Nachtflugausbildung bei der ADAC-Luftrettung
Die Piloten der ADAC-Luftrettung werden künftig auch nachts zu Rettungseinsätzen starten können. Dazu hat die EASA die Zulassung für die notwendige Umrüstung des Hubschraubermusters EC135 erteilt.
Nach der DRF Luftrettung, die an drei Standorten inzwischen mit Nachtsichtgeräten Rettungeinsätze bei Dunkelheit fliegt, ist jetzt auch die ADAC-Luftrettung "nachtaktiv". Die europäische Zulassungsbehörde EASA hat die Genehmigung erteilt, dass die Maschinen vom Typ Eurocopter EC135 dazu umgerüstet werden können und die Piloten entsprechend geschult werden. Senftenberg in Brandenburg ist die erste bundesdeutsche ADAC-Station, die Einsätze mit NVG (Night Vision Goggles/Restlichtverstärkerbrille) fliegen wird. Insgesamt werden vorerst elf Piloten auf drei Stationen in Theorie und Praxis ausgebildet. Mit Abschluss des speziellen Trainings sind sie berechtigt, die NVG in jeder Flugphase zu nutzen, inklusive Landungen an Einsatzstellen in nicht erkundetem Terrain.
Die Anwendung der Technologie der Restlichtverstärkerbrillen erhöht die Sicherheit bei Nachtflügen. Das Nachtsichgerät nutzt dabei das Restlicht der Sterne und bietet dem Piloten ein Bild in unterschiedlichen Grüntönen, wobei der geschulte Pilot sehr gut unterscheiden kann, welches Gelände er anfliegt. Auch bei minimalen Lichtverhältnissen werden Geländeformen, Topografie oder bestimmte Hindernisse erkennbar, die mit bloßem Auge und Scheinwerferlicht nicht erkennbar sind. Die Cockpitbeleuchtung muss jedoch entsprechend umgerüstet werden, da normales Licht zur Blendung des Nutzers führt. Die modernen zweimotorigen Helikopter des Musters EC135 sind dafür bereits vorgerüstet.
In der Regel fliegen Helikopter in der Primärrettung Einsätze zwischen 7 Uhr und Sonnenuntergang. Drei der insgesamt 34 fliegenden gelben Engel sind rund um die Uhr im Dienst, künftig auch mit NVG.
rst 08.12.2011
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