04.06.2008
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Embraer: Grünes Licht für MSJ/MLJFly-by-Wire-Technik für Embraers neue Business Jets

Die Vorstandsetage von Embraer hat sich entschieden: Der brasilianische Flugzeughersteller wird zwei neue Business-Jet-Modelle bauen. Die beiden Modelle, vorläufig als MSJ und MLJ bezeichnet, gibt es bisher nur als Konzept.

MLJ

 

 

Innerhalb der Embraer-Produktreihe nehmen die neuen Entwürfe die Position zwischen den Leichtjets Phenom 100/300 und der Legacy ein. Diese Position ist bisher unbesetzt. Embraer beziffert die Entwicklungskosten auf 750 Millionen Dollar, wobei sich die Entwicklungspartner an der Finanzierung beteiligen.
Die MSJ könnte im ersten Halbjahr 2012 den regulären Flugbetrieb aufnehmen, die MLJ würde ein Jahr später folgen.

Die größere MSJ ('Midsize Jet') bietet Platz für neun Passagiere und würde in Konkurrenz treten zur Gulfstream G150, Citation Sovereign, Learjet 60 und vergleichbaren Mustern. Das vorläufige Datenblatt nennt unter anderem eine Reichweite von 2800 NM und eine maximale Reisegeschwindigkeit von Mach 0.82. Transatlantikflüge wären möglich. Die Kabine hat einen durchgehend flachen Boden und eine beachtliche Höhe von fast zwei Metern.
Die MLJ ('Mid-Light Jet') ist etwas kürzer, ansonsten aber nahezu baugleich mit der MSJ. Die angestrebte Reichweite beträgt 2200 NM bei Mach 0.78. Acht Passagiere würden einen Platz finden. Dieses Modell würde gegen die Citation XLS+, den Learjet 45XR und die Hawker 750 antreten.
Mit der Gestaltung der Inneneinrichtung ist, wie bei der Phenom 100/300, BMW Designworks beauftragt. Embraer legt Wert auf die Feststellung, dass beide Flugzeuge in ihren Klassen die geräumigste Kabine besitzen.

Mittlerweile hat Embraer zwei der wichtigsten Systemlieferanten benannt: Honeywell wird sein HTF7500E-Triebwerk liefern, eine Version des HTS7000. Der US-Konzern wird damit erstmals den Flugzeugbauer mit Triebwerken ausstatten.
Der Vertrag soll – über die gesamte Laufzeit des Programms gerechnet – ein Volumen von 23 Milliarden Dollar haben. Die Triebwerke werden 6000 bis 7000 lbs Schub liefern (26,7 - 31,1 kN) und dabei erheblich weniger Schadstoffe freisetzen.
Honeywell spricht von 40 Prozent weniger Stickoxyden im Vergleich zu heutigen Triebwerken gleicher Leistung.
Rockwell Collins wird seine neue "Pro Line Fusion"-Cockpittechnologie beisteuern. Zur Standardausrüstung werden ein Sichtverstärkungssystem, automatischer Vortriebsregler und papierlose Karten gehören. Auf Wunsch gibt es ein Head-up-Display.
Die beiden Flugzeugen werden außerdem über Fly-by-wire-Steuerungstechnik verfügen.
Eine Präsentation der beiden Modelle ist für die EBACE im Mai in Genf vorgesehen. Dort werden auch die Namen bekannt gegeben sowie Bestellungen entgegen genommen.    
(MS)





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