30.10.2012
aerokurier

Hawker Beechcraft: Auf Kurs aus dem Konkurs

Am Vortag der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA in Orlando hat Hawker Beechcraft aufgezeigt, wie sich die Firma restrukturieren will, um im ersten Quartal 2013 den Gläubigerschutz nach Kapitel 11 zu verlassen.

Die Hawker Beechcraft Corporation (HBC) aus Wichita, Kansas, will im ersten Quartal des nächsten Jahres den Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des amerikanischen Konkursrechts verlassen und als eigenständige Firma im Besitz der vier größten Gläubiger weiterarbeiten, gab HBC-Hauptgeschäftsführer Bill Boisture bekannt. Nachdem die Gespräche mit dem potenziellen Investor Superior Air gescheitert waren (der aerokurier hatte darüber berichtet), wird nun in Zusammenarbeit mit den Gläubigern und dem Konkursrichter der neue Kurs verfolgt.

Die neue Firma soll unter dem Namen Beechcraft firmieren und wird sich auf die Kolbenmotor- und Turbopropflugzeuge konzentrieren. Die Hawker-Jets spielen in der Zukunft des Unternehmens keine Rolle mehr. ""Der Restrukturierungsprozess machte es notwendig, einige schwierige Entscheidungen zu fällen", sagte Bill Boisture in Orlando. "Wir entschuldigen uns bei den Kunden, die wir enttäuscht haben", fügte er hinzu. Hawker Beechcraft hat mehrere Optionen, wie mit dem Jet-Business verfahren werden kann. Eine Möglichkeit besteht darin, diesen Unternehmensteil zu verkaufen. Diese Option wird derzeit mit Nachdruck verfolgt. Die zweite Option besteht darin, nur die Typenzulassungen zu verkaufen, während als dritte Möglichkeit eine Schließung dieses Unternehmensteils im Raum steht, sollte sich kein Käufer finden, mit dem sich Hawker Beechcraft über einen Kaufpreis einigt. Derzeit produziert Hawker Beechcraft keine Jets mehr, während die King-Air-, Baron-, Bonanza- und T-6-Fertigung normal weiterlaufen.

Nach der Restrukturierung will Beechcraft die Produktpalette wieder erweitern und plant unter anderem die Entwicklung und die Produktion einer einmotorigen Turoboprop, die mit und ohne Druckkabine der Pilatus PC-12 sowie der Cessna Caravan Marktanteile abjagen soll.

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Volker K. Thomalla


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