21.03.2016
Erschienen in: 08/ 2015 aerokurier

Zuverlässig und wirtschaftlichTurboprops der Business-Klasse

Turboprops gelten aus guten Gründen als ebenso zuverlässige wie wirtschaftliche Flugzeuge. Der Markt der Einmotorigen hält einige sehr attraktive Modelle bereit.

Das Konzept stimmt, bilanziert unser Testpilot Toni Ganzmann seine nähere Bekanntschaft mit der Quest Kodiak. Den Flugbericht mit dem zupackenden Vielzweckflugzeug finden Sie ab Seite 18 in diesem Heft. Toni Ganzmann gefällt das Zusammenspiel von fabelhaften Flugeigenschaften mit Nutzungsflexibilität und Wirtschaftlichkeit.

Der Markt für Turboprops macht einen gesunden Eindruck. Im ersten Quartal des Jahres wurden 115 Turboprop-Flugzeuge ausgeliefert.  Die große Mehrheit von ihnen, 90 Flugzeuge, besitzt wie die Kodiak nur eine Turbine. Bewährte einmotorige Turboprops waren in der Vergangenheit stets für ansehnliche Stückzahlen gut. Cessna zum Beispiel hat im vergangenen Jahr 94 Caravans und Grand Caravans verkauft. Pilatus hat es auf 66 PC-12 gebracht und Daher auf 51 Exemplare der neuen TBM 900. Ein entsprechendes Bild bietet der Gebrauchtmarkt. Wenn zum Beispiel für eine 2010er PC-12 NG mit 1100 Stunden 3,6 Millionen Dollar aufgerufen oder für eine 2009 gebaute Grand Caravan stattliche 1,95 Millionen Dollar verlangt werden, dann müssen Turboprop-Singles hoch im Kurs stehen.

Die Argumente, die für das Konzept sprechen, liegen klar zutage: Turbinen-Einmots sind günstig im Unterhalt, schnell, zuverlässig und hinreichend komfortabel. Außerdem stehen ihnen auch kleinere, abgelegene Flugplätze offen. Der Geschwindigkeitsvorteil, den ein Jet haben mag, spielt auf den kurzen Strecken, um die es hier geht, praktisch keine Rolle.  Auch technologisch sind die aktuellen Turboprop-Modelle voll auf der Höhe. Die Avionik ist modern, die Ausstattung umfassend. Insbesondere im Hinblick auf die Geräuschentwicklung   hat sich in der jüngeren Vergangenheit sehr viel getan. Eine bedeutende Innovation ist der Säbelform- oder „Swept Blade“-Propeller. Die TBM 900 zum Beispiel verdankt ihm (und weiteren aerodynamischen Verbesserungen) eine Reduktion um drei Dezibel beim Start und eine auf 330 Knoten gesteigerte Höchstgeschwindigkeit. Außerdem braucht die französische Einmot 20 Prozent weniger Startstrecke, und sie erzielt eine um zehn Prozent bessere Steigrate. Die neue Propellertechnologie  kommt nicht nur den Flugleistungen und dem Verbrauch zugute, sondern in Gestalt des niedrigeren Geräuschpegels sowohl der Umwelt als auch den Insassen. 

ae 08-2015 Turboprops Business (01)

Die PC-12 ist ein Schweizer Erfolgsmodell. Foto und Copyright: Pilatus Aircraft  

 

Die PC-12 von Pilatus ist so etwas wie der Inbegriff der ebenso edlen wie vielseitigen Turbinen-Single. Zugleich haben die Schweizer gezeigt, wie man mit kontinuierlicher Modellpflege ein Muster über mehr als zwei Jahrzehnte erfolgreich auf dem Markt halten kann. Unlängst hat die weltweite PC-12-Flotte die Marke von fünf Millionen Flugstunden erreicht. Im Februar hat Pilatus die 1300. PC-12 ausgeliefert.

Erst im April hat Piper die M600 als das neue Spitzenmodell der M-Klasse vorgestellt. Die Neue basiert auf der M500, besitzt aber neu gestaltete Tragflächen und bietet mehr Reichweite und Zuladung. Außerdem glänzt sie mit dem G3000-Glascockpit von Garmin. Piper rechnet mit der Zulassung der 2,8 Millionen Dollar teuren M600 für das vierte Quartal. 

Die Airvan 10 des australischen Herstellers Gipps Aero ist so etwas wie das Discountangebot unter den Turboprops. Sie ist eine gestreckte Version der Airvan 8 mit Rolls-Royce-Turbine. Gedacht ist sie als Frachter und Personentransporter für strapaziöse Einsätze in unwegsamen Teilen der Welt. Der Hersteller gehört heute zur indischen Mahindra-Gruppe. Die kantige Einmot kann gut 1000 Kilogramm zuladen und acht Stunden in der Luft bleiben. Die große Frachtschiebetür macht sie tauglich für vielerlei Aufgaben, zum Beispiel für das Absetzen von Fallschirmspringern oder für den Patiententransport.

Cessnas Caravan kann auf ein langes und erfülltes Leben zurückblicken. Im April hat Cessna den 30. Jahrestag der ersten Auslieferung gefeiert. 2500 Exemplare hat Cessna seither gebaut, in rund 100 Ländern ist das Modell zugelassen.  Anlässlich des Jubiläums hat der Hersteller eine neue Kabineneinrichtung für die Turbinen-Einmot vorgestellt. Im  April erhielt die Grand Caravan von der EASA die Zulassung für die Konfiguration mit 14 Sitzen.

Cessna exportiert etwa drei Viertel der Caravan-Produktion, die wichtigsten Märkte sind Südamerika, Asien und Afrika. Zunehmend häufiger wird die robuste Einmot für spezielle Aufgaben eingesetzt.

Die TBM ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich aus einer nicht mehr jungen Flugzeugzelle durch zahlreiche Detailverbesserungen ein zeitgemäßes und exzellentes Flugzeug erschaffen lässt. Die Anfang 2014 vorgestellte TBM 900  ist nicht nur schneller als das Vorgängermodell, sondern auch leiser und sparsamer. Alles in allem ist die TBM 900 klar die leistungsstärkste Variante innerhalb der TBM-Reihe.

Die Optik der Epic E1000 ist schon mal sehr gelungen. Entwickelt wurde sie auf der Grundlage des Bausatzflugzeugs LT Dynasty. Bisher nur ein Versprechen ist die herausragende Geschwindigkeit von 325  KTAS, denn der schöne Kunststoff-Sechssitzer ist noch nicht geflogen. Gleiches gilt für die Kestrel K350, ein Projekt des Cirrus-Mitgründers Alan Klapmeier, das heute unter dem Dach der neuen Firma One Aviation einer unsicheren Zukunft entgegensieht.

aerokurier Ausgabe 08/2015



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