Weltpremiere des Pushers Cobalt CO50 in Oshkosh
Beim EAA AirVenture in Oshkosh hat die französische Firma Cobalt Aircraft ihre unkonventionelle, fünfsitzige Einmot namens CO50 vorgestellt.
Seit über fünf Jahren arbeitet der französische Ingenieur David Loury schon an dem Entwurf der CO50, einer unkonventionellen Einmot, die in Oshkosh ihre Weltpremiere feierte. Das Flugzeug ist als Pusher ausgelegt und verfügt über zwei Seitenleitwerke sowie eine große Canardfläche unterhalb des Bugs. Angetrieben wird es von einem Teledyne-Continental-Sechszylinder TSIOF-550D2B, der rund 350 PS (261 kW) Leistung bringt. Für die Triebwerkssteuerung hat Cobalt Aircraft ein eigenes FADEC entwickelt. Der Lufteinlass für den Motor liegt unterhalb des Rumpfs am Ende der Kabine.
Im langgezogenen Rumpf finden vier (plus eins) Insassen Platz. Zum Einsteigen in das Reiseflugzeug wird die gesamte obere Vorderumpfkonstruktion nach vorne geklappt. Sehr große Fensterflächen sollen nicht nur dem Piloten, sondern auch den anderen Insassen der CO50 eine optimale Sicht nach außen bieten. Das Flugzeug soll komplett aus Faserverbundwerkstoffen gebaut werden und über eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 245 Knoten sowie eine Reisegeschwindigkeit von 220 Knoten verfügen. Die Leermasse der CO50 wurde mit 850 kg berechnet. Der Tankinhalt von rund 400 Litern soll Nonstop-Flüge von 1.150 NM (2.130 km) ermöglichen.
2007 hatte Loury ein erstes Modell der neuen Einmot gebaut und war erfolgreich auf Investorensuchen gegangen. Bereits vor drei Wochen hat die im Pariser Vorort Toussus-le-Noble beheimatete Firma das Konzept ihres neuen Pushers im Internet vorgestellt (aerokurier online berichtete), in Oshkosh wurde das Flugzeug nun zum ersten Mal richtig gezeigt. Auf die Frage, warum ein französisches Flugzeug in Oshkosh seine Premiere feiert, antwortete David Loury, er habe zunächst gezögert und hatte erst ein fliegendes Flugzeug vorweisen wollen, bevor er zum EAA AirVenture komme, aber ihm hätten viele Leute gesagt, wenn er nicht in Oshkosh ausstelle, würde er nicht existieren. Deshalb habe er sich entschlossen, in Oshkosh auszustellen.
Nicht nur in der Formgebung, auch bei der Produktion will die Firma neue Wege gehen: Rund 95 Prozent der Teile der CO50 sollen von Zulieferern kommen. Cobalt Aircraft will nur die Endmontage sowie die Fertigung einiger spezieller Komponenten selbst in die Hand nehmen. Die Endmontage soll sowohl in Toussus-le-Noble in Frankreich als auch in den USA in einem noch zu bestimmenden Ort stattfinden.
Zum Beraterstab der Firma gehört unter anderem auch Patrick Baudry, einer der ersten europäischen Astronauten und Testpilot, sowie Dr. Tassadduq Khan, der ehemalige Forschungsdirektor der französischen Forschungsanstalt ONERA.
Der Preis für die CO50 soll bei rund 650.000 US-Dollar liegen. Nach Firmenangaben haben sich nach der Internet-Vorstellung über 500 Interessenten gemeldet und weitere Informationen angefordert. Den Erstflug des Prototypen will Cobalt Aircraft noch vor Ende des Jahres absolvieren.
VKT 28.07.2010
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