28.04.2017
aerokurier

Ergebnis „besser als erwartet“Pilatus mit Umsatz- und Gewinnrückgang

Mit einem Umsatz von 821 Millionen Schweizer Franken und einem Betriebsergebnis von 89 Millionen Franken ist das Geschäftsjahr 2016 „besser als erwartet ausgefallen“, so Pilatus.

PC-24 über Werk Stans 2017

Die PC-24 soll bis Ende 2017 zugelassen werden. Für den Super Versatile Jet werden die Anlagen in Stans und Broomfield erweitert (Foto: Pilatus Aircraft).  

 

Total lieferte der Schweizer Hersteller 117 Flugzeuge an Kunden aus (nach 121). In den Bestellbüchern per Ende 2016 steht ein Auftragsbestand in Höhe von 1,7 Milliarden Schweizer Franken – die mit dem PC-24 zu erzielenden Umsätze nicht eingerechnet.

2016 hat das Standbein der General Aviation mit 56 Prozent erstmals seit vier Jahren wieder mehr zum Gesamtumsatz beigetragen. Es konnten 30 Prozent mehr PC-12 NG auf dem Markt abgesetzt werden als noch ein Jahr zuvor: 91 gegenüber 70 im Vorjahr. Und das in einem Umfeld, in dem alle grossen Business-Flugzeughersteller mit stagnierenden oder rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen haben.

Zum Jahresende hat sich die Französische Luftwaffe für das PC-21 Trainingssystem entschieden. Die 17 bestellten PC-21 werden für die Ausbildung der Piloten eingesetzt werden, um sie auf das Kampfflugzeug Rafale vorzubereiten. Ebenfalls haben die Jordanische Luftwaffe zwei weitere sowie die britische QinetiQ, welche die „Empire Test Pilots‘ School“ betreibt, zwei PC-21 bestellt. Alle drei Aufträge des Standbeins der Government Aviation umfassen einen Gesamtwert von über 300 Millionen Schweizer Franken.

Ausbau für die PC-24

Mit den drei PC-24 Prototypen wurden bisher 1500 Flugstunden absolviert. Mit dem Abschluss der aerodynamischen Auslegung des PC-24 sowie der Auslegung der Systeme konnte die zu zertifizierende Konfiguration des PC-24 festgelegt werden. Dies bildete die Basis für den ersten repräsentativen Prototypen P03 sowie für den Start der Serienproduktion, die bereits aufgenommen werden konnte.

Im Hinblick auf die kommende Serienproduktion des PC-24 Super Versatile Jets baut Pilatus weiter am Hauptsitz in Stans und am Standort in den USA aus. In Stans erfolgte der Baustart einer neuen Montagehalle mit 10 000 Quadratmeter Fläche sowie eines neuen Oberflächenzentrums im Umfang von rund 60 Millionen Schweizer Franken. Ebenfalls wurde in neue Fräsmaschinen investiert. Diese Investition im Wert von rund 40 Millionen Schweizer Franken ermöglicht es, neue innovative Produktionsprozesse einzuführen und trotz hoher Arbeitskosten den Produktionsstandort Schweiz zu erhalten.

In den USA – einer der wichtigsten Märkte für Pilatus – wird in ein neues Werk investiert, um den Endausbau und die Administration der bereits in Broomfield, Colorado ansässigen Tochtergesellschaft Pilatus Business Aircraft Ltd zusammenzubringen. Die Innenausstattung des PC-12 NG und PC-24 soll mit den Kunden vor Ort besprochen und ausgeführt werden können.

Im abgelaufenen Jahr wurden insgesamt 56 Arbeitsplätze aufgebaut. Die Pilatus Gruppe beschäftigte Ende 2016 1961 Mitarbeitende. 2017 wird mit einer weiteren Zunahme von rund 150 Mitarbeitenden gerechnet.

„Wir wussten, dass das Jahr 2016 EBIT-mässig etwas tiefer ausfallen würde. Wir haben aber bewusst eine grosse Summe in die Zukunft investiert, um eine solide Basis für die kommenden Jahre zu legen“, sagte Vewaltungsratschef Oscar J. Schwenk. „Im angelaufenen Jahr 2017 geht es nun in die entscheidende Phase im PC-24 Entwicklungsprogramm. Mit dem erfolgreichen Erstflug des ersten nach Serienunterlagen hergestellten PC-24 Prototypen P03 am 6. März 2017 haben wir dieses Jahr bereits einen weiteren wichtigen Meilenstein erreichen können. Wir haben uns für 2017 die Zertifizierung im 4. Quartal sowie unmittelbar danach die erste Kundenablieferung als Ziele gesetzt und werden diese konsequent verfolgen.“



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