 10″ N, 84° 30′ 11″ W
Washington, D.C. (KDCA) – 38° 53′ 42″ N, 77° 2′ 12″ W
Distanz: 344 NM
Flugzeit: 1 Stunde 40 Minuten
Tag 157, 17. Oktober 2010
Ein stabiles Hoch liegt über dem Zentrum Amerikas und beschert uns erstklassiges Flugwetter für die Tagesetappe Richtung Washington, D.C. Arnim ist heute Morgen etwas angespannt und sichtlich nervös – was sonst gar nicht seine Art ist. Die vielen Restriktionen, die beim Einflug in die Kontrollzone des Luftraumes von Washington, D.C. beachtet werden müssen, haben ihm nachts keine Ruhe gelassen. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen sind eine Folge der Flugzeugattentate vom 11. September 2001. Zum Glück läuft während des Sichtfluges aber alles ohne Komplikationen. Wir sind in jeder Hinsicht gut vorbereitet – Arnims Akribie sei Dank. Mit 45 Knoten Rückenwind geht es über die Appalachen, ein bewaldetes Mittelgebirge im Osten Nordamerikas. Es erstreckt sich insgesamt über eine Distanz von 2.400 Kilometern vom kanadischen Québec bis in den Norden des US-Bundesstaates Alabama. Unter uns schillert das Laub der Bäume herbstlich bunt und die Sonne scheint.
Nach weniger als zwei Stunden Flugzeit lande ich die Cheyenne auf dem Flughafen Montgomery in Maryland, vor den Toren der Stadt. Der District of Columbia ist mit dem Stadtgebiet von Washington identisch. Das Gebiet wird jedoch keinem Bundesstaat zugerechnet, sondern ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt. Benannt wurde die Stadt nach George Washington, dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Vom Flughafen fahren wir zunächst direkt ins „Georgetown Suites Harbour Building“, ein sehr zentral gelegenes und gut ausgestattetes 3-Sterne-Hotel. Dann heißt es schnell das Gepäck abstellen und auf in die Stadt.
Unsere erste Station ist der Nationalfriedhof Arlington, jenseits der „Memorial Bridge“. Berühmte Staatsmänner und Politiker wie John F., Robert und Edward Kennedy haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden sowie tausende Kriegsveteranen und Angehörige des Militärs. Auf dem seit 1864 bestehenden zweitgrößten Friedhof der USA werden jährlich über 5.000 Beisetzungen vorgenommen. Wir sind alle drei überwältigt von den Dimensionen des Areals und der Stille, die über allem liegt.
Zu Fuß geht es weiter zum Washington Monument, dem wahrhaft herausstechendsten Bauwerk im Stadtbild. Der 185 Meter hohe Obelisk aus weißem Marmor steht auf einer kleinen Anhöhe auf der Sichtachse zwischen dem Lincoln Memorial und dem Capitol. Die schönste Ansicht haben wir aus der Ferne von der Treppe zum Lincoln Memorial. Im „Reflecting Pool“, einem gut 600 Meter langen Wasserbecken, spiegelt sich das Monument eindrucksvoll. Ich denke an den Film „Forrest Gump“ mit Tom Hanks. In einer Szene findet er vor dem Wasserbecken seine große Liebe wieder. Gänsehautfeeling pur.
Aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten, der Parks, des Pathos und der Würde erinnert mich Washington D.C. an Besuche in Rom und Wien. Der ganze Stolz der Amerikaner drückt sich in dieser Stadt aus. Alles ist groß, pompös und fast übermächtig. Mir fehlen die Worte und ich freue mich, morgen noch einen Tag Zeit hier verbringen zu dürfen.
Lagebesprechung vor dem Abflug: Reiner Meutsch und Arnim Stief an der Piper Cheyenne. Foto und Copyright: Stiftung Reiner Meutsch / Fly&Help
HS 20.10.2010
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