01.07.2014
aerokurier

Piaggio EvoDesign bestimmt das Bewusstsein

Die Piaggio Avanti gehört zweifellos zu den ungewöhnlichsten Geschäftsreiseflugzeugen auf dem Markt. Mit der dritten Generationen der Turboprop will der italienische Hersteller an vergangene Erfolge anknüpfen.

Piaggio Aero

Die dritte Generation: Piaggio Evo. Im Herbst sollen die ersten Kundenflugzeuge ausgeliefert werden. © Foto und Copyright: Piaggio Aero.  

 

Wohl kein anderes aktuelles zweimotoriges Geschäftsreiseflugzeug hat eine derart unverwechselbare Form. Aber die Piagio Avanti macht nicht nur durch ihr ausgefallenes Design auf sich aufmerksam, auch ihre Leistungen sind herausragend. Die Avanti ist sparsam, hat eine anständige Reichweite und eine vergleichsweise geräumige Kabine. Und sie ist außerordentlich schnell: 402 KTAS erreicht die Turboprop in 38000 Fuß, die MMO liegt bei Mach 0.70. Die Turbine ist die bewährte PT6A von Pratt & Whitney Canada, in der Avanti leistet sie 850 WPS.

Das Ursprungsmodell ist 1990 auf den Markt gekommen. Die aktualisierte Avanti II mit Rockwell-Collins-Avionik hat 2006 die Zulassung erhalten. Die Verkäufe liefen zuletzt eher schleppend. Fanden im Jahr 2008 noch 30 Flugzeuge einen Abnehmer, so waren es im vergangenen Jahr nur noch zwei.
Dies soll mit der dritten Generation der Avanti anders werden. Piaggio hat das Evo genannte, umfassend überarbeitete Modell im Frühjahr vorgestellt. Die Evo ist aerodynamisch optimiert, sparsamer und leiser.
Neu sind die Winglets und der Fünfblattpropeller. Die vorderen Tragflächen sind ebenfalls neu gestaltet, desgleichen die Triebwerksaufhängungen und die Abgasauslässe. Die Maβnahmen bringen der Evo zwar keine höhere Geschwindigkeit, aber 50 NM mehr Reichweite. Ein neuer optionaler Zusatztank verlängert die Reichweite von 1470 NM auf 1770 NM. Die aerodynamische Verfeinerungen führen laut Piaggio zu drei Prozent weniger Verbrauch.
Neu sind die Anti-Skid Brakes, die seit langem auf der Wunschliste der Avanti-Piloten stehen. Die Evo kommt damit früher zum Stehen als die bekannte Avanti, vor allem auf feuchten Pisten. Neu ist auch das Fahrwerk von Magnaghi, das deutlich längere Wartungsintervalle hat und so Kosten spart.

Piaggio Aero erprobt die Evo seit Februar. Seither hat das Flugzeug mehr als 100 Teststunden in der Luft verbracht. Bis August will Piaggio die letzten Exemplare der bekannten Avanti ausliefern, ab September sollen die Kunden das neue Modell erhalten.
Möglich wurden die Investitionen in das neue Produkt durch die neue Eigentümerin des italienischen Herstellers, die Mubadala Development Company aus Abu Dhabi. Das Unternehmen hat 98,04 Prozent gekauft. Die übrigen Prozent gehören Piero Ferrari. Die Finanzmittel aus Abu Dhabi erlauben die Entwicklung von Versionen der Avanti/Evo für Spezialmissionen. So arbeitet Piaggio an der unbemannten Aufklärungsversion P.1HH Hammerhead und dem Überwachungsflugzeug MPA.
Auch die Entwicklung eines Business Jets auf Avanti-Basis ist denkbar.



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