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Pilot Report Orka EM-11C

Eines kann man Edward Marganski und seiner Entwicklungscrew nicht absprechen: mangelndes Stehvermögen. Mit nicht müde werdendem Elan hat der heute 68-jährige Ingenieur die Entwicklung des zweimoto-rigen Pushers Orka vorangetrieben, bis der Viersitzer schließlich von der EASA nach CS-23 musterzugelassen war.

Begonnen hatte die Entwicklung des Schulterdeckers vor fast zehn Jahren. Der erste Prototyp, SP-YEM, war am 8. August 2003 vom Flugplatz Bielsko-Biala aus zum Jungfernflug gestartet. Sein Fahrwerk war starr und stammte von einer Cessna 172. Als Antrieb dienten zwei Rotax-Vierzylinder 912S, jeweils 100 PS stark. Das Höhenleitwerk hatte seinen Platz am Heckkonus.

In den Jahren danach entstanden vier weitere Testmaschinen. Sie alle wurden stärker motorisiert. Zum Einbau kam der 160 PS starke Lycoming IO-320. Das starre Fahrwerk wich einem einziehbaren. Ab dem dritten Flugzeug wich zudem das konventionelle Leitwerk einem in T-Auslegung.

Anfang April dieses Jahres war es dann so weit: Die EASA erteilte der unverwechselbar gestylten Kolbentwin die Musterzulassung. Für Marganski und seine Mannschaft ein bewegender Moment, hatten doch die Anstrengungen der vergangenen Jahre ihre formale Anerkennung gefunden.

Für unseren Ausflug steht der zulassungskonforme Prototyp SP-MAR bereit. Er ist in diesem Jahr in Dienst gestellt worden. Guter Firmentradition folgend entsteht die Orka in Kunststoffbauweise. Zum Einsatz kommt Carbon. Nur ganz wenige Bauteile im peripheren Bereich verwenden GFK.

Da das Flugzeug mit einer üppigen Spannweite von 13,5 m gesegnet ist, lassen sich zum Hangarieren die Flügelspitzen nach unten wegklappen. Die Spannweite verringert sich dann um volle drei Meter. Auf diese Weise gestutzt, passt der Viersitzer durch alle gängigen Hallentore, das Hangarieren stellt kein Problem dar.
Sein einziehbares Fahrwerk ist geschleppt angelegt. Für Ruhe auf holpriger Piste sorgen kräftige Stoßdämpfer. Das Bugrad wird mit den Seitenruderpedalen gesteuert. Als Auftriebshilfen dienen Semi-Fowler-Klappen. Zum Start werden diese auf 20 Grad abgesenkt, zur Landung lassen sich 30 Grad nutzen.

Die Flügelvorderkanten sind im gesamten Querruderbereich nach vorn gezogen und abgesenkt. Dies kommt dem Langsamflugverhalten zugute. Die Flügel selbst sind als „wet wings“ konzipiert. In die zweigeteilten Tanks lassen sich 352 ausfliegbare Liter einfüllen.
Bei den beiden Lycoming-Vierzylindern handelt es sich um klassische Einspritzer. Die dreiblättrigen Verstellpropeller, aus Holz und Composite gefertigt, stammen von Mühlbauer. Die Lärmmessung attestierte dem Schulterdecker 84 dB(A). Der Grenzwert von 88 dB(A) wurde damit deutlich unterboten. Mit welchen Flugleistungen die polnische Twin aufwartet und was uns an ihr besonders auffiel, erfahren Sie in der Oktober-Ausgabe des aerokurier.

BG



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