14.09.2010
aerokurier

King Air 350iLang lebe der König: King Air 350i

Hawker Beechcraft glaubt an eine erfolgreiche Zukunft der großen King Air und hat ihr eine komplett überarbeitete Kabine und das „Venue“ Kabinenmanagementsystem spendiert.

Hawker Beechcraft hat dem größten Mitglied der King-Air-Familie, der King Air 350, unlängst eine umfassende Inenraummodernisierung angedeihen lassen und die Turboprop fit gemacht für eine erfolgreiche Zukunft. Eine Schlüsselrolle bei dieser Aktualisierungsoffensive hat das brandneue „Venue“-Kabinenmanagementsystem (CMS) von Rockwell Collins. Eingebettet ist es in eine renovierte Kabinenmöblierung, die Hawker Beechcraft nach dem Vorbild der Premier I gestaltet hat. Die große King Air ist als erstes Geschäftsreiseflugzeug mit Venue auf den Markt gekommen. Cessna hat für die neue CJ4 ebenfalls das System ausgewählt.

Die aktuelle Version, kenntlich an dem angehängten „i“ in der Modellbezeichnung, hat Hawker Beechcraft auf der NBAA im Oktober 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die FAA- und die EASA-Zulassung hat die King Air 350i im Januar 2010 erhalten.

Bei der Vorstellung machte der Hersteller deutlich, dass er mit der i-Version die optimale Kombination aus Kabinenkomfort, Einsatzvielfalt und Ökonomie verwirklicht sieht. Die Kabine misst ansehnliche 1,45 m in der Höhe und bis zu 1,37 m in der Breite. Der begehbare Bereich zwischen Cockpittrennwand und Rückwand des Gepäckraums ist immerhin 5,94 lang. Der Gepäckraum ist im Flug zugänglich, Passagiere schätzen diese Möglichkeit. Er hat eine Aufnahmekapazität von 250 kg.

Und das bei einem Anschaffungspreis von 6,736 Millionen Dollar. Die Turboprop-Käuferschaft ist preissensibel, Hawker Beechcraft hat daher den Preis moderat angehoben. Die Vorgängerversion King Air 350 kostet zirka 6,335 Millionen Dollar..

Es sind vor allem vier Bereiche, mit denen sich  die Beechcraft-Ingenieure bei der Neugestaltung der Kabine beschäftigt haben: das Kabinenmanagementsystem, die Möblierung, der Innengeräuschpegel und die Flexibilisierung der Konfiguration.

So ist es den Ingenieuren gelungen, durch die Kombination verschiedenartiger Maßnahmen den Innengeräuschpegel im Reiseflug um 4 dBA auf 78 dBA zu senken. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte dynamische Vibrationsabsorper, die – natürlich unsichtbar für die Insassen – an strategischen Stellen der Zelle angebracht sind.

Unter Flexibilisierung der Konfiguration – „Flexcabin“ in der Marketingsprache – versteht Hawker Beechcraft die Möglichkeit, die Sitzkonfiguration mit wenig Aufwand zu verändern. Es können acht Passagiersitze in Clubanordnung installiert sein, sieben oder sechs.

Der Gesamteindruck der Kabine mit den breiten Sitzen, den ausklappbaren Tischen, den Wandtextilien, dem Teppichboden und der LED-Beleuchtung entspricht nicht der herkömmlichen Vorstellung von einem Turboprop-Flugzeug. Insofern spricht Hawker Beechcraft mit Recht von Jetstandard. Zu diesem Eindruck tragen auch die Bordtoilette mit optionalem Waschbecken bei, die sehr vielen Staufächer und das neu gestaltete Getränkeschränkchen.

Sehr stolz ist man bei Hawker Beechcraft auf die Möglichkeit, das Fensterglas in mehreren Stufen verdunkeln zu können. Diese Funktion ist in das „Venue“-CMS integriert und wird folglich über die Kontrolleinheiten neben den Sitzen gesteuert, so wie die zahlreichen anderen Funktionen, die sich auf die Kabine auswirken, die Klimaanlage etwa, die Beleuchtung oder das Unterhaltungsprogramm.

In Sachen moderner Unterhaltungselektronik lässt das „Venue“-CMS von Rockwell Collins nichts aus, was derzeit auf dem Markt ist: Blu-ray-DVD, CD, MP3, iPod, Play Station, Video, USB und Laptop: jede denkbare Datenquelle lässt sich mit dem Bordsystem verbinden. Der 15,3-Zoll-Bildschirm, der in den Gang geschwenkt werden kann, gehört zum Standard. Weitere HD-Bildschirme im 10,4-Zoll-Format können auf Wunsch bei jedem Sitz installiert werden.

Interessant ist der Garantieumfang, den Hawker Beechcraft für die große King Air gewährt: für die Zelle sind es fünf Jahre, zwei Jahre oder 1200 Stunden für Systeme und Komponenten, fünf Jahre für die Collins-Avionik und fünf Jahre/2500 Stunden für die Pratt & Whitney-Turbinen.

Das Oberhaupt der King-Air-Familie hat sich auf die modernen Zeiten eingestellt, das Abdanken muss es noch lange nicht fürchten.  

  


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